
Die Dorfkinder beim Klapfeln
Nach altem Brauchtum ziehen die Buben und Mädchen von Oberharthausen von Karfreitag in der Früh bis zum Karsamstag durch das Dorf, um mit dem „Klapfeln“ die Gebetszeiten anzukündigen. Traditionell werden in katholischen Gegenden an den Kartagen die Kirchenglocken nicht geläutet. Der frohe Charakter des Glockengeläutes passt nicht zur Trauerstimmung dieser Tage, an denen das Gedenken an das Leiden und Sterben Jesu im Mittelpunkt der Liturgie steht. Früher hatte man in Oberharthausen auch noch eine größere „Karfreitaratschn“ an diesen Tagen in Betrieb, die dann ein kräftiger Bub solange auf der Kirchenmauer oder oben vom Kirchenturm aus drehte, bis die anderen vom „Klapfeln“ durch das Dorf wieder zurückkamen. Waren es früher ausschließlich die Ministranten, die diesen Brauch ausübten, so sind es jetzt die ganzen Buben und Mädchen vom Ort. Früher hatte die „Klapfel“ der Schütz Opa für die Dorfjugend gemacht. Der Schütz Opa hatte immer ein offenes Gehör für Kinderwünsche und erfüllte auch diese Arbeiten gern. Sind es in anderen Gegenden Handratschen, so sind es in Oberharthausen von jeher schon die Handklapfeln, mit denen zu Ostern das Kirchengeläute ersetzt wird, wenn auch in jüngster Zeit auch bei uns Handratschen auftauchen. Auch beim Ostereiersammeln der Ministranten wurde geklapfelt. „D´Minstranten bitten um a Osteroa“ hieß es da vor jeder Tür. So wurden mit einem Korb die Eier gesammelt um sie dann gewinnbringend an die „Eierfrau Heininger“ aus Pilling zu verkaufen. Der Erlös war der „Sold“ für das Ministrieren. Heutzutage braucht es keinen Eierkorb mehr, die Ministranten umgehen gekonnt den Zwischenhandel und haben die Geldkasse gleich mit dabei, getreu dem Motto „Nur Bares ist Wahres“. Für uns Ministranten war das Taganläuten von Gründonnerstag auf Karfreitag um 5 Uhr der Höhepunkt des österlichen Klapfelns. In aller Herrgottsfrühe, wenn das Dorf noch ruhte, waren wir die großen Helden. Da durfte natürlich auch so manche Lausbubengeschichte nicht fehlen. Es wurde für uns schon zur lieben Gewohnheit, nach dem offiziellen Akt zum Hof von Mayer Xare zu schleichen. Jemand mußte „Schmiere stehen“ und die anderen fingen an, den Kuhstall auszumisten, die Tiere zu füttern und die Fuhre Klee oder Runkel abzuladen. Nach getaner Arbeit legten wir uns auf den Heuboden mit Sicht zum Stall. Als der Xare dann endlich in den Stall kam, war es für uns Buben das Höchste, wenn er kopfschüttelnd das Werk betrachtete und laut nachdachte, was da wohl in der Nacht geschehen war. Er wußte natürlich genau, daß wir auf dem Heuboden lagen und ihm zusahen, aber er war ja als Kinderfreund bekannt und beliebt, und so machte er das Spiel zu unserer Freude natürlich mit. Danke unseren beiden Ministranten, der Jana Zellmer und dem Franze Bauer, daß sie sich als Ministranten zur Verfügung stellen und das ganze Jahr über fleißig den Dienst in der Kirche verrichten.. Danke auch den übrigen Buben und Mädchen vom Ort, daß sie das alte Brauchtum vom Klapfeln in Oberharthausen weiterführen.
Nach dem Klapfeln war es dann früher Pflicht, in der Kirche auf dem Gang nach vorne auf den Knien rutschend zu beten. Und zwar in der Weise, daß bei jeder Kreuzwegstation ein Vater Unser gebetet werden mußte, bis man am Altar vorne angekommen war. Dort hatte der Mesner Schmaißer Hans schon das verhüllte Prozessionskreuz auf den Boden gelegt, und wir Ministranten küssten dann die Wundmale des Herrn. Danach war dann das Klapfeln beendet bis zum nächsten Umgang.

Die Ministranten Jana und Franze bei der Ostersammlung

Das Brauchtum wird fortgesetzt....

...besonders stark vor einer Kamera



















