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Die Gastwirtschaft Wacker ist nächstes Jahr 110 Jahre in der Hand der Familie Wacker.

Diese kleine Chronik soll die lange Wirtshaustradition der Familie Wacker dokumentieren. Es zeigt die dort lebenden und arbeitenden Personen vom Anfang des Wirtshauses bis zum Ende mit der Sofie. Wenn das Wirtshaus auch nicht mehr in Betrieb ist, so ist es doch in der Geschichte des Dorfes fest verankert, weil es im Zentrum der gesellschaftlichen Veranstaltungen stand. Jeder Dorfbewohner hat eine Geschichte im Gasthaus erlebt und so seine individuelle Erinnerung daran, vor allem an die „Sof“.

Besten Dank für die überaus große Unterstützung von der Frau Sylvia Diewald. Ihr Opa war Georg Wacker junior, der in Ascha als Wirt und Metzger sein Glück fand. Frau Diewald hat als Lehrerin und leidenschaftliche Ahnenforscherin sehr viel Material in Form von Bildern als auch Verwandschaftsbeziehungen (Stammbaum) zur Verfügung gestellt! Herzlichen Dank dafür!

Danke auch an die Familie Wacker, dass diese Chronik veröffentlicht werden darf.

 

 

Familie Wacker in Oberharthausen 

 

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vorne sitzend:  Josef (Onkel von Sofie), Georg sen., Sofies Tante Elisabeth (Frau von Onkel Josef)      
hinten stehend: Sofie, Maria (Tante von Sofie), Therese (Mutter von Sofie)

 

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Links Haus von Birgit Wacker, Mitte Kegelbahn, Rechts Gasthaus Wacker

 

Sofies Großvater Georg Wacker senior (geb. 6.2.1872, gest. 25.11.1952)  kaufte am 28. März 1911 für 50000 Mark die Gastwirtschaft in Oberharthausen und die Gastwirtschafts-konzession.

Geboren in Winkelsaß bei Neufahrn in Niederbayern hatte er schon Erfahrung als Wirt im dortigen Gasthaus Wacker und später auch in Pittrich. Verheiratet war Georg Wacker sen. mit Maria Wacker (* 15.12.1872,  + 5.4.1948), geborene Stöckl aus Obermotzing. Sie hatten beim Umzug von Pittrich nach Oberharthausen vier Kinder, nämlich die Resl Wacker (die Mutter von der Sofie), den Georg Wacker jun. (späterer Metzger in Ascha), Heinrich Wacker (späterer Gastwirt in Oberharthausen) und Maria Wacker. 1912 kam dann in Oberharthausen Josef Wacker, unser Wirt, auf die Welt.

Die Therese Wacker (die Resl) hatte eine ledige Tochter, nämlich unsere langjährige Wirtin Sofie. Vater war der Landwirt Otto Kramer aus Oberharthausen.

Heinrich Wacker führte mit seinem Vater die Gastwirtschaft. Der Bruder Georg jun. war  1930 bereits nach Ascha gezogen und Josef als Bäcker nach Höhenrain. Als Heinrich 1948 starb, musste jemand die Gastwirtschaft und den Hof übernehmen. Der Vater Georg sen. war zu dem Zeitpunkt auch schon 76 Jahre alt. So kam der Wacker „Sepp“ nach Oberharthausen zurück und führte ab dem 30. November 1949 die Gastwirtschaft bis zum 7. April 1983. Erbe nach dem Tode des Vaters Josef Wacker (+ 16.04.1988) wurde sein 37 jähriger Sohn Johann Wacker, der aber weiterhin in Höhenrain wohnete und die Wirtschaft nicht selber führte, sondern seiner Cousine Sofie Wacker zur Pacht überließ. Sie war dann die Wirtin bis zu ihrem Tod am 26. November 2013.


 

Georg Wacker senior wurde 1872 in Winkelsaß (bei Neufahrn) geboren und war auch dort Wirt im Gasthaus Wacker, das seine Eltern ihm übergeben hatten.

 

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Später war er Wirt in Pittrich. Georgs älterer Bruder Sebastian Wacker hatte es ihm übergeben, weil er selbst als Wirt nach Gmünd zog. In Pittrich wurden ihm vier Kinder geboren (Resl, Georg, Heinrich und Maria).

 

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            1911 kaufte Georg Wacker senior die Gastwirtschaft in Oberharthausen.

 

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Hier kam 1912 sein jüngster Sohn „Sepp“ Wacker zur Welt.

 


 

Georg Wacker senior war Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg.

Er diente unter anderem beim 2. Königl. Bayerischen Ulanen-Regiment „König“ ( ein Kavallerieverband) und im  III. Bayerischen Ersatzpferde Depot  (Ulaner) in Ansbach. Dabei wurde er mit dem „Kreuz mit Schwerter“ ausgezeichnet.

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                    „Kreuz mit Schwerter“
              (Bild ist nur ein Vergleichsbild,  
                       nicht das Original)

 

 

Kriegsranglisten und –stammrolle des Königreichs Bayern, 1. Weltkrieg 1914 – 1918 für Johann Georg Wacker senior.

 

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(Quelle: www.ancestry.de)

Die Ansbacher Ulanen wurden scherzhaft „Bier-Ulanen“ genannt, da in ihren Reihen bedeutende Brauereibesitzer dienten. Besonders die Dienstzeit des Inhabers der ehemaligen Ansbacher Hofbräu, später Hürnerbräu, Rittmeister Hürner, dürfte seinen Teil hierzu beigetragen haben, dass es den Ansbacher Ulanen an Bier selten mangelte. (wikipedia)


 

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        Hochzeitsbild (ca. 1899) von Sofies

         Großeltern Georg Wacker senior 

        mit seiner Frau Maria, geb. Stöckl

 

         Sofies Urgroßeltern, die Eltern von

        Maria Wacker, geb. Stöckl, Obermotzing:

         Therese (geb. Hofbauer, *1841 +1904)

           Johann Baptist Stöckl (*1840 +1904)

 

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Großeltern von Sofie: Georg und Maria Wacker

 

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Rechts oben ist  das Grab von Sofies Tante Maria Wacker zu sehen, die am 5.4.1918 verstorben ist.

Das alte Bild zeigt, in welcher Richtung vor der Friedhofserweiterung 1965 in Oberharthausen die Gräber gestanden sind. Das Grab stand in Ost-West Richtung an der Südseite der Kirche. Außerdem sieht man, welch hohe Grabsteine damals verwendet wurden. Das Grab wie zu Hause das "Gartl" mit einem eisernen Zaun eingefasst. Ich denke, dass diese Grabsteine, die teilweise aus dem Leben des Verstorbenen berichteten, heute unter Denkmalschutz stehen würden. Es ist ein Verlust, dass diese Steine nicht irgendwo aufbewahrt und für die Nachwelt gesichert wurden. Grabsteine sind ewige Zeitzeugen.

                                  Soweit die Inschrift auf dem Grabstein noch zu lesen ist:

                                                                        Hier ruht in Gott,

                                                                        die rechtschaffene

                                                                           Maria Wacker,

                                                                     Gastwirtsgattin von hier.

                                                                      Gestorben nach Erhalt

                                                                    der Sterbesakramente usw..

 

 

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Georg Wacker senior mit seinen Söhnen (Sofies Onkel) auf einem Foto,

das bei der Kirchenmauer in Oberharthausen aufgenommen wurde

 

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        Oberharthausener bei einem Theater in der Gastwirtschaft Wacker

Der Mann mit dem Gewehr ist Heinrich Wacker, der Wirt mit den zwei Maßkrügen Georg Wacker junior

 

 

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Georg Wacker senior war

nach dem Krieg von 1919 – 1924

als gewähltes Mitglied im

Gemeinderat von Oberharthausen tätig.

Bild links zeigt die Niederschrift eines

Sitzungsprotokolls vom 13. 3. 1924

mit seiner Unterschrift.



(Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring) 

 

 
 

Georg Wacker senior war Mitglied im Ausschuss der Jagdgenossenschaft Oberharthausen:

Protokoll: Am 18. Dezember 1914 wird diese Jagd bis 31. Dezember 1920 verlängert.
Der Jagdpachtschilling beträgt 550,- Mark.
Es unterschreibt der  Bürgermeister Johann Wurm den Vertrag zur Jagdverlängerung.

Am 21. Oktober 1920 unterschreiben der Jagdvorsteher Johann Aigner, Hofbesitzer vom Grollhof, und der Ziegeleibesitzer Josef Mayr aus Straubing eine handschriftliche Erklärung über eine Einigung über die Jagdbedingungen, die am 7. November in einem Gemeindebeschluss bestätigt wird. Unterschrieben von Bürgermeister Wild und den Ausschussmitgliedern Zellmer, Wurm, Gürster, Wacker.

(Quelle: Chronik Jagdgenossenschaft Oberharthausen)

 

 


 

 
 

Georg Wacker senior nahm auch an einem Pferdeschlittenrennen in Oberharthausen teil:

Oberharthausen, 30. Januar 1924
: Bei den gestrigen Schlittenrennen haben sich folgende Herren Preise erworben: 1. Rennen: 1. Preis: Kathi Wild, Oekonomswitwe, 2. Preis: Josef Aigner, Hofbesitzer, 3. Preis: Karl Loichinger, Oekonom, 4. Preis: Josef Danner, Oekomomssohn, 5. Preis: Seb. Mayer, Bauer, 6. Preis: Georg Semelbauer, Oekonom, sämtliche von hier. - 2. Rennen: 1. Preis: Josef Aigner, Hofbesitzer von hier, 2. Preis: Matthias Zellmer, Hofbesitzer von hier, 3. Preis: Otto Kiendl, Metzgermeistersohn von Pönning, 4. Preis: Georg Semmelbauer, Oekonom, 5. Preis: Johann Wurm, Hofbesitzer, 6. Preis: Georg Wacker, Gastwirt, sämtliche von hier. Wurm´s Stute hatte ursprünglich den 2. Preis, musste sich aber auf Anordnung des Rennkomitees wegen Galoppierens mit dem 5. Preis sich begnügen.

(Quelle: Dorfchronik Oberharthausen, Josef Schmaißer)

 

 

Georg Wacker junior

 

 

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Georg Wacker junior (ganz rechts) ist 1930 mit 27 Jahren nach Ascha gezogen.

 

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Georg Wacker junior (Sofies Onkel) als Metzger zweiter von links 

 Wo diese Fotos aufgenommen wurden ist leider nicht bekannt

 

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                  Gaststätte des Gräflichen Brauhauses Moos in Ascha mit Metzgerei 

 

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Georg Wacker junior mit Ehefrau Maria, geb. Bauer, Lacke-Wirtstochter aus Kirchroth;
Sohn Georg, Tochter Maria und Sohn Franz-Xaver;
der älteste Sohn Sepp und der jüngste Sohn Alfons fehlen hier

 

Ab 1930 bis Anfang der 60er Jahre betrieb die Familie Georg Wacker junior die Gaststätte des Gräflichen Brauhauses Moos in Ascha mit Metzgerei. 

Als im April 1945 die Alliierten eintrafen, quartierten sich „die Amerikaner“ für mehrere Tage dort ein. Das lange Gebäude links beherbergte die zum Wirtshaus gehörenden Stallungen. Während der frühen Jahre des SV Ascha hatten die Fußballer des Vereins hier eine Umkleidekabine; auch alle Wacker-Söhne waren begeisterte Fußballer. 

Heute ist das Gasthaus eine Pizzeria. Und wo früher Pferde, Kühe und Schweine in den Stallungen des zum Wirtshaus gehörenden Hofes des Gräflichen Brauhauses Moos standen, fand man lange die Diskothek „Penker“, die leider am 28.12.2015 abgebrannt ist.

