Heute wurde nach dem gut besuchten Gottesdienst in Oberharthausen die Gefallenehrung abgehalten. Am Kriegerdenkmal wehten eifrig zwei Fahnen und eine Feuerschale spendete den Toten Licht. Vier Abordnungen von Vereinen fanden sich zur Ehrung ein. Die Feuerwehren von Pönning und Oberharthausen, sowie die Landjugend Oberharthausen und die Krieger- und Soldatenkameradschaft erwiesen den Vermissten und Gefallenen die Ehre. KuSK Vorstand Johann Stierstorfer hielt eine mahnende Rede zu den Kriegen und deren Auswirkungen auf der Welt und legte danach einen Kranz nieder. Musikalisch umrahmt wurde die Ehrung vom Musiker Andreas Krehbil aus Bernloh, der „Näher mein Gott zu dir“, „Der gute Kamerad“, die „Bayernhymne“ und das „Deutschlandlied“ mit der Trompete ergreifend spielte. Der Herr Pfarrer Markus Daschner sprach die Gebete und spendete Weihrauch und Weihwasser. Mit zwei Strophen von „Segne du Maria“ wurde die besinnliche Gefallenenehrung beendet.
Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen bedankt sich recht herzlich bei den Vereinen und Gottesdienstbesuchern für ihr freundliches Erscheinen zum Gottesdienst, eine Kirchenzählung ergab 66 Gläubige. Es ist schon ein ehrwürdiger Anblick, so viele Kameradinnen und Kameraden wie heute in stolzer Vereinskleidung beim Gemeinschaftsbild zu sehen. Danke dem KuSK Vorstand für seine rührenden Worte und danke dem Herrn Pfarrer für die Abhaltung der Hl. Messe.
Rede von Vorstand Johann Stierstorfer:
Am heutigen Volkstrauertag gedenken wir der Opfer vom Krieg, Gewalt und Terrorismus. Wir erinnern uns an die Soldaten, welche gefallen sind, aber auch an die vielen zivilen Opfer, Männer, Frauen und Kinder. Heute ist nicht nur ein Tag des Gedenkens an die Vergangenheit sondern auch ein Tag an dem wir uns der Gegenwart und Zukunft stellen. Wir gedenken derer, die durch Hass, Verfolgung, oder weil sie als Schwache galten, ums Leben kamen. Wir denken an jene, die ihre Heimat verloren und fliehen mussten. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit und den Opfern von Massakern, von Terrorismus und politischer Verfolgung. Wir trauern mit allen Trauernden und teilen ihren Schmerz. Noch immer ist Krieg in der Ukraine, wo unmenschliches Leid, Hunger, Kälte und Not mitten in unserem Europa. Kinder, die ohne ihre Väter aufwachsen, Mütter, die ihre Söhne und Töchter vermissen, Jugendliche, die in den Krieg ziehen müssen. Wir stehen hier und haben Angst vor einem Krieg. Angst davor, dass auch unsere Männer und Frauen, Kinder und Enkel, Brüder und Schwestern in den Krieg ziehen müssen. Niemals glaubten wir, dass wir mitten in Europa, in Deutschland, die Angst haben müssen. Die Angst macht uns sprachlos. Unsere Verantwortung geht über das Gedenken hinaus. Der Volkstrauertag ist eine Mahnung, Frieden zu wahren, die Demokratie zu verteidigen und uns zur Versöhnung einzusetzen. Hier und überall auf der Welt, wir müssen aus der Geschichte lernen, um zu verhindern, dass sich Gewalt wiederholt. Laßt uns die nächsten Minuten einen Moment innehalten, um der Toten zu gedenken. Wir wollen ihnen die Ehre erweisen, indem wir uns dem Frieden verschreiben und die Werte der Menschlichkeit und Freiheit hochhalten.
Zum Gedenken an die vermissten und gefallenen Kameraden lege ich dieses Kranzgebinde nieder.
Gedanken zur Gräbersegnung in Oberharthausen am 9.11.2025
Sag mir wo die Soldaten sind,
wo sind sie geblieben?
Sag mir wo die Soldaten sind,
was ist geschehn?
Sag mir wo die Soldaten sind,
über Gräbern weht der Wind
Wann wird man je versteh′n?
Wann wird man je versteh'n?
Eine Strophe des Liedes:“Sag mir wo die Blumen sind“,
von Marlene Dietrich gesungen
Original : „Where have all the flowers gone“ von Pete Seeger
1962 hat Marlene Dietrich diesen amerikanischen Folksong auf deutsch gesungen. Heute sind die Zeilen aktueller denn je. Überall Krieg, aber wo bleibt der Friede?
Friede, was für ein Wort! „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“ hat einmal Willy Brandt gesagt. In vielen Stellen der Bibel wird über Frieden gesprochen.
