
Straubinger Tagblatt vom 17.7.2026


Der Fest- und Patenverein bei der Fahnenweihe in Pönning (Bild: Familie Eiglsperger)
Vom 3. bis 6. Juli feierte die KLJB Pönning anlässlich ihres 70. Gründungsfestes eine eindrucksvolle Fahnenweihe, die das gesamte Dorf in ihren Bann zog. Als Patenverein stand die KLJB Oberharthausen ihren Freunden aus Pönning tatkräftig zur Seite und trug maßgeblich zum Gelingen des Festes bei.
Der Auftakt fand am Freitag mit der Sommernacht Revivalparty statt. Die KLJB Oberharthausen reiste stilecht, so wie auch alle anderen Tage, mit einem Oldtimer an, begleitet von einem Wagen, auf dem der gesamte Verein Platz fand. Diese Party in Pönning übertraf alle Erwartungen und bot den jungen Menschen die Gelegenheit, nach intensiven Vorbereitungen ausgelassen zu feiern und ihren Stress abzubauen. Die geräumige Bar war brechend voll und zog die Gäste wie ein Magnet förmlich an.
Am späten Samstagnachmittag wurde ein Gedenkstein von Pfarrer Markus Daschner gesegnet, der den verstorbenen Mitgliedern der KLJB Pönning gewidmet ist und auch an die bevorstehende Fahnenweihe 2026 erinnern soll. Fünf Vereine mit ihren Fahnenabordnungen nahmen an diesem Ehrengedenken teil. Anschließend folgte ein Treffen der ehemaligen Mitglieder aus Pönning, bevor die Musik erneut die Jugend zum ausgelassenen Feiern animierte.
Der Sonntag begann früh mit dem Einholen der Vereine, gefolgt vom Kirchenzug zum Giglberg, wo um 10 Uhr der Festgottesdienst stattfand. Pfarrer Markus Daschner zelebrierte den Gottesdienst und hielt eine viel beachtete Predigt. Vorstand Korbinian Riedl blickte in einer beeindruckenden Rede auf die Chronik der Jugend zurück und dankte allen, die zum Gelingen der Fahnenweihe beigetragen hatten. Die Fahnenmädchen überreichten dabei verschiedene Erinnerungsbänder, die an die Fahnen geheftet wurden.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stellte sich der Festzug auf. Mit sechs Blaskapellen, darunter ein Spielmannszug, zogen die Vereine durch die prächtig geschmückten Straßen Pönnings. Unter dem Jubel zahlreicher Zuschauer demonstrierten die Fahnenjunker ihr Können und wirbelten die Fahnenbänder kunstvoll durch die Luft. Beim Einmarsch in die Festhalle brach ausgelassene Stimmung aus: Die Jugendlichen tanzten und sangen voller Begeisterung um die schwenkenden Fahnen und Vereinstafeln herum – ein Bild, das an die biblische Geschichte vom Tanz um das goldene Kalb erinnerte. Diese Demonstration von Jugendkraft und Lebensfreude berührte auch viele ältere Besucher, die mit einer Träne in den Augen das Geschehen verfolgten. Stolz spiegelte sich in den Augen der Eltern wider – zurecht, denn die Jugendlichen und das Fest zeigten sich von ihrer besten Seite.
Im Anschluss wurde noch eine Fahnenparade abgehalten, bei der die Fahnenjunker ihr Können unter Beweis stellten. Für Heiterkeit sorgte dabei Michael Buchecker aus Pönning, der es mit seinem unbändigen „Irxenschmalz“ schaffte, den Stiel der Vereinsfahne gleich zweimal abzubrechen. Zum Glück blieb dies ohne Zwischenfälle.
Besonders erwähnt sei, dass der Patenverein KLJB Oberharthausen zusammen mit der Feuerwehr Oberharthausen am Sonntag, nach dem Ende in Pönning, in einem gemeinsam Umzug den Heimweg nach Oberharthausen antraten, womit ihr Festmarsch bei der Fahnenweihe erst am Ortsschild von Obrharthausen endete.
Am letzten Tag, am Montag, begeisterte eine Rede des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger im Festzelt die Festgemeinde. Er sprach unter donnerndem Applaus der Jugendlichen über deren Zukunftsmöglichkeiten in Bayern und traute ihnen zu, dass sie ähnlich der Organisation der Fahnenweihe, auch im Berufsleben ihren Mann stehen. Er lobte das Engagement der Bauern und forderte von Brüssel, ihre Möglichkeiten nicht durch so viele Gesetze und Vorschriften einzuschränken. Nach einer dreiviertel Stunde freier Rede bedankte er sich für die Einladung und nahm die Ehrung der Fahnenträger vor.