In den 1960er Jahren endete dort die Wackersche Wirtshaustradition, doch der Metzgereibetrieb ging weiter: Ab 1963 betrieb Georg Wacker junior zusammen mit seiner Frau Maria und seinen Söhnen Franz-Xaver und Georg eine neu gebaute Metzgerei auf der anderen Straßenseite, die er 1970 an Franz-Xaver Wacker und dessen Ehefrau Zenzi übergab. Sie besteht noch heute und wird inzwischen von Enkelin Helga Arnold-Wacker und deren Mann Hubert Arnold geführt, der gelernter Koch ist und für die Familienmetzgerei den Metzgermeister gemacht hat. (Straubinger Zeitung 1.6.2012). Der zweite Metzger Georg heiratete nach Haarbach, wo er zusammen mit seiner Frau Anne ebenfalls eine „Metzgerei Wacker“ führte, die heute von ihrem Sohn Georg geleitet wird.

 


 

 

 
FFW Abzeichen 

Aus der Stammliste der Freiwilligen Feuerwehr Oberharthausen von 1933 geht hervor, dass Georg Wacker junior am 16. 8. 1921 in die Feuerwehr eingetreten ist und bis zum 5.4.1930 gedient hat.

Sein Bruder Heinrich ist am 20. 5. 1923 in die Feuerwehr Oberharthausen eingetreten.

 

 


 

   Todesanzeige Georg Wacker23

 


 

 

Todesanzeigen der Geschwister Maria, Heinrich und Therese Wacker

 

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Heinrich Wacker aufgebahrt

 
 

Das Bild vom aufgebahrten Heinrich Wacker mag in der heutigen Zeit befremdlich wirken, aber noch vor ein paar Jahrzehnten war das auf dem Dorf üblich. Damals gab es auch noch kein Leichenhaus. So wurden die Toten zu Hause aufgebahrt. In Oberharthausen wurde 1959 die alte Sakristei zum Leichenhaus umgebaut und eine neue Sakristei errichtet. Aber auch noch im Leichenhaus wurde früher der Verstorbene im offenen Sarg aufgebahrt, damit der Verstorbene zu sehen war. (siehe dazu Bericht am Ende)

 
   

 

Niederschriften von Gemeinderatssitzungen

 

Das Telefon kam 1921 nach Oberharthausen und wurde nach folgendem Gemeinderats-beschluss der Gemeinde im Gasthaus Wacker installiert.

 

„Niederschrift Gemeinderatsitzung“                         

 

Aufgenommen am:  5. April 1921 zu Oberharthausen

Gegenstand der Beschlussfassung: Gemeindlich öffentliche Telefonstelle

Gegenwärtig:

  • Der Gemeinderat Oberharthausen beantragt die Herstellung einer gemeindlichen, öffentlichen Telefonstelle in Oberharthausen, ein Anschluß an das Ortstelefonnetz in Gundhöring unter Haftung für eine jährliche Gesamtgebührenträgnis von 320 M -dreihundertzwanzig Mark
  • Der Gemeinderat erkennt die Anwendbarkeit der für gemeindisch öffentlichen Telefonstellen jeweils geltende staatliche Bestimmungen auf die beantragte Telephoneinrichtung ausdrücklich an.
  • Bis zur Bestimmung der Sprechstelle, der Herbeiholung von Rufern telephonischer Gespräche als Übermittlung telephonischer Mitteilungen und Bestellungen von auswärtig an die Ortsbewohner und die Zustellung der für die Ortsbewohner vorkommenden Telegramme, wird dem Gastwirt Georg Wacker und dessen Schwägerin Helene Stöckl in Oberharthausen übertragen.
  • Die Sprechstelle soll in dem Anwesen Haus Nr. 17 des Gastwirtes Georg Wacker in Oberharthausen im Wohnzimmer untergebracht werden.

Vorgelesen und unterschrieben

Wild (Bürgermeister), Zellmer, Wacker, Mayer, Gürster, Wurm, Aigner

Ergänzung am 21. April 1921:

 

In Abänderung mit Ziffer 3 des Beschlusses vom 5. des Monats wird zur Bedienung der Sprechstelle zur Herbeiholung von Personen zu telephonischen Gesprächen, zur Übermittlung telephonischer Mitteilungen und Bestellungen von auswärts an die Ortsbewohner und zur Bestellung der für die Ortsbewohner ankommenden Telegramme statt der Helene Stöckl die Gastwirtstochter Theres Wacker, geb. am 31. Januar 1900, wohnhaft in Oberharthausen aufgestellt. Helene (*1884) war 1921 37 Jahre alt.

(Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring, Niederschrift des Sitzungsprotokolls)

 

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Josef Wacker errichtete 1949 eine Bäckerei, der Gemeinderat stimmte dem zu…

„Niederschrift Gemeinderatssitzung“

 

Aufgenommen am: 7. Mai 1949 zu Oberharthausen

Gegenstand der Beschlussfassung: Beitritt zur Zuchtversteigerungshalle Straubing G.m.b.H.

Gegenwärtig:

1. Bürgermeister: Johann Schiesl

2. Bürgermeister  Mayer  Sebastian

    Schriftführer:   Geiger

Ferner wird mit 6 gegen 0 Stimmen folgendes beschlossen:

Gegen die Errichtung einer Bäckerei im Anwesen Hs. Nr. 17 des Josef Wacker in Oberharthausen wird keine Erinnerung (Einspruch) erhoben

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Schiesl (Bürgermeister), Mayer, Aigner, Zach, Schreiner, Bergmann

(Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring, Niederschrift des Sitzungsprotokolls)

 


 

Am 5.2.1945 wurde Oberharthausen bombardiert.


Es fielen über 70 Bomben und einige trafen auch das Dorf.

Das Anwesen des Johann Schiesl, neben der Auffahrt zum Gürsterhof, wurde schwer getroffen. Ein Volltreffer schlug in den Stall und tötete das Vieh. Einer Kuh wurde der Kopf abgerissen. Er flog, noch angekettet an einem Stück des Futterbarrens, in die nebenan-liegende Küche. Die Zwischenwand zum Haus wurde eingerissen. Der kleine Sohn Hans schwänzte an diesem Tag die Schule. Er lief in jenen Minuten zum Schutz ins Haus. Als der Stall und das angebaute Wohnhaus einstürzten, wurde er durch einen Balken an den Wassergrand gedrückt und erlitt eine Schädelfraktur an der Stirnseite, die heute noch sichtbar ist. Wacker Heinrich fuhr ihn im Eiltempo mit seinem Pferdegespann ins Krankenhaus nach Straubing. Weitere Bomben gingen östlich des Dorfes nieder. Sie töteten ein Schwein im Pferch, andere liefen verletzt wie wild nach Hause. 


(Quelle: Orts- und Hofgeschiche Oberharthausen, Pfarrer Josef Schmaißer)

 

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Eine andere Geschichte zum Tag des Bombardierens zeigt, wie nahe Tod und Leben sein können.
Frau Maria Sax war allein zu Hause. Der Ehemann war im Krieg und die Schwiegermutter bei ihrem Bruder Josef Schmaißer. Das Haus von Familie Sax liegt zwischen dem Gürsterhof und dem Gasthaus Wacker. Als das Brummen der Bomber zu hören war, schrie Frau Ottilie Gürster über den Zaun zu meiner Mutter, sie solle doch zu ihnen rüber gehen, damit sie nicht allein sei. Etwa zur gleichen Zeit hat auch die Wacker Mare zu meiner Mutter von der anderen Seite gesagt, sie solle zu ihnen kommen, damit sie sich allein nicht fürchten müsse. Meine Mutter überlegte kurz und ging dann zur Gastwirtschaft zu den Geschwistern Wacker. Als dann tatsächlich Bomben abgeworfen wurden, trafen diese den Hof von der Familie Gürster schwer. Der Vater Michael Gürster und die Tochter Ottilie trieben noch das Vieh auf die Straße, als sie vom Luftdruck der Bomben getötet wurden. Hinter einem Baum hatten sich auch noch zwei Schulbuben versteckt, die gerade von der Schule in Pönning nach Hause gingen. Der Ludwig Stadler überlebte, weil die Bombensplitter vom Schulranzen und einem Buch aufgehalten wurden. Der andere Bub, Ludwig Aigner, war sofort tot.

Hätte meine Mutter den Gürsterhof gewählt, wäre sie ebenfalls ein Opfer der Bomben geworden. Sie hat damals  instinktiv die richtige Entscheidung getroffen.

(Quelle: Hein Sax nach Angaben der Mutter Maria Sax)

 

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Am 28. April 1945 kamen die Amerikaner nach Oberharthausen.


Im Gasthaus Wacker hatte ebenfalls ein Teil der amerikanischen Soldaten Quartier genommen. Bei der Durchsuchung des Hauses fand man ganz offen und frei einen deutschen Karabiner stehen. Sofort verdächtigte man den Wirt Heinrich Wacker, Besitzer der verbotenen Waffe zu sein. Man wollte mit ihm kurzen Prozess machen und ihn im Garten dafür erschießen. Die französischen Gefangenen jedoch, die im Tanzsaal ihr „Gefangenen-lager“ hatten, traten heftig für ihn ein und bezeugten, dass dieses Gewehr dem deutschen Lagerposten Josef Hösl gehöre, der sich beim Kommen der Amerikaner abgesetzt habe. Die amerikanische Einheit rückte in der Morgenfrühe ab. Gottlob, das Dorf blieb von einer Vergeltungsmaßnahme verschont.

(Quelle: Orts- und Hofgeschiche Oberharthausen, Pfarrer Josef Schmaißer)

 


 

Die Gastwirtschaft und eine kleine Landwirtschaft

 

Es gab zwei Wirtshäuser im Dorf, den Wacker und die „Hall“. Auf der „Hall“ hatte man mehr „Laufkundschaft“ unter der Woche. Die Viehhändler kamen hier hin, um mit den Bauern auch im Wirtshaus ihre Geschäfte zu machen. Die Gastwirtschaft Wacker war aber der Ort, wo die Bälle gefeiert und das Mahl bei Hochzeiten und Beerdigungen in Auftrag gegeben wurde. Sofie Wacker hatte im Hotel Brauereigasthof Erl in Geiselhöring kochen gelernt. So kochten Sofie, Resl und Mare bei größeren Gesellschaften miteinander das Essen. In der Nähe des Hauses hatte sie auch einen großen Gemüsegarten angelegt, wo immer reichlich Salat, Kohlrabi, Radi, Gelbe Rüben, Zwiebel, Petersilie, Blaukraut, Weißkraut und Schnittlauch angebaut wurde. So konnten sie ihre Beilagen frisch vom Gartl holen.

Des Weiteren waren die öffentlichen Versammlungen (Wahlversammlungen, Gemeindeversammlungen) sowie die Wahlen alle im Gasthaus Wacker. Das Gasthaus hatte eben die Räumlichkeiten für größere Ereignisse. Bis zur Sperrung des Tanzbodens im 1. Stock (wegen Baufälligkeit) wurde jedes Jahr auch der Feuerwehrball und der Kappenabend bei Wacker abgehalten.

 

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Tanzboden Wacker 1989 beim Kappenabend

 

So kannten wir den Tanzboden: der Boden hat geschaukelt, die Wände waren nass, die Fenster waren angelaufen, der Holzofen hat geraucht, die Girlanden waren aus der Nachkriegszeit sowie auch die Teller und das Besteck. Genau das wollten wir, genau hier wollten wir feiern. Das ist das Spezielle an diesem Tanzboden gewesen. Kein großer Schnickschnack, hier war Nostalgie angesagt. Wären hier noch Leute vorbeigekommen, die schon 70 Jahre gestorben waren, sie hätten gesag: „Schaut aus wie immer“.

