Die Orgel von Oberharthausen

  

Die ersten Nachrichten über eine Orgel in der Filialkirche Oberharthausen finden sich im Antrag der Kirchenverwaltung vom 17.7.1853 :

Dem Landgericht Straubing wird die Situation so geschildert:

“Die Orgel in Oberharthausen ist in ihrem Zustand total unbrauchbar und auch nachhaltiger Reparatur nicht mehr fähig, so dass die Anschaffung einer Neuen ein dringendes Bedürfnis bleibt. Die Kosten sind nach dem revidierten Vorschlag 315 fl, der Orgelbauer Ehrlich hat sich jedoch anheischiggemacht, dieselbe unter Einhaltung der Revisionserinnerungen um 250 fl herzustellen, wenn ihm hierzunoch die alte Orgel überlassen wird.... Die Orgel soll 5 Register erhalten“.

In Oberharthausen ist man dann 1921,vor genau hundert Jahren, einen anderen Weg gegangen. Die baufällige Orgel von damals wurde nicht mehr repariert, sondern es wurde durch ein großes Spendenaufkommen eine neue Orgel angeschafft.
So heißt es in einer Meldung von damals (entnommen aus der Dorfchronik von Pfarrer Josef Schmaißer):

 

orgel oh

Kirchenorgel Oberharthausen

 

Am 21. Januar 1921, also vor hundert Jahren, wurde durch den „Opfergeist der Gemeinde“ von der Firma Weise in Plattling eine neue Orgel gekauft. Geistlicher Rat und Pfarrer Käß aus Atting nahm die Weihe vor. Bezirksschulrat Hämel aus Straubing zeigte mit seinem Eröffnungsspiel, welche Möglichkeiten die kleine Orgel in sich hat. Das Werk kostete 12.000 Mark.
So hieß es damals in einer Zeitungsmeldung.

 

Die beteiligten Personen bei der Einweihung waren:

 

Die Firma Orgelbau Weise in Plattling führte die Arbeiten aus

Orgelbau Weise

 

 

Bezirksschulrat Hämel


machte bei der Einweihung das Eröffnugnsspiel

 

Bezirksschulrat Adalbert Hämel unterrichtete in den Schulen in Straubing.

1884/1885 – 1892/1893 in St. Jakob
1893/1894 – 1897/1898 in St. Peter
1897/1898 – 1918/1919 in St. Jakob

Ab 1896 war er als Organist in die Stadtpfarrkirche St. Jakob berufen und arbeitete nebenbei noch als Gesangslehrer. Diese Verquickung des Schuldienstes mit dem niederen Kirchendienst war für die Neustadt ebenso ungewöhnlich wie problematisch. Es wurde Lehrer Hämel nahegelgt, er solle sich gefälligst einen Substitut (Ersatz) für sein Orgelspiel besorgen. Hämel verdiente als Organist 700 Mark und als Gesangslehrer weitere 180 Mark. Dies entsprach zwar etwa einem Drittel seines gesamten Verdienstes, führte aber auch zu enormen Interessenskonflikten, die letztlich durch die Regierung aufgehoben wurden. Hier scheint in einem der ganz wenigen Fälle auf, wie sehr der Lehrer einerseits sein geringes Einkommen noch einmal um denselben Betrag aufstocken musste um leben zu können, und wie andererseits die Kirche auch in der Stadt Straubing begehrter Brötchengeber war.

Bis ins Jahr 1922 spielte Hämel dennoch regelmäßig die Orgel in der Jakobskirche (Für die verdiente Lehrerin Haas schrieb Adalbert Hämel zum Abschied einen Festhymnus der bei den Feierlichkeiten vorgetragen wurde).

Adalbert Hämel wurde Hauptlehrer und schließlich auch 1920 Bezirksschulrat. Dieses Amt bekleidete er bis 1925. Adalbert Hämel war einer der herausragenden Volksschullehrer Straubings.

Er war Pädagoge, Organist und bis 1908 auch 1. Vorstand des katholischen bayerischen Lehrervereins.
Die Stadtbezirksschulinspektion von St. Peter berief ab 1.1.1898 den Lehrer Hämel. Hämel wohnte ab 1912 in der Wittelsbacher Straße zu Miete. Von seinen insgesamt drei Kindern ergriffen Adalbert ( geb. 28.10.1885 ) und Maria ( geb. 2.11.1887 ) ebenfalls das Lehrfach. Nach seiner Pensionierung verzog Adalbert Hämel im August 1927 nach Regensburg, wo er 1932 verstarb.


