Salutkanone der KuSK Pönning-Oberharthausen-Metting

Die Salutkanone der KuSK Pönning-Oberharthausen-Metting ist noch in gutem äußerlichem Zustand.
Das Holz der Räder und Speichen ist fest und das Kanonenrohr aus Guss und die tragenden Teile
sind ohne Beschädigungen. Es fehlt der Schlagbolzen für die Zündung,
der vorsichtshalber bei der Lagerung entfernt worden ist.
Die Kanone könnte mit einer neuen Grundierung mit Maschinenöl und Farblackierung in ein noch
schöneres Erscheinungsbild gebracht werden.
Der Kanonenhersteller
Hersteller: Wenig, Pocking
Typ: P158
Herstellungsjahr: 1956
Die altehrwürdige Salutkanone ist noch immer im Besitz der Krieger- und Soldatenkameradschaft von Pönning-Oberharthausen-Metting. Gekauft wurde die Kanone vom 1953 neu gegründeten Krieger-und Veteranenverein von der Firma Wenig in Pocking.

Video von der Firma Wenig in Pocking
(bitte anklicken)
Die Schussmeister oder Kanoniere:
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Erster Schussmeister war Johann Rainer. Später übernahm Karl Ehrnsperger aus Gunting diese ehrenvolle, verantwortungs- volle und nicht ungefährliche Aufgabe. Als Karl Ehrnsperger ins Alter kam, wurde für die letzten verbliebenen ehemaligen Krieger zu deren Beerdigung ein Kanonier aus Feldkirchen verpflichtet. Die Salutkanone hat ihre letzte Ruhestätte und wird nicht mehr verwendet. |
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| Johann Rainer | Karl Ehrnsperger |
Ehre für die verstorbenen Krieger
Wieviele Veteranen wurden mit der Kanone schon auf ihrem lezten Weg mit der „Ehrensalve“ begleitet? Wieviele Schüsse erinnerten die Trauernden an die furchtbare Zeit der Soldaten auf dem Feld? Am offenen Grab wurde dreimal geschossen, auf dem Schlachtfeld wären drei Schüsse ein guter Tag gewesen. Die Einschläge der Kanonenkugeln war ihr Soldatenalltag. Am Grab schoss aber niemand zurück, ganz anders als im Feld.
Die Reihen der Kriegsteilnehmer haben sich gelichtet. Der KuSK Pönning-Metting-Oberharthausen hat keine Kriegsteilnehmer mehr im Verein. Somit ist der Salutschuss für die ehemaligen Soldaten passé. Nur Kriegsteilnehmer wurden laut Niederschrift von Vereinsseite mit drei Salutschüssen beim Begräbnis geehrt.
Die Kanone eines Veteranenvereins ist weit mehr als nur ein historisches Artefakt oder ein militärisches Relikt. Sie ist ein Symbol, das tief in den Herzen derjenigen verwurzelt ist, die für ihr Land gekämpft haben. Sie erzählt Geschichten von Mut, Opferbereitschaft und Kameradschaft. Sie erinnert an die Gefallenen, die ihr Leben ließen, und an diejenigen, die mit unvorstellbarem Mut in den Kampf zogen. Jedes Mal, wenn eine Zeremonie abgehalten wird, um die Toten zu ehren, wird die Kanone zum Zentrum der Trauer und des Gedenkens. Sie steht als Mahnmal für die harten Entscheidungen, die getroffen werden mussten, und die Belastungen, die viele Veteranen bis heute tragen.
Die Nachkriegsgeneration ist Gottseidank von einem Krieg verschont geblieben. Sie konnten nur den Erzählungen der ehemaligen Soldaten lauschen, wenn denn überhaupt jemand bereit war darüber zu reden. Nicht jeder Soldat kann über die Grausamkeit des Krieges berichten. An dieser Nachkriegsgeneration liegt es nun, die Erlebisse der Krieger auch der nächsten Generation weiter zu geben. Damit sollen auch die ehemaligen Soldaten geehrt und ihr Einsatz für das Vaterland gewürdigt werden. Auch die Salutkanone der KuSK hat einen würdigen Platz verdient.
Umgang mit der Salutkanone
Laden der Kartuschen
- Kartuschen auf Beschädigungen untersuchen, ggfs. ersetzen
- Zündhütchen mit geeigneter Eindrückvorrichtung einsetzen
- Kartusche mit Böllerpulver füllen
- Kartusche mit Korken verschließen, hierfür die Eindrückvorrichtung verwenden
Laden der Salutkanone
- Schlagbolzen einschrauben, dabei Abzugsstift zurückziehen. Der Schlagbolzen muss bis zum Anschlag (vordere Schlagbolzenfeder) eingeführt werden. Achtung: Schlagbolzen nicht spannen!
- Verschlusshebel öffnen
- Geladene Kartusche einführen
- Verschlusshebel bis Anschlag schließen
- Schlagbolzen kurz vor dem Abfeuern des Böllerschusses spannen
- durch Abzugsleine (Länge mind. 1 Meter) Böllerschuss auslösen
- Bei weiteren Böllerschüssen wiederholen sich die Punkte 2 bis 6 sinngemäß
Reinigung der Salutkanone
Ihre Salutkanone kann mit herkömmlichem Geschirrspülmittel und lauwarmem Wasser gereinigt werden. Nach dem Trocknen müssen blanke Bauteile mit Maschinenöl eingeölt werden, um Korrosion vorzubeugen. Bei Holzteilen empfehlen wir zusätzlich geeignete Möbelpolitur aufzutragen.
Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen beim Schießen mit der Salutkanone


Erlaubnis vom Landratsamt zum Schießen mit der Salutkanone
für Karl Ehrnsperger 1967


Quelle der Dokumente: Stadtarchiv Geiselhöring
Salutkanonen in Dörfern im Landkreis

Salutkanone in Aholfing (Quelle: Chronik Aholfing)

Salutkanone in Motzing (Quelle: Chronik Motzing)
Unglücksfall mit einem Böller
Wie gefährlich die Arbeit eines Böllerschützen ist, zeigt diese Geschichte von 1845 aus Rain. Der Hufschmied Josef Kagerer ( ein Verwandter mit dem Schmied und Lehrer von Oberharthausen Kagerer) fand dabei mit 49 Jahren den Tod.
Geschichte des Todesfalls von Hufschmied Josef Kagerer (49 Jahre)
Auf dem 2. September 1845 abends wurde bei dem Rainer Keller ein Feuerwerk veranstaltet und anbei vorläufig beschlossen, das dieser Markt mit ein paar Böllerschüssen eröffnet werden sollte. Zum Böller laden und abschiessen wurde oben genannter Hufschmied auf seine Weigerung öfters ersucht, bis er endlich einwilligte. Der erste Schuß wurde von demselben glücklich gelöst, der zweite Böller aber zersprang bei der Lösung des Schusses, und zerschmetterte den rechten Fuß des Schmiedes, so daß er nach Hause getragen werden musste. Die umgehenden Ärzte von Straubing und Geiselhöring erkannten die Notwendigkeit der Amputation des Fusses. Baldige Operation wurde auf den 3. September beantragt, die aber der verunglückte Schmied nicht mehr erlebte. Josef Kagerer war in jeder Beziehung ein recht braver Mann - requiescat in pace (Ruhe in Frieden).
Quelle: Sterberegister der Pfarrei Atting vom 1.Januar 1831 - 31. Dezember 1867




