Auch die Speisenausgabe (es gab nur Wiener) wurde zu einer Zeremonie, die sich jährlich wiederholte. Der Wacker Sepp teilte das Teller mit Wiener aus, die Wacker Sofie ging mit einem 2 Liter Kübel Senf hinterher und kleckste ihn auf das Teller und zum Schluss ging der Mayer Xare oder der Wacker Johann und teilte die Semmeln aus. Ein sehr strenges Ritual, das der Wirt hier konsequent umsetzte. Dabei hing dem Sepp  meistens sein Haar ins Gesicht, was ihm ein sehr ernstes Aussehen gab. Daraus entstand auch sein Spitzname „VoPo“ (Volkspolizei in der ehemaligen DDR). Dieser Spitzname wurde immer verwendet, wenn es um den Sepp ging, niemals natürlich wurde er so angesprochen. Er wusste ja gar nichts von dem Namen.

 


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Von 1980 bis 2008 wurde der Maibaum beim Gasthof Wacker aufgestellt.

 

Vorher wurde der Maibaum bei der Kirche und der Gastwirtschaft „Hall“ aufgestellt. Doch 1980  musste wegen Straßenarbeiten der Maibaum weichen, und so zog man zur Gastwirtschaft Wacker. Dieser Standort blieb bis 2008, als wiederum der Straßenneubau den Standplatz für sich beanspruchte. Daraufhin wurde der Maibaum zum inzwischen neu gebauten  Gemeinschaftshaus auf dem Boltzplatz aufgestellt.

Außerdem war Josef Wacker Herbergsvater und später die Sofie die Herbergsmutter der Burschenfahne und auch der Feuerwehrfahne. Das heißt, dass auch die Burschen- und Feuerwehrversammlungen beim Wacker Sepp, bzw. bei der Sofie abgehalten wurden.

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Feier im Gasthaus Wacker unter den Kastanienbäumen nach bestandener Leistungsprüfung

bei der Feuerwehr. Im Hintergrund das berühmte „Soachheisl“.

 

Fahnenweihe Pönning 

Der Patenverein FFW Oberharthausen wird von der Freiwilligen Feuerwehr  Pönning

zu ihrer Fahneweihe 2006 vom Gasthaus Wacker abgeholt 

 

Ebenso wurde das Jagdessen nach der Treibjagd im Gasthaus Wacker eingenommen.  Die Sofie konnte eine wunderbare Hasenbrühe machen.

Ein weiteres Plus war im Sommer auch die gern benutzte Kegelbahn. Hier war Hochbetrieb angesagt. Der Späth Alfons, Danner Sepp, Weiß Hans, Krinner Hans waren die Meister an der Kugel, wobei der Späth Alfons alle übertraf. Am Sonntagnachmittag bis weit in den Abend hinein rollte da die Kugel. Es kamen auch auswärtige Gäste, um diese Gaudi auf der holprigen Holzbahn mitzumachen. Wir Buben konnten uns in den 1960/70ern als „Keglbua“ die eine oder andere Mark verdienen.

Neben der Gastwirtschaft führte Sepp Wacker auch noch eine Landwirtschaft von 40 Tagwerk mit Viehhaltung. Die Geschwister arbeiteten alle mit. Obwohl die Landwirtschaft nicht groß war, hatte Sepp Wacker die wichtigen Maschinen selber. Star war der kleine Allgaier Traktor, der mittels Zündkapsel und Antriebskurbel gestartet werden musste. Das war immer sehr anstrengend und dann im Alter für ihn unmöglich.

Dazu hatte er einen Claas Mähdrescher, mit dem er auch anderen kleinen Landwirten in den 70er Jahren in Lohn drosch. Sepp Wacker war immer recht zuversichtlich, wenn es um die Reihenfolge der Felder, die er abdreschen sollte, ging. Mit Zeitangaben wie z.B. um 15:00 Uhr fällt der „Winkl“ und um 17:00 Uhr das „Kreuth“ war er immer sehr optimistisch. Öfters ist dann mal was gebrochen oder ein Wetter kam und hat seinen Tagesplan gestört bzw. schnell beendet. Das kommentierte er dann mit einem besonderen Fluch.

 

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Von links: die Geschwister Maria Wacker, Sepp Wacker, Heinrich Wacker bei der Heuernte.

 

Die Geschwister halfen alle bei der Ernte mit. Die Resl, die Mare und auch der Heinrich hatten keinen Beruf erlernt und waren auch nicht verheiratet. So standen sie immer in der Gastwirtschaft, auf dem Feld oder im Viehstall zur Arbeit zur Verfügung.

 

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 Zuerst hatte Sepp Wacker einen 
Ködl & Böhm Mähdrescher
Allgaier Traktor 

 

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So einen Claas Mähdrescher hatte er zuletzt

 

Josef Wacker hatte auch noch einen großen Hanomag zum Ackern. Außerdem hatte er eine Kartoffelvollerntemaschine.

 


 

Wacker Josef "Sepp" als Schulkind in der Volksschule Pönning

 

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         „Große“ Schule von 1924 mit Lehrer Hasler und 54 Kindern

 

1. Reihe von unten links nach rechts:
Ebner, Alois, Oberholzen, 1912-2004; Semmelbauer, Otto, Oberharthausen; Renner, Andreas(Katz); Krieger, Xaver, Pönning, 1912-1996; Wacker, Josef, Oberharth., 1912-1988; Englberger, Josef, Oberharth., 1914-1975; Sax, Jakob, Oberharth., 1914-1998; Danhauser, Alois

2. Reihe:
Engl, Willi, Antenring; Rohrmüller (bei Märkl), Oberharth.; Danhauser, Ludwig, Pönning; Pummer, Max, Pönning; Zellmer, Ludwig, Oberharth., 1918-1980; Kiefl, Jakob; Danhauser, Otto, Pönning, 1917-1999; Walkshäusl, Ludwig, Pön., 1917-1999; Ebner, Theo (später Lehrer), Oberholzen, 1916

3. Reihe:
Wurm, Anna, Oberharthausen; Zellmer, Anna, Oberharthausen; Walkshäusl, Sophie, Pönning, 1914-; Beitler, Sophie, Pönning, 1912; Soller, Sophie; Wurm, Helena, Pönning, 1914-1997; Reif, Frieda, Gunting; Krinner, Maria; Loichinger, Zenta; unbekannt; unbekannt; Krammer, Liesl

 

4. Reihe:
Gruber, Karl, Oberharth., 1914-1941; Heinrich, Ludwig, Pönning, 1912-2004; Rohrmüller, Franz/Ludwig, Oberharth.; Gruber, Wolfgang, Oberharth., 1918; Nicklas, unbekannt; unbekannt; Gruber, Michael, Oberharth., 1916; Semmelbauer, Jakob, Oberharth.; unbekannt

5. Reihe:
Eiglsperger, Rosa, Pönning, 1913-2004; Wallner, Therese, Oberharthausen, 1913-2001; Walkshäusl, Anna, Pönning, 1912-1996; Mayer, Ottilie (Medi), Pönning, 1913-1985; Zach, Maria, Oberharthausen; Zellmer, Kreszenz, Oberharthausen; Beitler, Maria, Pönning, 1911-1960; Dachauer, Philomena, Oberharthausen; Aigner, Maria (Stierstorfer), Oberharthausen, 1914-1997

6. Reihe:
Reif, Josef, Gunting, 1912 oder 1913; Wiethaler ???; Heitzer, Hans (Hallwirt), Oberharthausen; Zellmer, Hans, Oberharthausen; unbekannt; Pummer, Alois, Pönning, 1912-1990; unbekannt

Die Jahreszahlen benennen Geburts- und Sterbejahr

(Quelle: Die Geschichte der Gemeinde Pönning, Johann Haller/ Josef Schmaißer)

 

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   Sepp Wacker als Schulbub

 

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Wacker Sepp als Soldat im 2. Weltkrieg

            Sepp als Firmpate von

           Franz-Xaver Wacker aus Ascha

      vor der Jakobsbasilika in Straubing.

 

 

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Josef Wacker als Soldat im 2. Weltkrieg ( 1. Reihe, Zweiter von links).
Josef Wacker hat die Grundausbildung als Soldat gemacht,
war aber nicht im Kriegsgebiet  eingesetzt.

 

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Hochzeit 1940 von Josef und Elisabeth Wacker,

geb. Märkl aus Höhenrain

 

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Josef Wacker liegt in Höhenrain begraben.

Zur Beerdigung fuhr ein Bus mit Oberharthausenern nach Höhenrain.

 


 

Sofie  Wacker als Schulkind in der Volksschule Pönning

 

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Schule 1930:  55 Kinder von 1.-7. Klasse in einem Raum mit Lehrer Geiger

 

1. Reihe (unten von links nach rechts):
Wurm, Willi, Pönning; Lachenschmidt, Franz, Oberharth., +1943; Buchner, Sigmund, Kleinpön., 1924-1951; Wurm, Hans, Pön., 1919-1998; Muggenthaler, Hubert, Oberharth.; Laumer, Ludwig, Pön.; Hierlmeier, Max, Pön.; Geiger, Hubert, Pön., +1941; Mayer, Sebastian, Oberharth., 1922- 2004; Hintereder, Alfons, Pön.; Schütz Johann, Oberharth.;

2. Reihe:

Engl, Rupert, Antenring, 1919; Eiglsperger, Josef, Pön., 1920-1995; Wild, Willi, Oberharth.; Gruber, Josef, Oberharth., +1943; Zellmer, Xaver, Oberharth.; Walkshäusl, Ludwig, Pön., 1917-1999; Aigner, Josef, Oberharth., 1919-1981; Wimmer, Theo, Pön., 1921-; Gürster, Josef, Oberharth., 1921-; Stadler, Maria, Oberharth., 1922-2005; Schütz, Mathilde, Oberharth., 1922-; Buchner, Ida, Kleinpönning. 1921-1994; Hösl, Maria, Oberharth.,+;

3. Reihe:
Gürster, Ottilie, Oberharth., 1922-1945; Engl, Kreszenz, Antenring, 1922-1997; Stadler, Katharina, Oberharth., 1923-1997; Wild, Mathilde, Oberharth.; Danhauser, Emilie, Pönning; Wallner, Maria, Oberharth., 1922-1999; Krieger, Mathilde, Pönning, 1922-1982; Krieger, Anna, Pönning, 1922; Mayer, Margarete, Oberharth., 1923-1976; Grassl Betty, Oberharth.

4. Reihe:
Pummer, Max, Pönning, 1917; Danhauser, Alfons, Pönning, 1919-1980; Zellmer, Ludwig. Oberharthausen, 1918-1980; Danhauser, ??, Oberharthausen??; Gürster, Michael, Oberharthausen, 1920; Spagert, Berta, Pönning; Reif, Frieda, Gunting, +; Semmelbauer, Anna, Oberharthausen; Muggenthaler, Traudl, Oberharthausen; Hösl, Kreszenz, Oberharthausen; Graßl, Barbara, Oberharthausen

 

5. Reihe:
Wacker, Sofie, Oberharth., 1922; Schmaißer, Sophie, Oberharth., 1925; Krinner, Rosa, Oberharth. (Frau Höpfl), 1919-; Landstorfer, Hedwig, Pön., 1921-2003; Krieger, Emilie, Pön., 1919-2000; Schmiedbauer Emilie, Pön,; Ebner, Hedwig, Oberholzen, 1919-2002; Höchbauer, Mathilde, Oberharth.; Mayer, Magdalena, Oberharth., 1920; Buchner, Ottilie, Kleinpönning, 1920; Wallner, Hedwig, Oberharth., 1920; Graßl, Karolina, Oberharth.; Lehrer Geiger, Franz, 1987-1981

 

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 Sofie bei ihrer Erstkommunion                               Sophie mit Rollator und ihrer Katze

 

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75 Jahre Arcobräu im Gasthaus Wacker (2006)

Herr Hans Artmann von der Brauerei Arco überreicht der Sofie eine Urkunde für 75 Jahre Treue zur Firma Arcobräu. Rechts: Birgit Wacker (Nachbarin und Tochter von Sofies Cousin und Hofbesitzer Johann Wacker hält den Blumenstrauß

 

 

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 Der stellvertretender Landrat Herr Josef Laumer und 2. Bürgermeister von  Geiselhöring

Herr Erwin Kammermeier gratulieren der Sofie zum 90. Geburtstag.

