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Vor 75 Jahren wurde Sebastian Mayer als 1. Bürgermeister von Oberharthausen nach dem Krieg eingesetzt

 

Als am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulatíon unterschrieben wurde, galt dieser Tag in Europa und auch Deutschland als Tag der Befreiung vom Nazi-Deutschland.

 

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Generaloberst Jodl, von Reichspräsident Dönitz dazu autorisiert, unterzeichnet am 7. Mai 1945 im Hauptquartier der Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.Als Zeitpunkt für die Einstellung aller Kampfhandlungen in Europa wurde der 8. Mai, 23:01 Uhr festgelegt. (Quelle: Wikipedia)

 

Es gibt kaum ein eindrucksvolleres Zeichen des grundlegenden Bruches mit der Vergangenheit als das historisch einmalige Phänomen, dass Ende April und Anfang Mai 1945 mit einem Schlage alle bisherigen Funktionsträger in der gesamten Region hinweggefegt wurden. Es war ein operativer chnitt, wie er tiefer nicht sein konnte. Die Gemeinde- und Staatsbediensteten, von denen die meisten parteipolitisch durch Mitgliedschaft in einer der NS-Organisationen von „politisch unbelasteten“ Personen ersetzt werden, die nicht selten – wie sich herausstellte – auch im fachlichen Wissen und Können „unbelastet“ waren. Vom Vertrauen und vom Wohlwollen der amerikanischen Militärregierung waren alle Angehörigen deutscher Dienststellen abhängig.

Die Einsetzung der neuen deutschen Zivilverwaltungen begann in unserer Region noch vor der Gesamtkapitulation des dritten Reiches am 8. Mai 1945. Ein Oberbürgermeister, drei Landräte, 44 Bürgermeister des damaligen Landkreises Straubing wurden neu bestimmt. Die neuen Amtsträger durften keine NS- Belastung aufweisen, sollten breite Unterstützung beim Volk genießen.

Am 13. Mai 1945 trat die Gemeinde Oberharthausen zusammen, um einen Gemeinderat aufzustellen:

Auf Grund der Anordnung des Herrn Bickleder, Landrat des Landkreises Straubing, wurde am 7. Mai 1945 der Bauer Sebastian Mayer in Oberharthausen als 1. Bürgermeister der Gemeinde Oberharthausen berufen.

 


 

Niederschrift der Sitzung:

Aufgenommen am:  13. Mai 1945 zu Oberharthausen

Gegenstand der Beschlussfassung: Neubildung des Gemeinderats Oberharthausen

Gegenwärtig:

1. Bürgermeister: Sebastian Mayer

2. Bürgermeister  

    Schriftführer:   Geiger

Auf Grund der Anordnung des Herrn Bickleder, Landrat des Landkreises Straubing, wurde am 7. Mai 1945 der Bauer Sebastian Mayer in Oberharthausen als 1. Bürgermeister der Gemeinde Oberharthausen berufen.

Ferner wurde auf Anordnung des Landrates in Straubing die Neubildung des Gemeinderates Oberharthausen vorgenommen.

Als Gemeinderäte für Oberharrthausen werden folgende Herren aufgestellt:

  • Danner Josef, Bauer in Oberharthausen, zugleich mit der Führung der Gemeindekasse beauftragt
  • Wild Peter , Bauer in Oberharthausen
  • Gürster Michael, Bauer in Oberharthausen
  • Aigner Josef, Bauer in Oberharthausen
  • Peringer Josef, Bauer in Oberholzen

Zugleich wurde die Wahl des 2. Bürgermeisters vorgenommen.

Mit 5 gegen 0  Stimmen wurde der Bauer Peter Wild als 2. Bürgermeister gewählt. Sämtlich vorstehend genannte nehmen die Berufung, bzw. die Wahl laut Unterschrift an.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Mayer, 1. Bürgermeister

Wild, 2. Bürgermeister

Josef Danner

Josef Aigner

Michael Gürster

 


 

Fotografie der Niederschrift vom 13. Mai 1945  - 

Sitzungsbuch der damaligen Gemeinde Oberharthausen ( Archiv Stadt Geiselhöring):

 

SSitzung 13. Mai 1945 Neubildung des Gemeinderates 1

 

SSitzung 13. Mai 1945 Neubildung des Gemeinderates 2

 


 

Wer war Sebastian Mayer?

 

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              Sebastian Mayer mit Kindern                        Sebastian Mayer  Sterbebild Sebastian Mayer
     
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                          Sebastian Mayer Sebastian Mayer mit Frau und Kindern  

 

 

Herr Sebastian Mayer wurde am 16.5.1887 geboren und starb am 17. September 1952 im Alter von 65 Jahren nach längerem schweren Leiden. Herr Sebastian Mayer war mit Frau Margarethe Mayer, geb. Gürster (geb. 3.7.1890) seit 1919 verheiratet. Aus dieser Ehe gingen 6 Kinder hervor. Sebastian Mayer war Bauer und führte das elterliche Anwesen, dass er vom Vater Xaver Mayer am 2.12.1919  übernommen hatte.

