Hundeverzeichnis der ehemaligen Gemeinde Oberharthausen von 1956

 

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In Oberharthausen waren schon immer "Hundleng (freche Burschen) " zu Hause. Es gab aber auch immer viele Hunde, wie das Hundeverzeichnis von 1956 zeigt.  Hierin wurden die Hundebesitzer wegen der anfallenden Hundesteuer von der Gemeinde erfasst und auch die verschiedenen Rassen beschrieben. Es zeigte sich, dass manche Besitzer gleich zwei Hunde auf dem Hof hatten. Die Anzahl der Hunde im Dorf liegt jetzt wohl um die 10 Stück. Die Jäger im Dorf (Märkl Xare und Aigner Grollhof) hatten und haben immer noch Jagdhunde. Damals hatten einfach viele einen Hofhund, weil zu der Zeit noch viele Diebe oder sonstige Gesellen unterwegs waren, die abgelegene Höfe aufsuchten, oder auch nachts gerne nach Diebesgut Ausschau hielten. Da war so ein Hofhund natürlich als Wachhund sehr nützlich. Es waren auch ganz gefährliche scharfe Kettenhunde darunter, denen man nicht zu nahe kommen durfte.  Wenn dann Hündinnen läufig wurden, dann rissen sich manchmal Hunde von der Kette ab um zu der "Hundsmatz", wie man früher sagte, zu gelangen. Dann liefen sie frei herum, was für alle gefährlich werden konnte. Es gab aber auch gutmütige Hunde, wie das Bild unten vom Schiesl- Opa zeigt.

Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring


Der Hubert Zellmer weiß eine schlimme Geschichte von ihrem Hofhund. Der Zellmerhof hatte immer einen "Gmoistier",  einen Gemeindestier zum Besamen der Kühe. Xare Mayer war damals ein junger Bursch und hat angefragt, ob er die Kuh zum Decken bringen kann. Dann ging er heim und holte sie. Er kam aber zu einer Zeit, als die Dienstboten vom Roßstall beim Kaffeetrinken im Haus waren. Diese "Bamer", wie sie genannt wurden, halfen sonst immer beim Natursprung mit. Aber an diesem Tag war der Xare deshalb allein. Es war so, dass der Zellmerhof zwei große Hunde ( wahrscheinlich gekreuzte Schäferhunde) hatte. Einen hatten sie Tags zuvor dem Wild Karl gegeben, weil er keinen hatte. Dieser lief aber in der Nacht wieder heim auf den Hof. Als der Xare in den Rosstall um den Stier wollte, ließ ihn dieser Hund nicht hinein und stellte sich ihm bellend entgegen. Daraufhin wurde der angehängte Hofhund wild und zerrte so lange an seiner Kette, bis sie schließlich riß. Sofort stürzte sich der Hofhund auf den Mayer Xare und riß ihn zu Boden. Er hat ihn dermaßen gebissen, dass er später dann ins Krankenhaus musste und lange krank geschrieben war. Der Hubert sagt, seine Hose und seine Kleidung hingen ihm nur noch in Fetzen am Körper. Xare hatte sich geistesgegenwärtig auf den Bauch gelegt, um ihn zu schützen. So biss ihn der Hund halt überall am Rücken und vor allem an den Füßen. Hubert sagt, er hat ihn richtig zugerichtet, wie man in Bayern sagt.  Eine Dienstbotin, die Semmelbauer Anni, hörte auf einmal das Gebelle, und hat den Hund mit einer "Mistkrucka", einem Gerät zum Stall ausmisten, davongejagt. Xare war einige Zeit im Krankenhaus. Hubert sagt, dass der Hund eigentlich nie was gemacht hat. Aber er hat wohl gemeint, der Xare will dem anderen Hund was antun, ist er wild geworden. Gottseidank ist beim Xare alles wieder geheilt. Aber er hat zeitlebens die großen Hunde gefürchtet.


 

 

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hier folgt eine kleine Zusammenstellung der 25 Hunde und ihrer Anzahl nach Rassen aus den Akten.
Hauptsächlich hatten die Bauern damals Schäferhunde als Hofhund.

 

Hunde sw

 

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Das war der Schäferund des letzten Dorfhirten Ludwig Stadler. Er hieß "Wasser".

Früher war auf dem heutigen Boltzplatz die Dorfweide.

Davor war ein Unterstand und hier hatte auch der Hirtenhund seinen Platz.
 
Hier wartete er bis der Dorfhirte zu seinem Austrieb ins Horn blies.

 

Schäferhund 1

 

Das war der Schäferhund von Johann Schiesl senior

 

Schäferhund mit Körchen zum Bierholen

 

Das Bild zeigt den Schäferhund von Johann Schiesl senior mit einem Körbchen im Maul.

In den Korb legte der Schiesl Geld zum Bier holen rein,

und der Hund lief selbständig zum Wirtshaus Wacker

und holte ihm das Bier. Die Wirtsleute wussten schon bescheid,

und legten das Wechselgeld mit dem Bier in den Korb.

Das hatte ihm der Schiesl-Opa  gelernt.

 

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Franz Pömmerl mit dem Schäferhund vom Johann Schütz

(Straße nach Perkam war da noch ein Feldweg und wurde erst 1973 geteert)

 


 

Wie wichtig ein guter Wachhund für einen Hof war, zeigt 

folgender Bericht in der Laberzeitung  von 11. Oktober 1921 vom Gasthaus Wacker

 

1921 

 

und wie es ausgehen kann, wenn kein Hund auf dem Hof wachte, zeigt uns diese Anzeige.

Im selben Jahr 1921, nur 4 Wochen früher, stahlen Diebe zwei Frischlinge

vom Stall des Anwesens von Therese Sax.

 

Schweinedieb 11.10.2021 bei Sax

 


 

Im Jahre 1935 kamen Hundekäufer aus Nürnberg bis nach Oberharthausen,.

die Hunde mit Abstammung aufkauften (Bericht Laberzeitung von 1935)

 

1935 kl

 

 


 

Der frühere Wirt auf der späteren Tafernwirtschaft Wacker,

Herr Sebastian Reif, hielt im Oktober 1873  hier in Oberharthausen ein Hunderennen ab.

Wie die Ergebnisse waren, kann man leider nicht mehr festestellen.

 

23.10.1873 Hunderennen und Küchelfest

 


Aber im Jahre 1975 hatte Oberharthausen einen Starter im Hunderennen in Schwimmbach. 

Der "Lumpi" von Aigner Josef, belegte mit Uli Aigner als Coach in diesem Rennen einen hervorragenden 4. Platz.

Zuvor hatte er auf der Dorfstraße mit ihm geübt. Sie führten ihn bis zum Wacker herunter und

Uli rief ihn oben beim Aignerhaus. So war er bestens vorbereitet. Da in der Konkurrenz

ja dressierte Rassehunde mitliefen, ist dieser 4. Platz ein großer Erfolg.

 

Straubinger Tagblatt von 1975

 

1975 Hunderennen in Schwimmbach 4. Preis Aigner