 

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            Bild oben zeigt die Gaststube  beim Kappenabend 2013;

                     es spielt der Oberharthausener Zellmer Wick

 

Bild oben zeigt Feuerwehr Vorstand

Uli Aigner
der zum 90. Geburtstag

gratuliert.

           hinter der Theke stehen links Birgit Wacker und die Sofie;

  am Tisch die beiden Brüder Hubert und Sepp Zellmer und der

                             Jagdpächter Christian Gschwind

 

 

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Trauerrede FFW Vorstand Uli Aigner am Grabe von Sofie Wacker:

 

Herr Pfarrer Bock,                                                     

Herr BGR Schmaißer,

Trauernde Familie Wacker,

Sehr verehrte Trauergäste,

Frau Sofie Wacker hatte für die FFW und KLJB Oberharthausen  immer eine offene Tür, wenn ein Verein eine Veranstaltung bei der Sofie veranstalten wollte.

Ob bei einem Maibaum aufstellen, bei einem  Kappenabend oder bei einer Vereinsversammlung, unsere Herbergsmutter hatte immer Zeit für eine gute Bewirtung.

Außerdem hatte die Dorfgemeinschaft jeden Sonn-  und Feiertag bei ihr einen Frühschoppen abgehalten.

Für die Dorfgemeinschaft war die Sofie Wacker der Treffpunkt für Jung und Alt.    

Für  die  gute  Gastfreundschaft und  als langjährige  Herbergsmutter, möchte ich dir, Sofie, auf das herzlichste danken.

Als  äußeres  Zeichen lege ich dir im Namen  der FFW  und KLJB  Oberharthausen, am offenen Grab dieses Kranzgebinde und diese Schale nieder

Herbergsmutter  ruhe in Frieden!

Im Namen der Fam. Wacker darf ich alle anwesenden Trauergäste ins Gasthaus Wacker einladen.

 

                                                                                ------------------------------------------------------------------------------------

 

(Eigenbericht für Homepage von Hein Sax)

Am Freitag war in Oberharthausen die Beerdigung von Frau Sofie Wacker. Die „Sof“ wie sie im Dorf liebevoll hieß wurde 91 Jahre alt. Bis zuletzt war sie mit ihrem Rollator noch mobil und vor allem auch geistig frisch und rege. Nach einer schweren Lungenentzündung verschied sie plötzlich und für alle unerwartet am 26.11.2013 im Herrn.

Das Requiem bei der Trauerfeier hielten Herr Pfarrer Edmund Bock und in Konzelebration Herr BGR Josef Schmaißer. Abordnungen der FFW Oberharthausen, der Landjugend Oberharthausen und des Schützenvereins Perkam begleiteten unsere Sofie auf ihrem letzten Weg. Uli Aigner als Feuerwehrvorstand und Renate Hager für die Schützen sprachen ihren großen Dank aus für die jahrelange Zeit als Herbergsmutter der Fahnen und dem Gasthaus Wacker als Versammlungsort der Vereine für alle Anlässe. Mit Trompetenklängen des Liedes „Näher mein Gott zu Dir“ begleiteten viele Bekannte, Verwandte und Freunde die Verstorbene zu ihrer letzen Ruhestätte.

Mit Sofie Wacker geht die Zeit einer langjährigen geschichtsträchtigen Gastwirtschaft in Oberharthausen zu Ende. Seit 1911 war das Wirtshaus unter der Familie Wacker in Betrieb. Nach über 100 Jahren wird mit der Sofies Tod wahrscheinlich das Ende des Dorfwirtshauses kommen.

Die „Sof“ hatte immer ein Ohr für ihre Gäste. Sie konnte sich stundenlang mit ihnen unterhalten, und nie wurde es ihr zu lang. So mancher Gast schüttete auch bei ihr sein Herz aus. Sie genoss die Treffen beim „Frühschoppen“ oder beim „Gesellschaftstag“ oder wenn außerplanmäßig eine Veranstaltung der Feuerwehr, eine Jagd- oder eine Bürgerversammlung der Stadt abgehalten wurde oder das Maibaumaufstellen der Landjugend stattfand. Bei Kappenabend und Feuerwehrball, ja da war sie in ihrem Element. Da organisierte sie im Hintergrund und stand an der Theke, bis der letzte Gast gegangen war. Dann ging sie aber meistens gar nicht ins Bett, sondern putzte und wischte sofort den Tanzboden oder das Gasthaus heraus. Da legte sie großen Wert darauf, dass alles sofort wieder gereinigt und einsatzbereit war.

Mit der Sofie verliert das Dorf eines ihrer letzten Originale. Sie gehört zu den Menschen, die sich bei den Oberharthausenern eingeprägt und Spuren hinterlassen haben. Man wusste bei der Sophie immer, wie man dran war, ob es einem passte oder nicht. Sie war geradeheraus, ehrlich und zäh. So manche Verletzung im hohen Alter steckte sie einfach weg, und alle bewunderten sie dafür, ob jung oder alt.

Viele ehemalige Oberharthausener und sonstige Auswärtige besuchten die Sofie auf einen Ratsch. Sie war der Anlaufpunkt, wenn man sonst keinen Bekannten im Dorf antraf. Bei der Sofie vergaßen alle die Zeit. Sie strahlte eine Ruhe aus, die keinen Gast zur Eile antrieb.

Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen schuldet der Sofie Wacker großen Dank. Jahrzehntelang stellte sie die Räumlichkeiten für alle Versammlungen und Aktivitäten sämtlicher Vereine im Dorf. Auf die Sofie war immer Verlass, sie war immer für das Dorf da.  Als letzte Veranstaltung auf dem Tanzboden ihres Wirtshauses wurde ihre eigene Kremess gehalten. Das hätte ihr sicher gefallen, wenn sie das noch gesehen hätte. Nur rauswischen konnte sie nicht mehr…

Nach  der Feuerwehrfahnenweihe 1929 stand beim Nachbericht  in der Straubinger Zeitung auch folgender Satz: schließlich sprach das kleine Wackermädl (Sofie Wacker) den Dank der Kinder an die Wehrmänner recht warmherzig….

Die Dorfgemeinschaft will dir auch ganz warmherzig DANKE für alles sagen, liebe Sofie!

Du wirst dem Dorf fehlen!

Sofie Wacker, Ruhe in Frieden!

 

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Übersichtschronik

 

  • 1904: Neubau (Zweistöckiges Wohnhaus mit Stallungen, Stadel, Schweinestall und Wagenschupfe, Backofen und Hofraum 0,169 ha Pl. Nr. 33 Grasgarten und Baumgarten 0,061 ha)

  • 1909: Haus 17 erhält die Gastwirtschaftskonzession – Tafernwirtschaft wird genehmigt, da nur eine Schankwirtschaft im Dorf ist

  • 1911: Georg Wacker kauft für 50 000 Mark die Gastwirtschaft und die Felder – Genehmigung der Gastwirtschaftskonzession

  • 1914: Weltkrieg, Mutter Maria alleine mit 5 Kindern zwischen 11 und 2 Jahren (zwei waren als Babys gestorben)

  • 1917/18: Vater Georg sen. kommt aus Krieg zurück

  • 1918: Maria Wacker stirbt mit 46 Jahren

  • 1922: Tochter Resl bekommt uneheliche Tochter Sofie (erstes und einziges Enkelkind am Hof)

  • 1930: Mit 27 Jahren zieht der Sohn Georg jun. (Sofies Onkel) nach Ascha

  • 1948: Sofies Oma Maria stirbt mit 76 Jahren, danach Sofies Onkel Heinrich mit 43 Jahren

  • 1950: Sofies Mutter Resl stirbt mit 50 Jahren (Sofie ist 28)

  • 1951: Johann Wacker (Sepps Sohn, Sofies Cousin) wird geboren

  • 1952: Sofies Opa Georg sen. stirbt mit 80 Jahren

  • 1966: Sofies Tante Maria stirbt mit 60 Jahren

  • 1983: Übergabe an Johannes Wacker Höhenrain

  • 1988: Sepp Wacker stirbt ( begraben in Höhenrain)

  • 2013: Sofie Wacker verstorben – mit ihr endet die Gastwirtschaft Wacker

 

 



 

Das Bildmaterial zu diesem Bericht stellte größtenteils Frau Sylvia Diewald, Tochter von Franz-Xaver

Wacker aus Ascha zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür!

 



 

Da im Bericht über die Familie Wacker auch das Bild von Heinrich Wacker enthalten ist, wie er im Sarg aufgebahrt ist, ist im Anhang ein interessanter Bericht über eine Beerdigung in alten Zeiten eingestellt. So kann sich die Jugend von heute ein Bild davon machen, wie man mit ein Trauerfall in der alten Zeit umgegangen ist. 

 

Früher wurden Beerdigungen über drei Tage zelebriert.

Damals musste niemand alleine Sterben - Das ganze Dorf nahm Anteil – zumindest wenn der Tote reich war.


Bericht von Georg Fleischmann in der Mittelbayerischen Zeitung vom 01.11.2016

Es nähern sich nun wieder die Tage, wo die Menschen wieder mehr denn je an die Vergänglichkeit erinnert werden. Der Gedanke an den Tod wird in unserer Gesellschaft weitgehend verdrängt, er ist fast ein Tabu. Die Menschen früherer Zeiten hatten einen ganz anderen Umgang mit ihren Toten, verabschiedeten sich intensiv von ihnen und halfen sich gegenseitig bei ihrer „Trauerarbeit“. Wenn damals die kleinste Glocke – man nannte sie Sterbeglocke – vom Kirchturm zu hören war, horchten die Leute auf, denn meistens verkündete sie traurige Nachricht.

Doch es musste nicht immer gleich Tod bedeuten, sondern es konnte auch sein, dass der Pfarrer zu einem Schwerkranken oder bettlägerigen Menschen gerufen wurde. Diesen Gang nannte man früher einen „Versehgang“. Immer wenn Angehörige eines solchen Menschen beim Pfarrer vorsprachen, dem Kranken die Kommunion zu bringen, machte sich der Pfarrer und ein Ministrant, beide im weißen Chorrock, der Ministrant noch mit einer brennenden Laterne und einem kleinen Glöcklein auf den Weg zum Haus des Kranken. Dorfbewohner standen am Wegrand und begleiteten betend den Pfarrer ein Stück des Weges. Am Ortsrand bimmelte der Ministrant mit seinem Glöcklein, die Leute knieten nieder und der Pfarrer gab ihnen den Segen.