  • Sebastian Mayer war Soldat im 1. Weltkrieg in Frankreich. Er zog sich eine schwere Verwundung am Fuß zu, die fast zu einer Amputation geführt hat. Ein Arzt wollte ihm am nächsten Tag den Fuß abnehmen. Gottseidank war dieser aber am nächsten Tag nicht mehr da, und der Fuß blieb dran. Er trug aber lebenslang orthopädische Schuhe.
  • Bei der Burschenfahnenweihe 1932 in Oberharthausen war er Vorstand des Festvereins.


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    Katholischer Burschenverein bei der Fahnenweihe 1932

    Sitzend von links: Walkshäusl Josef, Wild Josef, Mayer Sebastian Vorstand., Kooperator Schoyerer Karl,
    Schiesl Johann, Loichinger Xaver., Janker Jakob
    Stehend von links: Stautner Ludwig, Knecht bei Mayer, Englberger Josef, Krinner Johann., Sax Jokob,
    Wild Peter mit Fahne, Gruber Michael, Zellmer Johann, Walkshäusl Alois, Gruber Wolfgang
    und Taferlbub Aigner Johann aus Grollhof


  • Im März 1933 fanden die Reichstagswahlen statt, bei der die NSDAP 43,9 % der Stimmen erreichte. Sebastian Mayer wählte aber nicht diese Partei. Da ja viele „Nazis“ auch Spitzeldienste verrichtenten, wurde Sebastian Mayer auch denunziert. Die Polizei holte ihn nach den Wahlen ab und sperrte ihn in Straubing ins Gefängnis. Als Grund für die Verhaftung gaben sie „Schutzhaft“ an. Nach ein paar Wochen wurde er wieder entlassen. Er war zusammen mit Karl Bickleder, dem späteren Landrat aus Straubing eingesperrt.

  • Als Straubing bombardiert wurde, kamen um die 20 Waisenkinder von Straubing aus Furcht in Richtung Oberharthausen. Als sie nicht mehr wußten wohin sie gehen sollten, riet ihnen ein Schweinehändler, sie sollen zum Sebastian Mayer nach Oberharthausen gehen, der nimmt euch schon auf. Sie wurden dann auch alle im Haus Mayer aufgenommen und schliefen zuerst in dem Heuboden, aber dann wegen der Kälte in der Stube am Boden bei aufgeschüttetem Stroh. 
  • Sebastian Mayer war es auch, der die Aufräumarbeiten nach der Bombardierung des Dorfes organisierte und kümmerte sich darum, dass der Sohn Michael der Familie Gürster vom Krieg nach Hause durfte, nachdem der Vater und die Schwester Opfer des Bombenangriffes geworden waren. Bei dem Bombenangriff am 5.5.1945 gab es drei Todesopfer.

  • Als der Krieg zu Ende war suchten die amerikanischen Besatzer Bürgermeister für die Dörfer. Auch in Oberharthausen wurde gesucht, und gefunden. Es war Sebastian Mayer, dem die Amerikaner durch dessen Abneigung zur NSDAP und nachfolgender Bestrafung durch diese Partei, ihr Vertrauen schenkten.

  • Landrat Dr. Karl Bickleder war es dann, der Sebastian Mayer am 7. Mai 1945 zum Bürgermeister von Oberharthausen einsetzte. Am 13. Mai wurde dann der Gemeinderat gewählt (siehe oben). Dieses Amt hatte Sebastian Mayer bis zur ersten freien Wahl 1948 inne. 1948 wurde Johann Schiesl zum 1. Bürgermeister und Sebastian Mayer zum 2. Bürgermeister gewählt.

Amtseid, den die Bürgermeister vor den Amerikanern ablegen mussten,

hier als Beispiel der Amtseid des Bogener Bürgermeisters:

Amtseid


Bickleder 1

Bickleder 2

 (Quelle: Schicksalstage im Herzen Ostbayerns ,2019 Helmut Erwert)


 

Vor 75 Jahren war der Krieg zu Ende. Durch die Niederlage der Wehrmacht wurde alles anders. Die Amerikaner wollten so schnell wie möglich die Amtsgeschäfte wieder in deutsche Hände legen. Dazu suchten sie nach vertrauenswürdigen Personen, die nicht in der NSDAP waren. So ein Mann war eben Sebastian Mayer. Eingsperrt und verraten, weil er nicht diesem Regime angehören wollte. Dort im Gefängnis traf er auf den Mitinhaftierten späteren Landrat Bickleder, der ihn dann in das Amt des 1. Bürgermeisters brachte.

Die Aufgabe zum Neuanfang im Dorf war bestimmt nicht einfach. Da brauchte man schon Leute mit Durchsetzungsvermögen und Verstand und einen guten Gemeinderat. Anscheinend war das in Oberharthausne der Fall.
Wir als Dorfgemeinschaft sind diesen Männern der 1. Stunde großen Dank schuldig. Sie haben Verantwortung übernommen und uns als Gemeinde Jahrzehnte gut geführt. 

Danke dem Gemeinderat, danke Sebastian Mayer!

 

 


ile laber

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