Unter Matthäus 5,9 steht z.B.: Jesus sagt, „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“.
Angesichts von 2,5 Milliarden Christen auf der Welt, könnte man meinen, dass die Lehre von Jesus Christus auch von den Gläubigen befolgt wird.
75% der Menschen in Russland gehören dem russisch orthodoxen Glauben an. Auch sie orientieren sich an der Göttlichkeit von Jesus Christus. Der orthodoxe Glaube ist von Liebe, Sanftmut, Gebet und Demut geprägt. Aber auch der Massenmörder Putin geht zu Weihnachten in die orthodoxe Kirche und läßt sich segnen und betet. Er betet dabei wahrscheinlich um Treffsicherheit seiner Soldaten und Wirksamkeit seiner Raketen.
Sieht man sich in der Welt um, dann gibt es mehr Kriege als je zuvor. Machtstreben mit Gewalt, Unterdrückung und Einschüchterung der eigenen Bevölkerung. Aufbau von Diktaturen und Abschaffung der Meinungsfreiheit sowie Verfolgung Andersdenkender. Diese Geschehnisse sieht man aktuell in Amerika und auch wieder in einigen europäischen Staaten. Kriege werden entfacht, so wie der Angriff von Diktator Putin auf die Ukraine. Es sterben dabei immer unschuldige Leute, ob Soldaten oder Zivilisten. Den Diktatoren kommt es auf die Menschen nicht an, wenn nur Erfolge und Landgewinn zu verzeichnen sind. Schaut man nach Palästina, wo tagtäglich hungernde Menschen im Gazastreifen sterben müssen. Das geschieht im „Heiligen Land“! Was würde Jesus sagen, wenn er sähe, dass aus seiner Heimat einer der größten Kriegsschauplätze der Welt geworden ist? Dann steht ein Netanjahu an der Klagemauer und betet, und nach einer Stunde werden 100 Zivilisten getötet, nur um zwei oder drei Hamasführer zu eleminieren. Diese „Kollateralschäden“ werden von dem Machthaber billigend in Kauf genommen.
Und wir stehen hier vor dem Kriegerdenkmal in Oberharthausen und gedenken der toten Soldaten und Zivilisten, denen es im 1. und 2. Weltkrieg genauso gegangen ist, wie den Soldaten heute. Die Machthaber von heute haben die gleiche Gesinnung wie damals Hitler. Aus der Geschichte mit den Millionen Toten der Weltkriege wurde anscheinend nichts gelernt. Dieses Morden passiert unter den Christen genauso wie in den anderen Religionen. Hinterlistige Waffensysteme werden entwickelt, denen der gemeine Soldat nicht entweichen kann. War es früher noch ein Kampf Mann gegen Mann, so wird heute mit Drohnen oder Raketen in der Nacht der Tod und die Zerstörung gebracht. Das Ergebnis ist das gleiche wie in den beiden Weltkriegen. So sinnlos unsere Soldaten aus den Dörfern damals gefallen sind, fallen sie heute noch auf der ganzen Welt.
Diese getöteten Soldaten und Zivilisten am Kriegerdenkmal aber werden heute geehrt. Sie stehen stellvertretend für alle getöteten Soldaten auf der Welt. Sie sollen uns immer vor Augen halten, wie schrecklich Kriege sind. Sie haben ihren Dienst getan und sind in einen unsinnigen Krieg gezogen, so wie es ihnen befohlen wurde. Doch ihre Namen sind unauslöschlich für alle Zeiten im Granit des Kriegerdenkmals eingemeißelt.
Doch es gibt wieder erschreckende Tendenzen, auch bei uns im Dorf, die sich leider rechtspopulistischen Parteien mit ihren rassistischen Parolen anschließen. Sie verhöhnen mit ihren Worten und ihrer Einstellung unsere Toten im Dorf, die in den Weltkriegen gefallen sind.
Wenn man aber an der Basis bei den Kindern und Jugendlichen in den Dörfern und Gemeinden anfängt, an den Frieden zu glauben und ihn zu lehren, wenn sich jeder mit seinen Gedanken und Worten zum Frieden und zum Miteinander bekennt, könnte das ein kleiner Anfang sein. Einen Anfang, ein friedliches Umfeld im Kleinen zu schaffen, dass sich ausbreiten und entwickeln kann. Laßt einfach solche rechtsgerichteten populistischen Meinungen nicht zu und steht zu den demokratischen Werten in unserem schönen Land.
Jesus hat uns seine Worte des Friedens auf unserem Weg mitgegeben:
„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“.
Wer sind wir, dass wir ihm nicht vertrauen sollten?
Videoclip zur Gefallenenehrung der KuSK Pönning-Oberharthausen-Metting
(bitte anklicken)


