Pfarrer und Ministrant zogen nun alleine weiter zum Haus des Kranken oder Sterbenden. Dort war bereits alles vorbereitet für das „Versehen“. Nachdem der Kranke gebeichtet und kommuniziert hatte, folgte noch ein kurzes Gespräch. Auch mit den Angehörigen unterhielt sich der Pfarrer. Vor dem Weggehen gab es dann immer einen kleinen Obolus, was für den Ministranten ein „Fuchzgerl“ war. Es dauerte oft nicht lange, da läutete wieder das Sterbeglöcklein und die Dorfbewohner ahnten bereits, wer gestorben ist. Auf die Angehörigen kam eine Menge Arbeit für die Vorbereitung zur Beerdigung zu. Zu dieser Zeit gab es im ländlichen Bereich noch kein Leichenhaus für das Aufbahren und kein Institut, das diese Arbeiten übernommen hätte. Der Verstorbene musste Zuhause aufgebahrt werden. Das war in den kleinen Häusern mit den engen Wohnräumen schwierig – besonders im Sommer, wenn es heiß war.

Nicht selten wurde der Tote in der Wohnküche aufgebahrt und die Angehörigen mussten diesen Raum drei Tage mit dem Toten teilen. Auf einem kleinen Altartisch brannten neben einem Kreuz zwei Kerzen und in einem Glasgefäß war Weihwasser mit einem Buchsbaumwedel aus dem Garten. Nachbarn und Bekannte kamen kurz vorbei und bespritzten den Verstorbenen mit Weihwasser. Dazu wurde das Gesicht des Toten abgedeckt, um ihn noch einmal zu sehen. Nachdem der Leichenbeschauer die Papiere ausgestellt hatte, wurde der Pfarrer verständigt, um die Beerdigung festzulegen. Dann ging es zum Totengräber, zu den Sargträgern, den Fahnenträgern, dem Kreuzlbuben, den Vorbetern und nicht zuletzt zur Feuerwehr und zur Musikkapelle, wenn der Verstorbene Mitglied war. Ganz wichtig waren auch der Wirt, bei dem der Leichtrunk stattfinden sollte und der Schreiner, der die Truhe anfertigen musste. Und damit es bei einer „Leich“ entsprechend laut zuging, musste man noch „zugelassene“ Böllerschützen verständigen, jedoch nur für Verstorbene, die im Krieg oder sonst eine Persönlichkeit im öffentlichen Leben waren.

Und damit zur „Leich“ auch viele Leute kamen, musste dies kundgetan werden, damals nicht mit Zeitungsanzeigen wie heute, sondern durch eine Leichenbitterin oder Leicheneinsagerin. War der Verstorbene bekannt, so brauchte man mehrere Einsager, denn auch den Nachbardörfern sollte dies mitgeteilt werden. Diese Leichenbitter mussten ihr „Einsagen“ sehr gewissenhaft verrichten und dafür sorgen, dass möglichst viele Leute zur „Leich“ kamen. Meistens waren es arme Familien, die das Einsagen machten.

Und weil die Zeit bis zur Beerdigung immer sehr drängte, so waren die Leichenbitter von früh morgens bis spät abends unterwegs. Sie zogen von Haus zu Haus und sagten das Sprüchlein auf, das heißen konnte: „Da Huawabauer lässt bittn, san Wei am Freita mit af Leich zge, um hoib zehne vom Haus wega“.

Der Einsager blieb solange an der Tür stehen, bis er seinen Lohn bekam. Dieser war sehr unterschiedlich. Recht „kniggerte“ Menschen gaben nur einen oder zwei Pfennige. Fünf Pfennige oder gar zehn war schon sehr reichlich. Waren es nur ein Pfennig oder zwei, so konnte man das „Vergelt’s Gott“ kaum hören. Anstelle von Geld gab es oftmals auch ein „Scherzl“ (Randstück) hartes Brot oder ein Ei. Auch im Trauerhaus hatte man in dieser Zeit viel zu tun. Es musste geputzt und gescheuert werden. Die Leichengeher kamen nicht nur, um zu beten, sondern vor allem, um zu schauen, wie es „ausschaut“ auf dem Hof oder Häusl. Und dann kam in den Nächten vor der Beerdigung noch etwas hinzu, nämlich das „Aufbleiben“ oder „Wachen“ beim Verstorbenen. So ab 22 Uhr kamen die Nachbarn und Dorfleute in das Sterbehaus, um mit den Angehörigen beim Toten „Wache“ zu halten – und für die arme Seele zu beten. Dieses „Aufbleiben“, bei dem oft die ganze Stube voller Menschen war, begann mit einer allgemeinen Unterhaltung. Viel wurde dabei aus dem Leben des Verstorbenen erzählt. So gegen Mitternacht wurde es jedoch „todernst“. Es wurde still in der Stube, als man mit dem Beten des schmerzhaften Rosenkranzes begann. Man kniete auf dem harten Fußboden oder stützte sich dabei auf die Bank oder einen Stuhl. War der Vorbeter jemand der viel betete, so zog sich dieser Rosenkranz lang hin, weil sich zum Schluss noch viele Vater Unser für die armen Seelen, besonders für die Verwandten des Verstorbenen anschlossen. Den „Nachbetern“ dauerte dies oft zu lange, sie wurden unruhig und „wetzten“ mit den Knien hin und her. Das war immer das Zeichen zum Aufhören. War das Beten nun beendet, so gab es noch einen kleinen Imbiss, auf den alle warteten. Bei einem Armen gab es trockenes Weckenbrot vom Bäcker, was immerhin schon etwas besonderes war. Bei einem Reicheren gab es noch Bier dazu, das in einem Maßkrug herumgereicht wurde. Dazwischen wurde jedoch der Tote nicht vergessen. In gewissen Abständen schaute man nach, ob alles in Ordnung sei.

Am dritten Tag war dann die Beerdigung. Für die Angehörigen im Haus begann dieser Tag schon früh, mussten doch zuvor die Stallarbeiten verrichtet und nochmals sauber aufgeräumt werden, bevor die ersten Leichengänger kamen. Und auch hier gab es Unterschiede. Bei armen Leuten ließ die Teilnahme oftmals zu wünschen übrig, während bei den großen Bauern sich diese in großer Zahl einfanden. Man ging nochmals ins Sterbezimmer und bespritzte den Toten mit Weihwasser. Die Trauergäste versammelten sich vor dem Haus und mit dem Erscheinen des Schreiners brach eine Unruhe aus. Dieser brachte nämlich oft erst die „Truhe“ mit, die er auf einem Handwagen geladen hatte. Lautlos wurde dann Platz gemacht und der Schreiner begab sich mit der Truhe ins Sterbezimmer, wo der Tote aufgebahrt war. Es wurde still im Haus bis plötzlich der Vorbeter mit kräftiger Stimme mit dem „Glaube an Gott“ begann. Dies war in dem Augenblick, wo der Verstorbene in die Truhe gelegt wurde.

Mit ein paar Hammerschlägen wurde die Truhe zugenagelt und zwei kräftige Männer trugen den Sarg hinaus auf die „Gred“, wo bereits die Tragbahre oder das Rosswagerl bereit stand. Beim Hinaustragen wurde der Sarg an der Türschwelle drei Mal gesenkt, damit der Tote in Frieden gehen konnte. Vor dem Haus hatten sich bereits der Pfarrer, die Vereine mit ihren Fahnen sowie die Musikkapelle eingefunden und nach einem kurzen Gebet formierte sich der Leichenzug in Richtung Friedhof. Der Weg dorthin konnte je nach Größe der Pfarrei bis zu einer Stunde betragen. So war es auch verständlich, dass der Verstorbene auf einem ganz normalen Rosswagerl, bespannt mit zwei Pferden, gefahren wurde. Im Winter benützte man dazu einen bespannten Schlitten.

„O Herr gib ihm die ewige Ruh“, so ertönte unterwegs lautstark die kräftige Stimme des Vorbeters und die Musikkapelle spielte Trauermärsche. Kaum das Pfarrdorf in Sicht begannen dort die Glocken zu läuten, und solange bis der Trauerzug den Friedhof erreicht hatte. Schier endlos schien oft so ein Trauerzug als dieser in den Friedhof einzog und sich rund um das Grab versammelte. Die Beisetzung fand damals vor dem Trauergottesdienst statt. Wurden dabei Böller geschossen, so musste ein Aufpasser vom Kirchturm aus ein Zeichen geben, wenn der Sarg in die Erde gesenkt wurde. Gespannt warteten die Leichgänger nun auf die Trauerrede des Pfarrers, die am offenen Grab gehalten wurde. Diese war besonders auf das vergangene Leben des Verstorbenen ausgerichtet, der trotz so mancher Missetaten, schließlich als guter Christ gestorben ist. Während des Gottesdienstes gab es dann noch einen „Opfergang“. Der führte in manchen Kirchen hinter dem Hochaltar herum. Meistens führte dort eine Tür in das „Leithäusl“ und damit ins Freie, durch die besonders eilige dann den Trauergottesdienst „vorzeitig“ verließen. Außer den zwei Körbchen in die das Opfer gelegt wurde, stand auch noch ein Ministrant mit dem „Klingelbeutel“ neben dem Altar. Dieser hatte es nicht leicht ein paar Pfennige zu vereinnahmen, denn die meisten Leichgeher gingen ohne etwas einzulegen vorbei. Dabei half auch das ständige Klingeln gar nichts.

Nach dem Trauergottesdienst hatten viele „Leichgeher“ so manche von ihrer gezeigten Anteilnahme schnell vergessen. Vor den Stufen zum Friedhof stand schon die Musikkapelle und die Feuerwehr. Schon ging es mit flotter Marschmusik zum Wirtshaus, wo der Leichtrunk stattfand. Hier gab es Freibier und ein warmes Essen, meistens ein saueres Lüngerl, dazu frischgebackenes Weckenbrot vom Bäcker des Dorfes. Außer den Vereinen waren auch noch alle anderen Leichgänger, die irgendeine Tätigkeit verrichteten, so wie natürlich die ganze Verwandtschaft eingeladen. Auch die Geistlichkeit fand sich ein, die dann pünktlich beim 12 Uhr-Läuten an den „Engel des Herrn“ erinnerte. Die wohl größte Freude am Leichtrunk hatte sicher der „Kreuzlbua“, denn auch dieser durfte mit ins Wirtshaus gehen und einige Male, wenn auch ganz verstohlen, aus einem Maßkrug trinken. So ein Leichtrunk dauerte oftmals bis in die späten Abendstunden. Die Leute im Dorf sagten dann immer: „Den hams owa heit wida gscheit eigschwemmt“ was heißen soll: Mit viel Bier beerdigt.

Braucht man heutzutage eine Arbeitshose, dann fährt man entweder nach Straubing in ein Fachgeschäft oder einen Baumarkt der gut sortiert ist. Man kann aber auch online mit Computer seine gewünschte Hose unproblematisch bestellen, und nach zwei drei Tagen bringt es der Zusteller. 
In den nächsten Zeilen soll aber die Zeit beschrieben werden, als es in Oberharrthausen noch keinen Computer gab, und man auf  Händler oder Gewerbetreibende angewiesen war, um seinen Vorrat an Lebensmittel, Kleidung usw. aufzufüllen.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, wenn man heute nach Händlern sucht, die nach dem Krieg in Oberharthausen ihre Geschäfte machten. Deshalb gilt mein besonderer Dank vor allem Danner Sepp und Zellmer Sepp die sich oft die Zeit am "Stammtisch" nahmen, und auf die Fragen zur Vergangenheit erzählten.

 

Stammtisch Sepp Zellmer und Sepp Danner kl

Die beiden Stammtischbrüder Sepp Zellmer und Sepp Danner

 

Auch Weiß Resi, Thekla Zellmer, Schmaißer Maria, Christine Haslinger und auch Gerda Pärr und Hermann Ammer aus Pönning um nur ein paar Personen zu nennen sprachen bereitwillig über die alten Zeiten , bzw. waren mit Bildern behilflich.