Quelle: Die Straubinger Volksschullehrer und ihre Geistliche Schulaufsicht ( 1790 – 1918 )

Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der Philosophischen Fakultät der Universität Passau

 

Pfarrer und Dekan Englbert Käß

 

Bild Englebert Käß 

Pfarrer Englbert Käß wurde am 1. September 1843 in Gumpen Pfarrei Falkenberg geboren. Am 14. Juni 1868 wurde er zum Priester geweiht.

1871 wird Kooperator Eduard Stingl als Aushilfspriester nach Mähring, Pf. Griesbach, versetzt; für ihn kommt am 13.10.1871 als neuer Kooperator Engelbert Käß nach Weiden und bleibt bis 1876.

Kooperator Engelbert Käß wird am 25.4.1876
III. Dompfarrkooperator in Regensburg.

Engelbert Käß wird 1884 Aushilfe im Kloster Waldsassen und bleibt bis 1891

BGR Käß verstirbt am 25. Okt. 1923 als freiresignierter Pfarrer und Dekan von Atting und Kommorant in Alt-Neustadt.

 

Englbert Käß war Pfarrer und Dekan von der Pfarrgemeinde Atting. Oberharthausen gehörte bis 1951 zu dieser Pfarrgemeinde. Unter seinem Nachfolger Friedrich Schrems erfolgte die Einpfarrung nach Perkam.

Früher wurde immer beim Totengedenken der ganzen Verstorbenen der Pfarrei samt ihren Pfarrern unserer Filialkirche gedacht. Wir waren damals noch Kinder, und wenn der Name Englbert Käß vorgelesen wurde, dann schmunzelten wir wegen dem Namen Käß.

 

Am 13. 10.2021 stand folgendes  in der Laberzeitung über diesen Pfarrer und Dekan von Atting Englbert Käß:

 

Englbert Käß

 

 P1160768kl Nachruf 
Tafel in Atting zum Andenken an Englbert Käß Nachruf der Attinger auf Pfarrer Englbert Käß

 

Auch die Motzinger waren Pfarrer und Dekan Englbert Käß zu Dank verpflichtet

 

Motzinger

Quelle: Webseite von Aholfing

 

 


 

1992 Anschaffung einer neuen Orgel in Oberharthausen

Im Rahmen einer feierlichen Maiandacht weihte Pfarrer Hans Buchner aus Perkam die neue, mechanische Orgel ein. Der Orgelsachverständige Eberhard Kraus, Domorganist aus Regensburg gab dabei ein kurzes Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach und Georg Muffart. Die Orgel stammt von der Orgelbaufirma Michael Weise aus Plattling. Sie kostet 78.000 DM.

„Das neue Instrument besticht durch ein glänzendes Plenum, das die gegebenen ungünstigen räumlichen Voraussetzungen, wie die ziemlich tiefe Empore und die geringe für die Orgel zur Verfügung stehende Höhe, beeindruckend überspielt. Verantwortlich dafür ist das kräftige klar führende Prinzipal, die hell brillante Oktave und das glanzvolle Larigot. Die Spielweise ist leicht und präzise. Die Registerzüge sind gut zu betätigen“,

so das Urteil des Domorganisten. 
Die Gehäusefront wurde von der alten Orgel übernommen. Der Gehäuseunterbau, die Seitenteile und das Dach des Manualteiles ist neu.

(Quelle: Dorfchronik Pfarrer Josef Schmaißer)

 

Domorganist Eberhard Kraus aus Regensburg

spielte die Orgel bei der Einweihung in Oberharthausen

 

Domorganist Regensburg Eberhard Kraus

 

Eberhard Kraus (* 17. Februar 1931 in Regensburg; † 23. Oktober 2003 ebenda) war ein deutscher Organist, Cembalist und Komponist. Zu seinem Hauptschaffen zählte seine Tätigkeit als Domorganist am Dom zu Regensburg von 1964 bis 1996.

