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Kathrein – ein fast vergessener Bauernfeiertag
 
 

  Katharina 
 

Darstellung der Heiligen Katharina

in der Filialkirche Oberharthausen

(Das Rad der Hl. Katharina wurde

von Stadler Wick angefertigt)

   

 Attribute: zerbrochenes Rad, Buch, Schwert, Krone
 
 
Der Winter ist die Jahreszeit, die durch eine besondere Häufigkeit von Festen, Feiertagen und Bräuchen gekennzeichnet ist. Das hängt mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres zum ersten Advent, also Ende November oder Anfang Dezember, zusammen, doch vielleicht auch damit, dass früher beim Vorherrschen bäuerlicher Lebensformen die Menschen im Winter weniger zu arbeiten, also mehr Zeit zum Feiern hatten.

Am 25. November gedenkt man der Hl. Katharina von Alexandrien, einer wichtigen Tagesheiligen für die Volkskultur, die als intellektuelle christliche Jungfrau zum Tod durch Rädern verurteilt wurde. Über ihr Leben ist nicht viel bekannt, außer dass sie ums Jahr 300 in Alexandrien das Martyrium erlitten hat. Der Überlieferung nach soll sie gerädert worden sein, das Rad brach aber entzwei und so wurde Katharina enthauptet. Engel sollen ihren Leichnam auf den Berg Sinai getragen haben, wo später das Katharinenkloster erbaut wurde.

Es heißt, aus ihrem Gebein auf dem Berge Sinai sei heilsames Öl geflossen. In Tirol galt dies "Katharinen-Öl" als wirksam gegen Pest, Gicht. Grintschuppen und Eingeweidewürmer.
Die Heilige Katharina zählt zu den 14 Nothelfern und ist Patronin der Frauen, Studenten, Lehrer, Redner, Gerber, Frisöre, Anwälte und Notare und sie hilft bei Migräne und bei Zungenkrankheiten.
Ihre Verehrung wurde erst im 11. Jahrhundert durch die Kreuzfahrer nach Europa gebracht, galt aber vom 15. Jahrhundert an als die größte Heilige unter den vierzehn Nothelfern. Zeugnis für ihren gehobenen Kult lieferten die vielen "Kathln", "Katharinen" und zärtlichen "Käthchen".

Katharina ist eine der bekanntesten weiblichen Heiligen und im bekannten Merkvers "Barbara mit`m Turm, Margaretha mit`m Wurm und Katharina mit`m Radl, des san die drei heilign Madln!" verewigt.
 
Früher galt der Martinstag, der 11. November, als Beginn der Adventzeit, jener Fastenzeit mit Tanz- und Heiratsverbot. Heute heißt es "Kathrein stellt in Tanz ein!" Der 25. November markiert den Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit. Kathrein ist der letzte Tag für fröhliche Bälle und Tanzfeste. Landauf landab finden in den Tagen vor dem 25. November Kathreintänze statt.
 
Am Kathrein-Tag mussten früher alle Räder ruhn, also auch das Spinnrad, das Mühlrad, das Wagenrad, später auch das Fahrrad. Zudem endete an diesem Tag die Zeit des Viehs auf der freien Weide und begann die Schafschur; die Bienenstöcke wurden endgültig unter Dach gebracht, Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt.
 
"Kathrein war für die Vogelfänger der größte Festtag, nach der Ausstellung in den einzelnen Gasthäusern verschenkten die Vogelfänger die meisten ihrer Vögel an die benachbarten Haushalte. Beinahe jede Familie hatte einen gefiederten Freund, dessen Gesang im Winter die Eintönigkeit überwinden half.

Heute wird der Vogelfang in Ebensee noch eifrig betrieben. Die Vögel werden im Herbst gefangen, zu Kathrein öffentlich ausgestellt und prämiert, über den Winter in den Stuben behalten und im Frühling wieder freigelassen.
Den Übergang vom Herbst zum Winter in der Folge der Bräuche bildet bei den Siebenbürger Sachsen der Kathreinenabend (25. November): "Kathrein - bricht der Winter ein". Der alte Spinnstubenbrauch, dass die Knechte die Mägde an diesem Abend beim Spinnen stören, gar versuchen, ihnen die Rocken zu zerbrechen, symbolisiert, dass nun die schweren Herbstarbeiten getan sind und mit dem Feiern begonnen werden soll, dass die festliche Vorweihnachtszeit folgt.

Folgende Bauernregeln sind zu Kathrein bekannt:
 
Wenn kein Schneefall auf Kathrein is’, auf Sankt Andreas (30. November) kommt er g’wiss.
• Ist an Kathrein das Wetter matt, kommt im Frühjahr spät das Blatt.
• Wie das Wetter um Kathrein, wird’s den ganzen Winter sein.
• Kathrein stellt den Tanz ein.
• Wer eine Gans zum Essen mag, beginn’ sie zu mästen am Katarinentag.
• Kathrein wirft den Stein in den Rhein, die kalte Sophie holt ihn wieder raus

Die Katharinenlegende ist seit der Kreuzfahrerzeit üppig ausgeschmückt und erweitert worden. So finden sich in der Figur der Katharina wohl auch viele Aspekte vorchristlicher Göttinnen, die, wie so oft, einfach christlich umgedeutet wurden.
So feierte man angeblich auch den Gedenktag der nordischen Göttin Freya am 25. November. Freya war wie Katharina Schutzpatronin der Liebenden ebenso wie der Spinnerinnen, die nun ihre abendliche Winterarbeit begannen.
Das spinnen des Lebensfadens ist aber wiederum ein Motiv, das auf frühe Göttinnen hindeutet, die Leben schenken und nehmen können, indem sie den Lebensfaden spinnen und später wieder durchtrennen.

Diese beiden scheinbar gegensätzlichen Aspekte vereint auch Katharina. Denn so wie sie die Heilige des beginnenden Winters ist, hat sie als Patronin der Liebenden auch einen vitalen sommerlichen Aspekt.
Auch für den Anschreibebrauch an Heilig Drei König wird von manchem unter anderem die Heilige Katharina herangezogen.
Nachdem die Ursprünge dieses Anschreibebrauches noch weitgehend im Dunkeln liegen, geht eine interessante Theorie sehr weit zurück auf einen vermutlich keltischen Kult, die Verehrung der drei Bethen.
Das waren drei vor allem in Mitteleuropa verehrte Göttinnen namens Wilbeth, Ambeth und Borbeth. Sie stellen die jungfräuliche, die Todes- und die Sonnengöttin dar. Oder auch die junge, die erwachsene, die alte Frau.
Bis ins 11. Jahrhundert scheint die Dreiergruppe der Göttinnen sehr bekannt gewesen zu sein, sehr zum Missfallen der Kirche. Jedenfalls wurde die Trinität wohl umbenannt in die drei Heiligen aus der Gruppe der vierzehn Nothelfer: Katharina, Margarethe und Barbara.
Die Initialen ihrer Namen würden auch die drei gesuchten Buchstaben ergeben: K M B, weshalb manche Forscher in den drei heiligen Frauen respektive ihren vorchristlichen Vorgängerinnen den Ursprung des Schutzzaubers an der Haustür sehen.

Quelle:
Dorothea Steinbacher : Wenn`s draußen finster wird – Bräuche und Legenden für die Winterzeit.
 


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