Ausdrücklich möchte ich mich bei Herrn Hans Haller für die verschiedensten Berichte und Bilder bedanken, die aus der "Geschichte der Gemeinde Pönning"  entnommen worden sind. Des weiteren Danke an Herrn Albert Ammer, der mir schon Jahre vor seinem Tod erlaubte, aus seinem Buch "Geschichte der Gemeinde Perkam"zu entnehmen, was ich für Berichte brauchen kann!  Herzlichen Dank für Ihr beiderseitiges Einverständnis!

 

 Haller Ammer Albert 
 Herr Hans Haller, Lünen  Herr Albert Ammer, Perkam

 

 

Da Originalbilder selten sind, wurden teilweise Symbolbilder aus dem Internet zur Veranschaulichung verwendet. Es sind auch zwischendurch immer wieder Informationen zur Erklärung der Verhältnisse in dieser Zeit eingestreut.

Wozu der Bericht?

Wir sind hier noch die letzte Generation, die durch Zeitzeugen Zugriff auf die alten Zeiten hat. Allgemeingültiges kann man aus dem Netz entnehmen, ortsspezifisches wie Informationen aus Oberharthausen findet man da nicht. Da muss man selber nachfragen bei den letzten Zeitzeugen, die das Dorf noch aus der Zeit hat. Sie sind der Schatz mit dem Wissen, der uns shcon unbekannt geworden ist.

Heimatgeschichte erforschen und auch für die nachfolgenden Generationen dokumentieren sollten wir alle als Ziel haben. Wir haben alle unsere Wurzeln in diesem Dorf, unsere Vorfahren haben harte Zeiten durchgemacht. Sie sind es wert, dass man ihr Leben und ihre Lebensumstände, ihr Arbeiten und ihre Lebensweise erforscht und bewahrt.

Deshalb wiederum mein Aufruf, falls es noch Vorkommnisse und Begebenheiten aus den alten Tagen gibt, dann wäre ich dankbar für die Informationen oder Bilder. 

Falls ich manche Sachverhalte falsch dargestellt habe oder vergessen habe, dann bitte ich um Entschuldigung und nehme die Korrektur gerne an.

Mit besten Grüßen

Hein Sax
Administrator Homepage


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 Gewerbetreibende, Händler, Hausierer und sonstige

Begebenheiten aus alten Tagen


Nur noch ältere Leute können sich an die Hausierer erinnern. Es geht um den guten alten Hausierer oder manchmal auch die Hausiererin, die mit ihrem eigenen Sortiment an Waren oder Dienstleistungen und auf eigene Rechnung Geschäfte machten.
Vor allem auf dem Lande, abseits von den Zentren versuchten die Hausierer die Waren oder Dienstleistungen zu den Kunden zu bringen. Viele Hausierer waren für ihren Geschäftszweig gut ausgerüstet. Die meisten benutzten speziell ausgestattete Rückentragkörbe oder Traggestelle. In diesen war das Warensortiment „transportsicher“ und schnell greifbar verstaut. Dazu enthielt diese Trage auch verschiedene Fächer, Schubladen oder angehängte Beutel und Säcke. Solche Tragen boten den Vorteil, dass man damit alle Wege und Stege, Treppen und Steige bewältigen konnte. Dass man die Zusammensetzung der Ladung geschickt berechnen und der eigenen Leistungsfähigkeit anpassen musste, war hingegen ein Nachteil. Im flacheren oder mehr durch Strassen erschlossenen Gebieten versuchten die Hausierer diesen Nachteil durch spezielle Handwagen mit Hundegespannen oder später Fahrrädern mit Anhängern wett zu machen.
Mobilität war für die meisten Leute zu dieser Zeit nicht so einfach zu bewerkstelligen wie heute. Viele Höfe lagen weit abseits. Wollte man etwas einkaufen, musste man sich ins Dorf oder an bestimmten Tagen auf den nächsten Markt begeben. Dies geschah in den meisten Fällen zu Fuss und war oft eine mühsame, zeitraubende Angelegenheit. Wenn man es sich leisten konnte, musste man anspannen und den Weg mit Pferd und Wagen zurücklegen. Aus diesen Gründen war Hausieren mit einem speziellen Warensortiment damals ein Erfolgsmodell.
Die meisten Hausierer boten Kurzwaren an. Unter Kurzwaren versteht man hauptsächlich Nähutensilien. Die Bauersleute nähten oder reparierten ihre Kleider selber. Dazu brauchten sie Knöpfe, Faden und Zwirne, Nähnadeln, Stecknadeln, Bänder und Schallen, also allerlei kleine Dinge, die eine Hausfrau so brauchte. Auch für die Arbeit in Haus, Stall und Flur war allerlei Krimskrams zu haben. Schnüre und Seile, Fett, Seife, Öl, Schleifsteine, Messer, Rasierklingen und kleinere Werkzeuge. Aber auch spezialisierte Hausierer auf Schürzen, Stoffe, Unterwäsche, Socken, Hüte und Mützen tingelten im Lande herum. Zu all diesen Produkten gab es die Neuigkeiten des weiteren Umfeldes mehr oder weniger genau, unter – oder übertrieben, gratis dazu.
Natürlich gab es dabei auch schwarze Schafe, welche Schindluderei betrieben. Den Leuten schlechte Ware andrehten oder die Bauern auf die eine oder andere Art betrogen. Oft nahm das Hausieren überhand und es verging kein Tag, an dem nicht irgendein Händler seine Waren anbieten wollte.
Ein hiesiger Krämer aus Oberharthausen war auf dem Weg nach Pilling, als ihm Hausierer entgegen gekommen sind. Er empfang die Konkurrenten gleich mit den Worten: „Ihr Saubärn, bleibt´s drin“ ..

 

Gewerbe in Oberharthausen

 

Gewerbe1

Quelle: Pfarrer Josef Schmaißer

 

 


 

 

 Schmiede vom Dorf (alle auf Hofstelle von Xare Wallner)

1672 Bartholomäus Hönigsberger
1703 Ambros Kagerer
1761 Georg Kagerer
1808 Michael Kagerer, Schmied, Mesner und Schullehrer
1833 Georg Häckl, Schmied
1862 Paul Gröschl aus Gingkofen
1906 Georg Wallner, Schmied aus Leiblfing
1958 Xaver Wallner
1987 Schmiede erloschen
(Wallner Xare)

 

Die Schmiede von Xare Wallner war nicht nur ein Ort, wo hart gearbeitet wurde. Die Bauern trafen sich auch oft im Winter um sich in der warmen Schmiede zu unterhalten. So mache Entscheidung vom Gemeinderat wurde hier zwischen den Männern besprochen.

Für die Kinder war die Schmiede ein Abenteuerland. Die vielen Zangen und Hämmer die an den Wänden hingen, die Esse mit den glühenden Kohlen und dann das immerwährende Dengeln am Amboss. Die Funken flogen nur so, bis der Meister das glühende Eisen dann ins Wasser steckte, um es zu härten. Wenn dann die Scharren der Pflüge gedengelt waren, dann schrieb er mit Kreide den Namen des Bauern drauf, und seine Arbeit notierte er auf Schiefertafeln, wie man sie in der Schule hatte.

Als die Jüngeren dann Sprüche klopften, wie schwer der Amboss ist und wer in zu Boden heben kann, wurde daraus gleich Ernst. Ein paar der Burschen schafften es tatsächlich, diesen fast 4 Zentner schweren Amboss auf den Boden zu stellen. Natürlich stellte ihn auch der Schmied Xare auf den Boden. Dazu sagte er folgenden Spruch : "den Amboss wenn i heb, das ist des gleiche, als wenn i a Kaffeehaferl in der Hand habe". Das sagte alles über seine Zähigkeit und Härte aus.

Als Schmied hatte Xaver Wallner zu seiner Zeit allerlei Arbeiten zu verrichten. Die Bauern brachten die schweren Rösser für einen Beschlag zu ihm. Vor allem, wenn im Winter überraschend Eis und Schnee auf den Straßen lag, standen die Bauern Schlange. Dann wurden die Eisen geschärft, damit sie besseren Halt fanden. Durch diese scharfen Kanten kam es aber öfters zu Verletzungen bei den Pferden, wenn sie sich mit einem Fuß am anderen rieben. Da verletzten sie sich selber und das Blut lief herunter.


Hufbechlag

Hufbeschlag eines Pferdes durch Ludwig Zellmer

 

Auch die Ochsen wurden  beschlagen. Da die Fußsohle der Rinder aus zwei gegeneinander beweglichen Klauen besteht, ist hier ein konstruktiv anderer Beschlag notwendig, der im Wesentlichen aus einer elliptischen Platte besteht, die unter eine Klauenhälfte genagelt wird. Üblicherweise wurde nur die Außenklaue des Vorderfußes, bei starker Belastung auch die Innenklaue des Hinterfußes beschlagen, da sich diese am stärksten abnutzen. Genagelt wird die Klauenplatte (Klaueneisen) nur auf der Außenseite der Klaue; auf der Innenseite wird die Platte durch eine Metallzunge gehalten, die zwischen den beiden Klauen hindurchgeführt und umgebogen wird (Wikipedia)

 

 

800px Eversberg 0017  Beschlag Ochsen
 Beschlag eines Ochsen ( Quelle: Heimatmuseum Eversberg)  

 

 

Bei einem Rind werden die Klauen ausgeschnitten 

 

Huptsächlich schärfte der Schmied die Pflugscharren oder auch die Spitzen von den Eggen ("Eittn")

 

 Schmied  Eggenzahn
 Schmied dengelt Pflugscharre Schmied fertigt einen Zahn für die Egge 

 

 wagenrad

Schmied zieht über das Wagenrad den Eisenreifen auf.
Hier im Bild drei Männer, Xare Wallner hat es alleine gemacht

 

eisstöck 

Xare Wallner zog nicht nur auf die Wagenräder, sondern auch auf die Eisstöcke die Ringe auf

 

Ein Schmied gehörte früher in jedes Dorf. Das Ende des Schmiedeberufes begann schleichend: Zunächst verschwanden langsam die Pferde als Arbeitstiere aus den Dörfern und der Hufschmied hatte immer weniger Arbeit. Das Aufkommen von Gummireifen an Wagen, Autos und Traktoren brachte dann den Berufszweig zum Erliegen.

So übernahmen Metallwarenfabriken, die viel günstiger produzieren konnten, die Herstellung von Geräten und Werkzeugen. Heute ist der Beruf des Dorfschmiedes, den es früher in fast jedem Ort gab, fast völlig ausgestorben. Ganz selten findet man noch Kunstschmiede, die das uralte Handwerk als künstlerische Tätigkeit ausführen.


 

Lagerhaus Xaver Wallner

 

Lagerhaus Wallner  Wallner Xare sw 
Im Hintergrund sieht man noch die Rampe vom Lagerhaus  Schmied und Lagerhausbetreiber Xare Wallner 

              

 

Xare Wallner hatte auch ein Lagerhaus mit Verkauf von Leinmehl, Kälbermehl, Legekorn, Kunstdünger, Fischmehl. Er wurde von der Fa. Jungmayer aus Geiselhöring beliefert.  Dafür hat er eine Pacht bekommen. Unter der Rampe hat der „Schmid“ fassweise das Rohöl gelagert.  Da hat man sich dann wieder ein 200 l Faß geholt.  Konkurrent für das bessere Rohöl war die Firma der Hochstätter Brüder aus Straubing, das der Vertreter  Weinzierl aus Dengling im Dorf verkauft hat.  Das Rohöl von Jungmayer das der Schmied Xare verkauft hat, hatte mehr Schwefelanteil gehabt, was für den Bulldog schlechter war.  Das Geschäft hat den Brüdern aber kein Glück gebracht, weil sie einen ausschweifenden Lebenswandel mit Frauen usw. hatten. Sie haben sich mit 50 Mark – Scheinen Zigaretten angezündet, bis sie dann irgendwann verkracht sind.