Eberhard Kraus erhielt mehrere Auszeichnungen,
z. B. das Bundesverdienstkreuz am Bande, den Kulturpreis Ostbayern und den Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ von Papst Johannes Paul II.
Er engagierte sich für zahlreiche Sozialprojekte im Heiligen Land. 1975 wurde er vom Kardinal-Großmeister Maximilien Kardinal de Fuerstenberg zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 2. Mai 1975 im Regensburger Dom durch Lorenz Kardinal Jaeger, Großprior der deutschen Statthalterei, in den Orden investiert.

Des Weiteren verfasste er folgende Bücher und Schriften:

  • Historische Orgeln in der Oberpfalz. München 1990.
    Orgeln und Orgelmusik. Regensburg 1972, 3 Auflagen.
  • Mit Orgelklang und Paukenschall. Regensburg 1980.
  • Handbuch der Orgelpraxis zum EGB-Gotteslob. Regensburg 1977.
  • Orgeldokumentation der Diözese Regensburg, Folgen 1–4. Regensburg 1974–1987

    (Quelle: Wikipedia)

 

Pfarrer Hans Buchner weihte die neue Orgel ein

 

 

 

 Pfarrer Hans Buchner  Pfarrer Buchner Anzeige SR Tagblatt

 

Sterbebild

 


 

 

2011  Erweiterung der Kirchenorgel
(Bericht in Homepage Oberharthausen)

Vor zwei Wochen wurde die Kirchenorgel der Filialkirche Oberharthausen erweitert und neu gestimmt. Auf Anregung unseres Organisten, Herrn Heinrich Reif, wurden verschiedene Funktionen in die Kirchenorgel eingebracht, die in der ursprünglichen Ausführung nicht vorhanden waren. Somit kann Heinrich Reif unserer Kirchenorgel jetzt Töne entlocken, die bisher nicht gespielt werden konnten.

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Die Montagearbeiten erfüllte zur vollsten Zufriedenheit der Orgelbauer Bodo Durczok aus Deggendorf. Er fügte die fehlenden Pfeifen und auch die Gruppenschaltungen der Register handwerklich geschickt in die Orgel ein. Zum Schluß wurden die Pfeifen neu gestimmt. Der Organist und Herr Bodo Durczok waren vom Resultat sehr angetan. Das Klangbild der Kirchenorgel ist harmonisch und fügt sich auch durch die Erweiterung nahtlos in die gute Akustik der Kirche ein.

 

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Die Hl. Messe am 13. Oktober  war die Generalprobe. Nach dem Gottesdienst erklärte Heinrich Reif den begeisterten Zuhörern die neu dazugekommenen Funktionselemente anhand von passenden Liedern. Der große Einsatz erfolgte dann am Kirchweihsonntag, der in Oberharthusen ja traditionell mit der Gräbersegnung verbunden ist. Die Kirchenbesucher waren von dem Klang sehr angetan, weil Heinrich Reif ein Meister des filigranen Spiels ist und zu begeistern weiß.

 

 

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Man kann sagen, diese Investition ist gut angelegt, weil es als Wohlklang zu den Kirchenbesuchern zurückkommt. Herr Bodo Durczok erzählte, dass jetzt die Orgeln wieder so gebaut werden, wie vor hundert Jahren. Ohne großen elektronischen Aufwand, eben so wie man damals Kirchenorgeln gebaut hat. Nur den Blasebalg brauchen die Männer auf der Empore nicht mehr mit den Füßen zu treten. Aber sonst ist man wieder auf die Ursprünglichkeit zurückgekehrt,  und wir hier in Oberharthausen, haben genau eine solche.

 

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Unser Dank gilt dem Initiator Heinrich Reif, der Kirchenverwaltung mit Herrn Pfarrer Bock für die Zustimmung und nicht zuletzt dem Orgel- und Harmonienbauer Herrn Bodo Durczok. für seine ausgezeichnete handwerkliche Arbeit.
Musik aus der Kirchenorgel schmeichelt auch unserem Herrgott, und man ist sich sicher, daß er gerne während des Gottesdienstes den Klängen lauscht...

