Jungbullen ausgebüchst - eine wahre Geschichte

So friedlich sind die Jungbullen im Stall, aber wehe wenn sie Hunger haben...
Der Bauer Franz Braun von Oberharthausen mästet Jungbullen in seinen Ställen. Sie sind in einem Flegelalter und scherzen und tollen rum. Als er im November eines Abends bei der Futterzeit noch bei der Kartoffelernte war, kam es, dass 18 Rinder aus dem Stall ausbrachen.War es Hunger der sie antrieb, oder vielleicht auch der Wunsch Lebenserfahrung in Freiheit zu sammeln, brachten den Stall zum Bersten. Sie schwärmten aus in Richtung Pönning, Gundhöring und kamen bis in den Mettinger Wald. Der Großteil der Jungbullen konnten von Bundeswehrsoldaten, die im Nachbarhaus wohnen, eingefangen werden. Dieser Vorfall sprach sich schnell herum, so dass die Bauern in Metting und Pönning nach den Bullen Ausschau hielten. In Metting meinte der Jäger Steinberger sogar, er habe Fußspuren von einem großen Keiler (Wildschwein) gesehen und ist gleich zur Jagd angesessen. Ein Rind lief bis Gundhöring und stieg in eine Weide zu den Pferden. Beim Haus von Siegfrid Nißl in Pönning sind sie zweimal durch seinen Garten, wie bei einem Pferdetrieb im Wilden Westen. Zwei andere sprangen in Pönning über den Zaun zu den Rindern von Adolf Buchecker. Genau am Hl. Abend kam ein Jungbulle von alleine zurück in den Stall. Er wollte einfach zu Weihnachten zu Hause sein. Franz hatte es der Polizei gemeldet, und sie fuhren Streife, aber ohne Erfolg. Nur die Frau Zisterer hatte sie im Fernglas und konnte Franz einen Hinweis geben. So kamen mittlerweile alle wieder in ihren Stall zurück. Alle? Nein nicht alle!

Ausbrecherkönig "Robin Wood" ist wieder unter seinen Brüdern
Ein schöner schwarzer Bulle wollte partout nicht mehr heim und versteckte sich im Mettinger Wald. Er ließ sich nicht fangen, auch von seinem Herrn Franz nicht. So machte Franz aus der Not eine Tugend, und brachte ihm Futter an den Waldrand, das er dann fraß wenn die Luft rein war. Den ganzen Winter, von November bis April, blieb „Robin Wood“ im Wald und Franz von Locksley (Franz Braun) fütterte ihn fleißig. Man weiß ja nicht, ob es Revierkämpfe mit alten Rehböcken gab, aber zumindest hat er Soldaten am Truppenübungsplatz aufgesprengt, die es fast nicht glauben konnten, als sie auf einmal ein Rind ansah. Dann kam das Frühjahr und Adolf Buchecker aus Pönning trieb seine Jungkühe wieder auf seine Weide. Es sind schöne helle Piemonteser-Rinder die sich auf der Alm den Sommer vertreiben.

diese eleganten "Piemonter Damen" hatten es "Robin Wood" angetan
Es muß der Duft der Jungdamen gewesen sein, die sich bis nach Metting ausgebreitet hatten. Einer inneren Stimme und seinen Hormonen gehorchend folgte er dieser Spur. Diesen Reizen konnte auch „Robin Wood“ als neugieriger Jungbulle nicht widerstehen. Diese Rinderrasse hat sehr wenig Fett, und die Rinderdamen haben eine schöne schlanke Taille, das dem Jungbullen die Sinne nahm. So kam es, dass er in die Weide zu den „jungen Damen“ einstieg.

Robin Wood fühlt sich unter den Piemonter Damen sauwohl...
Das wiederum bemerkte natürlich der Rinderzüchter Adolf Buchecker und informierte Franz Locksley. Er versteckte sich zwar immer hinter den Damen, aber mit vereinten Kräften konnte dann „Robin Wood“ wieder in seine „Burg in Locksley“ zurückgebracht werden. Hier steht er nun wieder mit seinen anderen „Ausbrechern“ im Stall. Er erzählt ihnen von seinen Heldentaten im Wald und wird sich wahrscheinlich schon den nächsten Ausbruchsversuch überlegen, wenn der Wind von der Pönninger Alm die Düfte rüberweht…
Vielleicht sollte Franz dem Robin eine junge Rinderdame zur Seite stellen. Dann hätte er eine Freundin und würde auch ruhiger werden. Aber von einem Bullen weiß man das ja nie…

Streicheleinheiten von Franz für seinen Ausbrecher "Robin Wood"


















