Fertig bepflanzte Anlage für Urnenbestattung
Die Meinungen gehen bei der Bestattung unserer Toten weit auseinander. Manche wollen die herkömmliche Bestattung in einem Holzsarg, andere tendieren zu einer Feuerbestattung mit anschließender Beerdigung in einer Urne. Es kommen durch das neue Baugebiet neue Familien in das Dorf, die kein Familiengrab besitzen und vielleicht auch keines wollen. Vorausschauend hat unsere Kirchenverwaltung gehandelt und für die Bürger die Möglichkeit einer Urnenbestattung geschaffen.
Nach reichlicher Überlegung gab es verschiedenen Treffen (Juli 2020 – Frühjahr 2021) der Kirchenverwaltung und Pfarrer Markus Daschner mit der Firma Götzfried in Straubing:
18.7.2020 1. Besprechung mit Vorschlag der Kirchenverwaltung (liegende Platten)
25.7.2020 2. Besprechung mit Vorschlag von Fa. Götzfried (Empfehlung Stelen)
29.8.2020 3. Besprechung mit Annahme des Vorschlges - Kostenvoranschlag
Urnenanlage für ca 22 Verstorbene bestehend aus 7 Steelen (siehe Zeichnung)
Material Granit zweifarbig poliert mit eingesetzen Platten (rückseitig verschraubt)
Beinhaltet:
- Granitstellen, Sichtseiten und -kanten poliert, Plattenbereiche ausgefräst, gereinigt, imprägniert,
- Mittelsockel aus dunkelgrauem Granit beschriftet mit Spruch.
- Einfassung des Bestattungsbereichs aus geschliffenem hellen Granit
- Sämtliche Fundament und Montagearbeiten (unter
Unter Umständen ist die Mithilfe der Kirchenrats erforderlich (zB Anhänger für die Rasenausstiche)
Das Kreuz wird hinten in einen eigenen Bereich auf einen Sockel gestellt.
Laterne und Weihwasserkessel auf Sockel gratis.
Die Grabanlage kostet ca. 18000 Euro.
Die Firma Götzfried erarbeitete einen für Oberharthausen zugeschnittenen Entwurf einer Anlage zur Urnenbestattung. Der Entwurf sah wie folgt aus:
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| Planungsentwurf von der Fa. Götzfried | Aufbau bei der Fa. Götzfried für Anschauungszwecke |
Im Juni 2021 erfolgte dann die Aufstellung der Anlage. Es kamen drei fleißige Handwerker von der Firma Götzfried, die fachkundig und präzise die Anlage in die vorgesehene Position brachten. Es ging alles sehr schnell, jeder Handgriff saß. Zusätzlich grenzten sie den Bereich hinter den Stelen noch mit einer Graniteinfassung ab, damit eine saubere Bepflanzung durchgeführt werden kann. Die üppigen Brotzeiten und Kaffeespenden der Mesnerin Martina Pömmerl motivierten die Arbeiter zusätzlich, so dass sie gerne wieder nach Oberharthausen kommen würden, falls sie gerufen werden. Die drei Arbeiter hinterließen eine professionelle Arbeit, erklärten jeden Arbeitsschritt und boten ihre Hilfe bei Nachfragen oder Beratungen usw. an.
Die Mesnerin Martina Pömmerl bepflanzte anschließend das Urnengrab dezent mit Lavendelstöckchen. Im hinteren Bereich neben dem Kreuz wurden rote Rosenstöcke eingebaut, die durch die Stelen leuchten. Eine prächtige Kombination.
Die Anlage ist bei genauer Betrachtung sehr würdevoll gestaltet. Kein übertriebener Stil in Farbe und Ausführung, sondern eine einfache Anlage mit dunklem Granit aus dem Bayerischen Wald. Eine bodenständige Arbeit für bodenständige Menschen aus unserem Dorf. Vor allem das Kreuz, das im Hintergrund erhaben über der Anlage steht, bildet einen Blickfang, dem sich der Betrachter nicht entziehen kann.
Nun wird die Anlage noch von Herrn Pfarrer Markus Daschner eingeweiht, damit die Verstorbenen auch in geweihter Heimaterde begraben werden können. Möge der Tag der ersten Benutzung noch in weiter Ferne liegen…
Aktuell wird noch in Verbindung mit der Pfarrgemeinde Perkam eine neue Friedhofsordnung erstellt, die dann bei gegebener Zeit ausgehängt, bzw. veröffentlicht wird.
Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen bedankt sich bei der Firma Götzfried für die gute Planung der Anlage für die Urnenbestattung. Vor allem gilt unser Lob den überaus fleißigen und professionell arbeitenden Handwerkern beim Aufstellen der Anlage. Sie haben ihren Handwerksstand sehr gut vertreten.
Weiterhin möchten wir der Kirchenverwaltung für diese vorausschauende Maßnahme der Urnenbestattung unseren Dank aussprechen. Es ist nun die Möglichkeit einer Urnenbestattung geschaffen, falls es den Wunsch danach gibt.
Natürlich sagen wir auch gerne ein Herzliches Vergelt´s Gott unserem Pfarrer Markus Daschner für sein Mitwirken an der Planung der Anlage und der bevorstehenden Weihe.
Ein großes Lob gebührt abschließend der Familie Pömmerl für ihre ständige Begleitung der Baumaßnahme. Ob es ein Anhänger zum Abtransport von überschüssiger Erde war, der die Arbeit der Arbeiter erleichterte, oder die gschmackigen Brotzeiten und Mittagessen für die Mitarbeiter. Hier zeigten sie sich als sehr gute Gastgeber, und vertraten unser Dorf vorzüglich.
Bilder von der Planung bis zur Umsetzung der Anlage

Naturstein Götzfried (Webseite bitte anklicken)
Urnengrab – ein Ritual mit langer Historie!
Auch wenn die Feuer- und Urnenbestattung in Europa lange Zeit verpönt und bis zum Jahre 1964 für die europäischen Christen sogar strikt verboten war, geht dieser Brauch bis in die Bronzezeit zurück. Schon unsere Vorfahren verbrannten ihre Verstorbenen im Feuer. Urnengräber waren besonders in der Zeit der „Urnenfelder-Kultur“ von 1250 bis 750 v. Chr. weit verbreitet.
Im antiken Griechenland waren Einäscherungen ebenfalls gang und gäbe, oftmals aus ganz praktischen Motiven. So nutzte man bspw. Masseneinäscherungen, wenn sich Epidemien schnell und sprunghaft auszubreiten drohten. Auch konnten gefallene Krieger in eingeäscherter Form wesentlich leichter wieder an ihren Heimatort zurückgebracht werden. Im Großen und Ganzen waren die Feuerbestattungen in der hellenistischen Zeit jedoch ein Brauchtum der wohlhabenden Bevölkerung. In einer feierlichen Zeremonie löschte man das Feuer mit Wein und die Asche der Toten wurde in einer Urne in einem Steingrab beigesetzt. Auch im römischen Reich begannen die vermögenden Römer dieses Brauchtum zu übernehmen und bis in die Spätantike hinein hatte es sich etabliert.
Mit der bereits begonnenen Verbreitung des Christentums waren heidnische Rituale jedoch mehr und mehr ihrem Untergang geweiht und somit wurde auch die Feuerbestattung bald nicht mehr geduldet. Ab dem Jahr 786, auf Geheiß Karl des Großen, galt schließlich allein die Erdbestattung als erlaubt. Im Mittelalter wurde mit der Verbrennung eines Menschen sogar die Todesstrafe vollzogen. Damit hatte diese einstmals würdevolle und erhabene Zeremonie all ihre ursprüngliche Bedeutung und ihren Glanz verloren.
Doch schließlich, mehr als 1000 Jahre später, siegten hygienische und finanzielle Argumente sowie „freidenkerische“ Strömungen gegen das strikte Verbot von Feuerbestattungen. In Deutschland wurde 1878 das erste Krematorium eröffnet, der kulturelle Wandel vollzog sich immer mehr, allerdings nicht ohne Gegenwehr der Kirche. Und so verbot Papst Leo XIII „seinen“ Katholiken im Jahre 1886 die Verbrennung ihrer Leichen, ein Verbot, das immerhin 78 Jahre halten sollte.
Die heutige Situation ist von Religion zu Religion, von Land zu Land, ja sogar von Region zu Region verschieden. Während das Judentum und der Islam die Verbrennung von Körpern grundsätzlich verbieten, haben die katholische und evangelische Kirche eine etwas tolerantere, wenn auch nicht grundsätzlich positive Haltung. Aber gerade in Deutschland finden mittlerweile viele Einäscherungen und Urnenbestattungen statt. Schätzungen zufolge werden im gesamten Bundesgebiet ca. 40% der Verstorbenen eingeäschert, wobei die Motive hierfür sowohl finanzieller, pragmatischer als auch emotionaler Natur sein können.
(Quelle: https://www.kurz-natursteine.de/news/die-urnenbestattung-ein-uralter-brauch-mit-aktueller-relevanz)
