
Die Herde zieht geschlossen durch das Dorf
Am 2. Oktober war es wieder so weit. Franz Pömmerl, der am Feld arbeitete, brachte die Meldung ins Dorf, dass der Schäfer wieder kommt. Julian Schiltz trieb, so wie schon die letzten Jahre, seine Herde von 800 Schafen, 4 Eseln und zwei Pferden Richtung Wallersdorf in ihr Winterquartier. Kinder freuten sich über diesen grandiosen Anblick. Sogar die Mauerer im Neubaugebiet gefiel der Anblick dieser durchreisenden Kolonne. So schnell die Tiere gekommen waren, waren sie auch wieder weg. In sehr geordneter Führung folgten die Tiere ihrem Herrn, und zwei zusätzliche Helfer machten die Nachhut. In Pönning wurde bei einer Wiese Rast gemacht um dann bis nach Gundhöring weiter zu marschieren, wo dann für die Nachr gepfercht wurde. Hier konnte Mensch und Tier die Nacht verbringen und heute ging es weiter Richtung Heimat nach Wallersdorf.
Es ist immer ein toller Anblick, wenn der Schäfer kommt. Jedem kommt ein Lächeln ins Gesicht und die Kinder sprangen vor Freude. Schön dass der Schäfer Julian seinen Weg durch Oberharthausen nimmt. Wir wünschen ihm und seinen Tieren und Helfern einen guten Marsch und eine sichere Ankunft in der Heimat.
Über Sommer weidet der Schäfer im Arbergebiet. Dort machen seine Schafe zusammen mit 120 Ziegen landschaftspflegerische Maßnahmen, d.h. die Schafe und Ziegen sichern nachhaltig die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und verbessern die Lebensräume und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt am Arber", sagt Naturpark-Gebietsbetreuer Johannes Matt.
Die Tiere beginnen ihr Werk am Arber zunächst auf der Chamer Seite im Bereich der Mooshütte, bevor sie dann in den tieferen Lagen bei Arber-hütte weiden. Dort werden auch teilweise die Ausgleichsflächen der Arber-Bergbahn abgeweidet, die dadurch ihrem ökologischen Zielerreichungsgrad im Lauf der Zeit näherkommen. Anschließend geht es hinauf zu den Skipisten am Großen Arber.
Und auch bei der Bergbahn sind die Tiere willkommen. Dort werden die Schafe seit Jahren von den Mitarbeitern unter anderem mit Wasser versorgt, der Schäfer wird stets unterstützt. Nachdem die Beweidung in den letzten Jahren hier kontinuierlich fortgeführt wurde, konnten nun Bereiche der Skipisten in das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm übernommen werden. "Damit unterstützen wir die Beweidung finanziell und erhalten so ökologisch wertvolle Flächen am Arber", erläutert Rosemarie Wagenstaller von der Unteren Naturschutzbehörde.
Vor Ort naturschutzfachlich begleitet wird die Beweidung von Johannes Matt, dem Gebietsbetreuer für die Arberregion. "Sensible Bereiche mit beispielsweise Arnika, Orchideen, oder vergleichbaren Arten werden im ersten Weidegang ausgezäunt, damit sie aussamen können. Im zweiten Durchgang werden die gesamten Flächen beweidet, damit diese konkurrenzschwächeren Pflanzenarten sich gegenüber den Grasarten durchsetzen und wachsen können", erklärt Matt. Daher werde auch der botanisch sehr bedeutende Gipfelbereich des Arbers relativ spät, erst im Hochsommer, beweidet.
Darüber freut sich auch Bergbahn-Chef Thomas Liebl. Er weiß, dass die Schafe auch eine Attraktion für die Arber-Besucher sind: "Die Gäste am Arber sind ganz begeistert von den lebenden Landschaftspflegern und dem besonderen Anblick dieser grasenden Gemeinschaft".
Quelle: PNP (Passauer Neue Presse)


Schäfer Julian Schlitz ist mit seinen Tieren am Arber ein willkommener Gast. Auch die Bergbahn unterstützt ihn kräftig.



