Auf dem Bild sieht man im Hintergrund noch die Rampe zum Be- und Entladen. Sie wurde dann abgebrochen, und das Schiebtor verlängert. Heute ist es eine Autogarage.

 


 

Lagerhaus Ludwig Zellmer

 

Lagerhaus Zellmer

 Lagerhaus von Ludwig Zellmer, hier im Bild der Bulldog von Danner Sepp der Kunstdünger holt

 

Ludwig Zellmer sw 1953 errichtete das Lagerhaus Kapfelsperger in Perkam auf dem Grund von Ludwig Zellmer in Oberharthausen ein Lagerhaus. Es wurde dafür an die Familie Zellmer eine monatliche Pacht gezahlt. Lagerleiter waren Frau Thekla Zellmer und Herr Ludwig Zellmer.

In dem Lagerhaus waren Kunstdünger, Futtermittel (Deuka), Beizen usw. gelagert, die man sich abholen konnte.
Es wurden auch Gurken für die Firma Ott von Nürnberg  entgegengenommen, mit denen das Lagerhaus Lermer handelte. Als Gegenleistung hat man eingemachte Gurken bekommen.
Das Lagerhaus wurde bis ca. 1975/76 betrieben und 1980 abgerissen.
 Ludwig Zellmer  
Franz und Franziska Lermer kauften 1932 das Lagerhaus in Perkam von der Genossenschft und baute ein Wohngebäude an. Es wurde ein Anschlußgleis gelegt und der Lagerhausbetrieb wurde zu einem leistungsfähigen Landhandelsunternehmen. Nach Ableben der Eltern führte die Tochter Maria Kapfelsperger mit ihrem Mann Otto  die Lager-hausgeschäfte in gewohnter Weise weiter. Nachdem der Sohn Franz 1984  tödlich verun-glückte, verpachteten die Eheleute Kapfelsperger 1955 das Lagerhausgeschäft und sämtliche Lagergebäude an die Raiffeisenbank Perkam. lermer

 


 

Krämerladen Redl - Eichinger - Märkl

 

Eichinger

 Ehemaliger Krämerladen - Haus jetzt im Besitz von Martin Glöckl

 

Frau Märkl

Die Krämerin Frau Märkl, später Braun

 

Den Kramerladen in Oberharthausen führte ab 1927die Familie Redl, dann ab 1932 die Familie Eichinger. Ab 1937 führte die Familie Märkl den letzten Krämerladen in Oberharthausen bis 1975.
Xaver Märkl erinnert sich noch heute, wie damals im Krämerladen alle Waren offen waren, so wie der große Essigballon, Petrolium für die Lampen, Zucker, Salz, großer Marmeladenkübel oder offene Salzheringe und Schokoladenrippchen. Das war damals ganz normal. Heute würde so ein Laden sofort geschlossen werden.

 


 

Gasthäuser

 

Das Bier wurde damals noch mit dem Pferdewagen gebracht.  Auf seine vierbeinigen Kollegen kann der Kutscher sich verlassen. "Wenn ich nicht eingreife, finden die Pferde von allein ihren Weg. Die kennen ihre Tour und halten vor jedem Gasthaus, das beliefert wird, automatisch an." Kein Wunder, denn oft lockt eine Belohnung. Wirte, Anwohner der Altstadt und Bauern auf dem Markt warten mit Karotten und anderen Leckereien auf die Huftiere. Dazu gibt es immer wieder Streicheleinheiten.

Daheim wurde das Bier dann im Eiskeller kühl gehalten. Im Winter füllte man diese Keller mit Eis aus eigens dafür angelegten Weihern. Dieses schmolz in der warmen Jahreszeit zu einem festen Eisstock zusammen, der bis in den September hinein durchhielt. Die Maß Bier kostete im Verkauf vor dem ersten Weltkrieg 20 Pfennig. Es gab nur Faßbier, Flaschenbier kannte man kaum.  Das Bier wurde mit Steinkrügen geholt. Man braute damals nur Dunkles. Erst in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen kam helles Bier auf, und verdrängte das Dunkle allmählich. Wein und Likör führte der Wirt früher gar nicht. Im Winter trank man vielleicht ein Stamperl Schnaps zum Aufwärmen. Für Kinder und Kranke holte man eventuell ein Kracherl.

 Bierauslieferung mit der Kutsche In Freiburg setzt eine 79924

Bier wurde mit dem Pferdefuhrwerk angeliefert

 

Gasthaus und Tafernwirtschaft Wacker

 

Gasthaus Wacker

1909 wird eine Gastwirtschaftkonzession genehmigt ( Familie Holmer).
1911 kauft Georg Wacker die Tafernwirtschaft.
Sie wurde betrieben bis zum Tod von Sophie Wacker, im November 2013.

 

 Familie Wacker  Sophie 1
 

Vorne sitzend: Josef Wacker, Vater Georg Wacker, Elisabeth Wacker ( Frau von Josef)

Hinten: Sophie Wacker, Maria Wacker , Therese Wacker ( Mutter von Sophie)

(es fehlt Heinrich Wacker)

 langjährige Wirtin Sophie Wacker

 

Gastwirtschaft "zur Hall"

 

Hall

Gastwirtschaft z. Aigner des Joh. Gahr (steht auf Postkarte)

 

1886 18. Dezember Aigner Joseph Hs. - Nr. 19 kauft Pl. Nr. 57 Hofstelle von Hs. - Nr. 121886 18. Dezember Aigner Joseph Hs. - Nr. 19 kauft Pl. Nr. 57 Hofstelle von Hs. - Nr. 12zu 0,366 Tgw.; Schenklokal mit Nebenzimmer, Eiskeller und Kegelbahn werdenerbaut und damit ist die Gaststätte aus dem Aigner´schen Wohnhaus herausgenommen.Der Wirtshaus-Saal befindet sich noch über dem Pferdestall. Der illeg.Sohn der Maria Aigner übernimmt bis 1897 als Pächter die „Halle“. Er heiratet am24. November 1897 die Müllerstochter Katharina Ketterl in Rain. Seine MutterMaria Aigner hatte den Wild, Müller in Atting geheiratet.

1903 22. August Josef und Philomena Aigner verkaufen die reale Wirts- undMetzgergerechtsame an Jakob Phillip Dietl, Brauer in Straubing um 15.000 Mark

1908 Dietl Hedwig sen. und Dietl Hedwig jun., Übergabe

1930 21. Mai Dietl Hedwig jun. übernimmt und erbaut das Wohnhaus mit Gastwirtschaft,Stallung, Eiskeller und Kegelbahn neu.

1954 Schrock Friedrich und Emma pachten die Hall bis 1984

1961 06. März Loichinger Ernst, Straubing und Dr. Dietl Ludwig, Guts- und Brauereibesitzerin Baumburg erben gemeinsam die „Halle“

1984 Aigner Josef Hs. - Nr. 19 kauft das Wirtshaus zurück, reißt es ab und baut eineMaschinenhalle darauf. Als Pächter des Wirtshauses sind bekannt: Josef Aigner,Johann Gahr, Zach Jakob,Johann Heitzer, Muggenthaler Karl, MuggenthalerHubert. 

 

   Schrock
   

 

Die langjährigen Wirtsleute von der Hall, Fritz und Emmi Schrock

 

 

"zum letzten alten Bier"

Im Herbst, um Kirchweih kann man in der Zeitung wieder Einladungen „Zum letzten alten Bier“ finden. Jeder kennt die beliebten Veranstaltungen in den verschiedenen Wirtshäusern, bei denen reichlich Bier und herzhafte Speisen aufgetischt werden. Aber woher kommt der Begriff „Zum letzten alten Bier“? Ich habe verschiedene Wirte nach den Gründen dieser Veranstaltungen gefragt. Die meisten zuckten mit den Achseln und erklärten nur, dass es schon zu Großvaters Zeiten jeden Herbst ein „altes Bier“ gab. Warum konnte mir keiner so recht erklären. Also habe ich mich selbst auf die Suche gemacht. In alten Aufzeichnungen und Urkunden bin ich schließlich fündig geworden.

Nachdem es in Bayern immer wieder Verbindungen von Kirche, Wirthaus und Bier gibt, kann es hier kaum anders sein. Man muss in der Geschichte bis in das 16. Jahrhundert zurückgehen, um die Ursprünge zu erforschen. Zwei Heilige stecken eine Zeitspanne von etwa einem halben Jahr im Kalender ab. Zwischen dem Namenstag des Heiligen Georg, am 23. April und dem Festtag des Heiligen Michael am 29. September durfte im Mittelalter wegen der Brandgefahr, die im Sommer von den Sudkesseln ausging, kein Bier gebraut werden. So legte es die Bayerische Brauordnung von 1539 fest.

Bier wurde somit auf Vorrat produziert – und musste über die warme Jahreszeit gebracht werden. Ab Ende März wurde ein stärkeres, haltbareres Bier gebraut, das den ganzen Sommer über reichen musste – das „Märzen“. Der Kühlschrank war noch nicht erfunden, und so behalfen sich die Brauer, indem sie das begehrte Getränk in unterirdischen Bierkellern in großen Eichenfässern lagerten. Schatten spendende Kastanienbäume schützten die Keller vor praller Sonne. Im Winter sägten die Brauer zur Kühlung Eis in Stangen aus den umliegenden Weihern, das in den tiefen Kellern erst im Spätsommer abschmolz. Ebenso machten es die Wirte, um ihren Biervorrat zu kühlen.

Bald hatte auch jedes gute Wirtshaus einen Bierkeller, meist außerhalb im Garten in einen Hügel gebaut. Ende Oktober, reifte bereits das neue Bier in den Brauereien. Der Ausstoß erfolgte nach dem Fest Allerheiligen. Jetzt hieß es Platz machen in den Kellern der Wirte. Das alte Bier musste zügig raus, bevor die Pferdefuhrwerke mit dem frisch gebrauten Bier anrollten. Das Märzen war am Ende seiner Lagerfähigkeit angelangt und drohte sauer zu werden. Es hieß: „S'oide Bier, schau' ma', das mas weidabringa'n!“  Dazu waren viele trinkfeste und zechfreudige Gäste notwendig. Also veranstalteten die findigen Wirte ein Fest und lockten mit guter Küche, um das Bier schnellstens loszuwerden.

Längst ist das mittelalterliche Brauverbot aufgehoben. Die Haltbarkeit des Bieres ist dank moderner Kühlanlagen kein Problem mehr. Das ganze Jahr über können wir frisches Bier in verschiedenen Sorten und bester Qualität genießen. Der Brauch, das Fest des „alten Bieres“ abzuhalten, hat die Zeiten überdauert, auch wenn seine Ursprünge scheinbar vergessen wurden. So können wir uns freuen, wenn wir in den nächsten Wochen von unseren Wirten mit Spezialitäten für Gaumen und Gurgel verwöhnt werden

 


 Krinner Hans  (Schneider)

 

 Schneider Hans

                 Hans Krinner
         Gemeindehaus


hat im Gemeindehaus in Oberharthausen  gewohnt. Er nähte Kleider und Anzüge nach Maß. Nebenbei war er Gemeindediener und drainierte auch so manches Feld.  Der „Schneider Hans“ wie man ihn nannte, war ein vorzüglicher Eisschütze. Er war schon mittags im Zellmerweiher um ihn bei Schneefall auszuräumen. Bis dann die Bauern kamen, war er fertig. Auch das Kegelscheiben war ihm gegeben. Er hatte den rechten hinteren „Siebner“ als seinen Hauskegel, den er durch die Beine schieben konnte. Er war in Sportsachen interessiert, fuhr mit dem Zug zu den Spielen des Jahn Regensburg oder auf die Rennbahn. 
 