 

 

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Pfarrer Edmund Bock

feierte eine Hl. Messe nach der Erweiterung der Orgel

 

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Edmund Bock wurde am 17. September 1964 in Ergoldsbach geboren und wuchs in Neufahrn in Niederbayern auf. Nach dem Abitur studierte er Theologie in Regensburg und Wien. Im Jahr 1994 wurde Edmund Bock zum Priester geweiht. Danach folgten zwei jeweils dreijährige Kaplanstellen in Eschenbach in der Oberpfalz und in der Hauptstadt des Bezirks Niederbayern. In Altheim bei Landshut wirkte Bock dann zwei Jahre als Administrator. Am 21.09.2002 war seine Installation in der Pfarrei Perkam. Es wurde ein Gottesdienst mit Dekan Birner und BGR Webergefeiert.
In seine 14 jährige Wirkenszeit fiel die Restauration des Hochaltarbildes und die Erneuerung und Umsetzung des Missionskreuzes. Am 1.9.2016 wechselte er in die Pfarrei nach Riedenburg im Altmühltal.

 Pfarrer Edmund Bock beim Prangertag in Oberharthausen

 

 

Organist Heinrich Reif

war Anstossgeber für die Erweiterung der Oberharthausener Orgel.

Heinrich Reif ist ein versierter Musiker, Sänger, Chorleiter und Komponist. Er verfasste auch zahlreiche Kirchenführer.

Heinrich Reif hat u.a. 1990 die Perkamer Gemeindemesse  komponiert und ganz aktuell zur Einweihung der Kirchenogel in Antenring ein Wallfahrtslied.

1978 führte er das weithin bekannte Advents- und Weihnachtssingen in Perkam ein.

 

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Der "Chor der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Atting-Perkam"

unter der Leitung von Heinrich Reif. (Quelle: Markus Retzer)

 

Heinrich Reif leitet seit zwanzig Jahren den

Chor der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Atting – Perkam

(Auszug aus der Webseite : https://www.pfarrei-atting.de/unsere-pfarrkirche-atting/kirchenmusik/kirchenchor/)

 

Kirchenmusik hat in Atting eine lange Tradition. Seit vielen Jahrzehnten gibt es durchgehend einen Kirchenchor in Atting mit jeweils langjährigen Chorleitern.

  • Im Jahr 2001 konnten wir Herrn Heinrich Reif als neuen Chorleiter gewinnen und uns durch ihn mit dem Kirchenchor Perkam zusammenschließen. Seither können Sie uns in den Pfarrkirchen beider Pfarreien hören.

  • Unsere Hauptaufgabe ist die musikalische Gestaltung von festlichen Gottesdiensten, v.a. an Weihnachten, Ostern, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Kirchweih und anderen Festtagen ca. 20 mal im Jahr.

  • Gerne gestalten wir auch Hochzeiten mit schwungvoller moderner oder klassischer Kirchenmusik. Außerdem beteiligen wir uns am alljährlichen Adventsingen der Pfarrei Perkam.

  • Wir singen meist vierstimmig mit und ohne Orgel oder mit Orchesterbegleitung. Eine vielfältige und abwechslungsreiche Gestaltung der Kirchenmusik ist uns möglich durch unser großes Notenarchiv. Es umfasst Werke bekannter und weniger bekannter Komponisten aus dem 15. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.

  • Unsere Chorgemeinschaft besteht derzeit aus 30 Mitgliedern. Sie kommen aus allen Himmelsrichtungen und umliegenden Ortschaften (Atting, Rain, Wiesendorf, Perkam, Pilling und vielen mehr) und allen Altersklassen. Trotzdem haben auch wir, wie alle Kirchenchöre, Nachwuchsprobleme.

  • Haben Sie Lust mitzusingen?
    Wir laden Sie ganz herzlich ein – wenn Sie Freude am Singen haben, dann sind Sie bei uns richtig! Niemand muss alleine vorsingen – in der Gemeinschaft lernt sich alles leichter.
    Wir treffen uns immer freitags um 19:30 in der Alten Schule in Atting im 2. Stock in unserem Chorraum zur Singstunde. Kommen Sie einfach unverbindlich vorbei oder lassen Sie sich von einem unserer Chormitglieder mitnehmen. Wir freuen uns auf Sie.

Kirchenchor Ehrung

Ehrung des Kirchenchores Atting-Perkam