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80. Geburtstag Schiesl Gertraud

 

Pfarrer Markus Daschner gratuliert Frau Gertraud Schiesl zum Achzigsten!

 

Am 6. Februar konnte Gertraud Schiesl ihren 80. Geburtstag  feiern. Was in normalen Tagen eine große Feier geworden wäre, ist jetzt in Coronazeiten nicht möglich. Jetzt werden die Glückwünsche hauptsächlich mittels Telefon oder Grußkarten übermittelt.

Herr Pfarrer Markus Daschner besuchte die Jubilarin um ihr mit einem kleinen Präsent zu gratulieren. Nur das Foto wurde ohne Masken gemacht und man rückte auch etwas zusammen. Ansonsten wurden die Hygienevorschriften (Masken und Abstand) vorschriftsmäßig eingehalten. Das Foto wurde von der Tochter angefertigt.

Frau Gertraud Schiesl wurde am 6. Februar 1941 in Hadersbach  als Gertraud Heinrich geboren. Sie wuchs zusammen mit den Brüdern Hans und Xaver und der Schwester Hilde auf. Sie arbeitete auf dem elterlichen Hof mit. Der Sohn Xaver übernahm dann den Hof.

Am 23.11.1963 heiratete sie Hans Schiesl aus Oberharthausen. Am 7.1.1964 übernahmen sie den Hof von den Eltern Johann und Kreszenz. Es kamen die Kinder Gertraud, Claudia und Robert zur Welt. Es lebten damals noch die Eltern vom Ehemann Hans,Johann und Kreszenz Schiesl und auch die Großmutter, Frau Ernst in dem Haus. Aus Platzmangel bauten dann Hans und Gertraud 1966 ein Wohnhaus und zogen 1967 ein.

Ein harter Schlag traf die Familie Schiesl Weihnachten 1966. Die Schweine wollten einfach nimmer fressen. Der Tierarzt wurde geholt und es stellte sich schon bald die Gewissheit heraus, dass die Schweine die Maul- und Klauenseuche haben. Ja was war dass für eine Aufregung im Dorf. Man hatte Angst, daß andere Höfe auch von dieser Krankheit angesteckt werden würden. Das Veterinäramt in Straubing versiegelte den Hof vom Hans Schiesl. Es wurde ein Band um den Hof gespannt und es durfte von der Familie niemand den gesperrten Bezirk verlassen. Die kranken Schweine, aber auch alle Ferkel wurden unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften abgeholt. Die Kühe waren nicht angesteckt, aber es durfte auch keine Milch geliefert werden. So rührte der Hans Schießl täglich an die 40 Liter Milch zu Butter aus. Da der Hans ein leidenschaftlicher Raucher war, hatte er jetzt auch damit ein Problem, weil er ja den Hof nicht verlassen durfte. Ich erinnere mich noch, dass es zu Hause untersagt worden ist, dem Hans die Hand zu geben oder sich ihm zu nähern. Aber er schickte einfach das Nachbarkind, also mich,  zur Wacker Soph zum Zigarettenautomaten, und ich war brav und holte sie auch. Da der Hans gerade dabei war den Hof von Kühe auf Schweine umzustellen, hatte er nicht soviel Platz für alle schon angehäuften Schweine. Deshalb hatte er im Dorf angefragt, und beim Schütz in Oberharthausen dann Schweine untergestellt. Das hatte zur Folge, dass auch dessen Hof gesperrt wurde. Es waren zwar auf diesem Hof keine Maul- und Klauenseuche kranken Schweine, aber raus durften sie trotzdem 4 Wochen nicht. Nachdem vom Schiesl Hof alle Schweine abtransportiert worden waren, mussten die ganzen Stallungen desinfiziert werden. Den Schaden für die Tiere hat die Tierseuchenkasse anteilmäßig bezahlt . Nach 4 Wochen war der Spuk vorbei, und alle im Dorf atmeten wieder auf. Der erste Gang vom Hans war zur Wacker Soph zum Zigarettenautomaten…

Aber da ein Unglück nicht selten allein kommt, bekam er auch noch mit den ersten fünf gekauften Schweinen die Schweinepest in den Stall. So musste er auch diese Schweine wieder schlachten und noch einmal neu anfangen. Die Zahlungen der Versicherung waren mäßig, so dass Hans und Gertraud hart arbeiten mussten, um den Verlust wieder herein zu bekommen.

Hans und Gertraud waren fleißige Leute. Sie brachten den Hof in Schwung. Hans arbeitete nebenbei als Ferkelhändler und auch in der Kartoffelfabrik in Sünching im Schichtbetrieb. Gertraud kümmerte sich um den Stall. So führten sie miteinander ein schönes und zufriedenes Leben. Am 30. 12. 2017 verstarb ihr Ehemann Hans Schiesl. Seitdem wird sie von Tochter Gertraud mit dem Ehemann Martin Leibl wenn nötig versorgt.

Gertraud Schiesl ist eine begnadete Gartlerin. Sie hatte ja schon bei der Firma Spannfellner Straubing und bei Ebner Erdbeeren mitgeholfen. So hat sie jedes Jahr die schönesten Tomaten und Erdbeeren. Zwei Treibhäuser vervollständigen den Gartenbetrieb. Die Tomaten für heuer hat sie schon vorgezogen.  Nebenbei hat sie auch noch 5 Hühner laufen, an denen sie große Freude hat.

Sie ist zufrieden wie es ist, obwohl sie durch mehrere Stürze am Schulterbereich gehandicapt ist. Aber es wäre nicht Gertraud Schiesl, die durch ihre Zähigkeit wieder zu guter körperlicher Form gefunden hat.

Gertraud Schiesl nimmt auch regelmäßig bei den Veranstaltungen der Landfrauen im Gemeinschaftshaus teil. Was ihr halt fehlt, sind die Gespräche, die jetzt durch Corona unterbunden sind.

Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen wünscht Gertraud Schiesl alles Gute zu Ihrem 80. Geburtstag! Gesundheit, Zuversicht und Lebensfreude sollen ihr Begleiter im neuen Lebensabschnitt sein. Möge der Herrgott immer ein schützendes Auge auf sie werfen….

 

80. Geburtstag Hans Schiesl
Hier mit Ehemann Hans Schiesl zu dessen 80. Geburtstag 2017

 

Landfrauen

Lustige Runde bei den Landfrauen im Gemeinschaftshaus

 


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