Der 1. Vorstand von Pönning, Korbinian Riedl, setzte seine bereits begonnene Dankesrede vom Gottesdienst, fort. Er bedankte sich in einer sehr umfangreichen und berührenden Rede bei allen Mitwirkenden an dieser Fahnenweihe, vor allem bei den Vorstandschaftskolleginnen Katharina Pärr und Janike Riedl, dem Patenverein und bei Harry Pärr für die Umsetzung des Zeltaufbaus, dem Schirmherrn Herbert Lichtinger, dem Bierlieferanten Josef Erl, dem Festwirt Alois Hamperl und dem unermüdlichen und exzellenten Fotografenpaar Christine und Robert Eiglsperger und Herrn Pfarrer Markus Daschner für den Gottesdienst. Die Liste wäre zu lang, um alle aufzuzählen.
Danach konnten die Jugendlichen erneut frei und ungezwungen miteinander feiern. Als dann die letzten Töne der Band erklangen, und alle Fahnen und Festtafeln im nebligen und farbigen Zelt schwangen, der Fest-und Patenverein vollzählig auf der Bühne sang und winkte, kam großer Wehmut auf. Die Eltern sahen stolz und mit feuchten Augen ihren Kindern zu. Die anderen Besucher ließen die Tage nochmals Revue passieren und dachten an ihre eigene Jugendzeit zurück. Es muss halt irgendwann auch Schluß sein, leider!
Abschliessend lässt sich festhalten, dass die KLJB Pönning mit sorgfältiger Planung und hochmotivierten Helfern aus Pönning sowie Oberharthausen ein Fest organisiert hat, das seinen Besuchern nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Dabei lag der Fokus verständlicherweise auf den jungen Leuten, doch auch die ältere Generation wurde mit einbezogen und konnte die gemeinsamen Momente genießen. In unserer hektischen Welt war dieses Fest Balsam für die Seelen der Menschen in unserer Heimat. Die KLJB Pönning hat mit dieser Fahnenweihe ein paar schöne Seiten zur Heimatgeschichte des Dorfes geschrieben. Sie hinterlassen Spuren, Erinnerungen und Dankbarkeit. Mit dem bemerkenswerten Fest haben sie das Dorf Pönning stolz gemacht und Ehre eingelegt, und allen gezeigt, was hier für eine Generation heranwächst, die anpackt und ihre Ziele konsequent erreichen will. Sie haben alle mitgerissen und man fühlte sich wieder jung wie die Jugendlichen auf den Bierbänken. Mit der glanzvollen Fahnenweihe haben sich die beiden Vereine von Pönning und Oberharthausen und auch uns alle belohnt. Ganz herzlichen Dank für diese schöne Zeit. Danke auch für die herrliche Festschrift, die alle wichtigen Personen, alle Verserl, herrliche Bilder und einen Chronikteil von Walter Fruhstorfer und Hans Haller (Chronik von Pönning) enthält.
Besonderer Dank gilt aber auch dem Patenverein der KLJB Oberharthausen, der bei allen Herausforderungen souverän mitgewirkt und den Pönningern gezeigt hat, dass sie auf ihn zählen können. Dieses Fest hat unsere beiden Dörfer Pönning und Oberharthausen wieder näher und nachhaltig zusammengerückt. Zusammen arbeiten und zusammen feiern – so soll es sein!
Aus is’ und goar is’ und schod is’, weil’s wahr is!
Abschließend noch eine Notiz aus den Pfarrmatrikeln der Pfarrei Atting:
Im Jahre 1666 steht im ersten Eintrag in der Taufmatrikel von der Pfarrei Atting, dass ein Georg getauft wurde. Er war der Sohn der Eheleute Vitus und Encia Schrämerl aus Oberharthausen. Der Taufpate war der Vater der Mutter, Caspar Lang, aus Pönning. So zeigt sich, dass zwischen Oberharthausen und Pönning schon nachweislich 360 Jahre eine innige Beziehung besteht.
So ist es auch heute noch, wie die Fahnenweihe gezeigt hat, und so soll es bleiben, solange sich die Erde dreht!
Odhausen und Benning,
de zwoa ghörn zamm,
so war des scho ewig,
Jahrhunderte lang.
Odhausen und Benning,
san wia zwoa Waglroß,
de hoidn fest zamm,
und lassn ned los!
Eindrücke vom Freitag
(Bilder sind teilweise aus den sozialen Medien entnommen)

















Eindrücke vom Samstag




Eindrücke vom Gottesdienst am Sonntag




Eindrücke vom Umzug am Sonntag

Gruppenbild der FFW Oberharthausen mit Landrat Tobias Beck

Der Fahnenjunker der KLJB Pönning hat den Stuhl der Fahne gleich zweimal abgebrochen.
Was für ein Teufelskerl!

Hier ist die KLJB Oberharthausen und die Freiwillige Feuerwehr von Oberharthausen
am Ortsschild von Oberharthausen, nachdem sie den Heimweg nach
der Fahnenweihe in Pönning zu Fuß in einem Umzug angetreten sind.
Hund san´s scho, de Odhauserer!
Eindrücke vom Montag

Hier sieht man die Fotografin Christine Eiglsperger bei ihrer Arbeit.
Sie gibt alles, um das Maximum aus ihren Fotos herauszuholen.






