 


Er schrieb auch die „Faschingshochzeit“ von 1949, von der man heute noch spricht.

Den Hochzeitladerspruch von damals kennt Sepp Danner heute noch:

Ich glaub´ ich bin euch wohl kein Unbekannter,
ich komme vom Brautpaar,
als Rindviech, kaiserlich-Abgesandter.
Die Braut ist eine holde Comtesse,
das Gesicht hat´s mitten in der Fresse.
Sie ist eine heiß geliebte Verlobte,
a Brust hod´s, a ausgschobbte,
am Osch hint a brauns Ringl,
die keusche Susanna Gleiznstingl.

Der Bräutigam is nobel,
do woas ma ned hod er an Riassl oder an Schnobel,
bei dem geht alles verdraht,
d´ Nosn duad rinna,
d´ Fiaß dan schmecka.
Vor Liab´ is eam s´ Hirn scho eigrost´,
dem frommen Daniel Apfelmost.
Drum´ ham´ se de zwoa de verganga Wocha
zum herentan Eck der Ehe verkrocha.
D´ Hochzeit is am 17. Febrari
do nehmt´s eng a Geldtaschn mit, a schware,
des is dann ois beim Wackerwirt,
der a koan Spass verdirbt.
Ja der mocht´s guad, der Wacker Girgl´,
s´ Essen tragt er auf in Hoibe Griagl
und es wird ollaweil no netter,
s´ Bier miassts vo de Taller aua schlecka.
Wias weida geht des werd´s dann scho no seng
Halleluja und auf Wiederseh´n!

 

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Bild links: Hochzeitspaar Sepp Hösl und Xare Mayer 

 

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 Quelle: Bilder von Gisela Hüttenkofer

 


Poststelle

Früher kam der Postbote Sepp Kainz von Hirschling mit der Post. Er lieferte die Post aus und man konnte ihm auch Post mit geben. Er musste auch teilweise Geld auszahlen, weil das auch mit der Post gekommen ist. Er fuhr alles mit dem Rad, war für Pönning, Oberharthausen, Oberholzen, Fraunhofen und Hirschling zuständig. Die Poststation war in Perkam beim Haus Ernst in Thalkirchen. Vor dem Kainz Sepp trug der Ernst die Post aus. An den Ernst hat der Sepp Danner eine ganz schlechte Erinnerung. Er war ein sehr starker und kritischer Mann, und als er die Post zum Danner brachte, saß der junge Danner Sepp mit einem "Dutz" auf der Treppe. Da nahm ihm der Postbote den Dutz ab und er schrie was er konnte. Er hat im den Dutz nimmer gegeben und so hat er seit damals keinen mehr. Dem trauert er gescheid nach. 

Postbote

Ab 1960 wurde dann beim Sebastian Luger eine Poststelle eingerichtet. Postbote war ab dann Sebastian Luger. Er führte zugleich einen Verkauf von Propangasflaschen.

 

 

 Luger Wast1     

Postbote Sebastian Luger

 

Luger

Lugerhaus von 1950  - rechts noch die alte "Badschwemme" ; Poststelle ab 1960; Bild: Sebastian Luger


 

Haare schneiden

In Oberharthausen hat der Josef Danner senior und der Alfons Späth den Kindern die Haare geschnitten. Später hat ein Gruber in Feldkirchen Sonntag vormittag nach der Kirche den Jugendlichen die Haare geschnitten, und dessen Töchter auch den Mädchen. Später hat der chmied in Perkam zum Haareschneiden angefangen, aber um eine Klasse schlechter wie der Gruber aus Feldkirchen. Als dann die Dauerwelle gekommen ist, dann haben die Mädchen schon nach Straubing müssen. Der Sepp Danner meint, dass die Dauerwelle damals schon 30 Mark geklostete  hat. Es ist auch die Frau Hopf aus Perkam nach Oberharthausen zum Schneiden heruntergekommen und auch der Eduard Sendlmeier aus Perkam hat die Haare geschnitten und dazu 1971 einen Friseursalon eröffnet.

Früher musste man alle Stylinggeräte (Lockenstäbe, Well-, Krepp- und Quetscheisen) im Ofen oder Feuer erhitzen, dann folgte die Zeit, wo man durch Brennspiritus und Elektrizität die Hitze erreichte. Brennscheren und Ondulierstäbe sorgten für Aufsehen – viel natürlicher als die Korkenzieherlocken wirkten hingegen die schneckenartigen, sanft federnden Locken. Sie wurde mit dem Quetscheisen kreiert. Das Kreppeisen erlangte Faszination, das für Volumen sorgte.

 

Brenneisen

Antiker Lockenstab - Brenneisen, Frisierstab

 

Später sind dann auch die Männer nach Straubing gefahren. Der Schiesl unterm Stadtturm war lange Jahrzehnte ein Friseutr für die Bauern.

friseur bild 03

Herrenfriseursalon wie bei Schiesl in Straubing


Wagnerarbeiten Johann Schütz 

 

Johann Schütz stammt aus Sinzendorf bei Waldmünchen ab. Er war also mit dem Holz aufgewachsen. Er richtete sich am Hof eine Werkstatt ein und drechselte z.B. die Eisstöcke für die Oberharthausener . Den Ring zog dannd er Schmied ( Wallner Xare ) auf. Zur Freude der Ministranten und Buben machte er auch die Klapfel für Ostern. Auch so manche Sitzbank, Kerzenständer und andere Gebrauchsgegenstände konnte er geschickt anfertigen.

 

Schütz Opa mit Noriker
Johann Schütz mit seinem Noriker Pferd

 

P1580976

 

Originalklapfl von Johann Schütz

 


 

Hausarzt

Wer kannte ihn nicht, den Dr.Schleußinger aus Geiselhöring. Er war der Hausarzt auch von Oberharthausen zu seiner Zeit. Dr. Schleußinger war geradeaus und nicht zimperlich im Umgang. Ich weiß noch, dass er meinen Bruder nähte, als er sich mit der Handkreissäge in den Oberschenkel schnitt. Mich wundert, dass er dazu überhaupt eine Spritze verabreichte. Aber dafür wartete er mit dem Nähen gar nicht, bis die Spritze wirkte, sondern fing sofort an. Mein Bruder schrie auf, und er meinte nur, er solle sich doch nicht so haben wegen dem bischen Nähen.... seinen ernsten strengen Blick werde ich nie vergessen, wenn er Hausbesuche machte...aber er kam immer wenn er gebraucht wurde und war fachlich geschätzt....   

( Zeitungsmeldung von Resi Weiß)

Nachruf Dr. Schleußinger

Schleußinger todesanzeige


 

 Totenfrau, Leichenfrau, Einsagerin, "Leichenbitterin"

 

 Frau Stadler  

 Totenfrau und Mesnerin in Oberharthausen

war Frau Stadler (Bild) , 

später die Frau Waas aus Pönning.

Totengräber war Herr Stadler,
in späteren Jahren Ludwig Zellmer.

(Bild: Ludwig Stadler)

 

 

Der Landpfarrer Josef Schlicht berichtet in seinem Buch Bayrisch Land und Bayrisch Volk:

Siehst du im Straubinger Gäu einen Tafernhof voll ländlicher und städtischer Kutschen, so ist´s ausgemachte Sache: Heute gibt´s ein Großbauernleiche. Darum gilt´s als Hauptsorge, dass die "Einsagerinnen", auch "Leichenbitterinnen", frühezeitig genug und in gehöriger Armee auslaufen nach Ost und Wet und nach Süd und Nord: ein Ämtlein um das man sich hitzig meldetaus guten Gründen. Die Einsagerin, den Rosenkranz im Gürtel und die Kirm auf dem Buckl, trägt schwere Reichnisse heim in Mehl, Brot, Silber- und Kupfermünzen. Bedeutende Verwandte werden aus weitester Entfernung mittels  eigener gehender poder fahrender Eilboten auf die Leiche geladen. 

 

In der Mittelbayrischen Zeitung steht über die "Leichenbitterin":

Und damit zur „Leich“ auch viele Leute kamen, musste dies kundgetan werden, damals nicht mit Zeitungsanzeigen wie heute, sondern durch eine Leichenbitterin oder Leicheneinsagerin. War der Verstorbene bekannt, so brauchte man mehrere Einsager, denn auch den Nachbardörfern sollte dies mitgeteilt werden. Diese Leichenbitter mussten ihr „Einsagen“ sehr gewissenhaft verrichten und dafür sorgen, dass möglichst viele Leute zur „Leich“ kamen. Meistens waren es arme Familien, die das Einsagen machten.

Und weil die Zeit bis zur Beerdigung immer sehr drängte, so waren die Leichenbitter von früh morgens bis spät abends unterwegs. Sie zogen von Haus zu Haus und sagten das Sprüchlein auf, das heißen konnte: „Da Huawabauer lässt bittn, san Wei am Freita mit af Leich zge, um hoib zehne vom Haus wega“.

Der Einsager blieb solange an der Tür stehen, bis er seinen Lohn bekam. Dieser war sehr unterschiedlich. Recht „kniggerte“ Menschen gaben nur einen oder zwei Pfennige. Fünf Pfennige oder gar zehn war schon sehr reichlich. Waren es nur ein Pfennig oder zwei, so konnte man das „Vergelt’s Gott“ kaum hören. Anstelle von Geld gab es oftmals auch ein „Scherzl“ (Randstück) hartes Brot oder ein Ei.

 Die Aufgabe der Totenfrau war es, den Verstorbenen zu waschen und anzukleiden. Sie wurde von den engsten Angehörigen des Trauerhauses bestellt, meist war sie eine auf diese Aufgabe spezialisierte Frau aus dem Dorf oder Stadtviertel oder auch eine Nachbarin.

Die Totenfrau wusch die Leiche und salbte sie oft auch mit ätherischen Ölen. Sie kleidete den Toten in seine Festtagskleidung (bei ledig gestorbenen Jungfrauen oft auch in ein Brautkleid) und bereitete den Leichnam auf die Aufbahrung, der die Totenwache und Aussegnung durch den Pfarrer folgten, vor. Häufig übernahm sie auch die Anzeige des Todes beim Standesamt und erschien daher auf Sterbeurkunden.

 

Totenbrauch (Josef Schmaißer)

Früher wurden die Sterbenden in der Familie gepflegt. Zeitig wurde der Kooperator verständigt, dasser dem Schwerkranken die Sterbesakramente spende. Trat der Tod ein, so wurde bis zum2. Weltkrieg der Bader in Atting zur Leichenschau bestellt. Der Schreiner nahm Maß vom Toten undfertigte den Sarg an. Die Aufbahrung erfolgte in der Fletskammer. Dabei wurden vom Kopfteil zumFußteil der Bettstatt Bretter aufgelegt. Auf diese „Bühne“ wurde der Tote aufgebahrt. Nach demSterberosenkranz in der Kirche besuchte man das Sterbehaus und sprengte Weihwasser über denToten. Die Einbitterin (meist die Dorfhirtin, auch zugleich Leichenfrau) ging dann von Haus zu Haus,auch in die Nachbardörfer und lud im Namen des Leidträgers zur Beerdigung ein. „Der...-Bauer lasst bitten seinem Weib mit der Leicht, morgen um 9.00 Uhr zu Harthausen“. Dafür erhielt sie eine milde Gabe in Form von Geld, Mehl oder Eier. Zur Beerdigung wurde die Leiche vom „Haus aus“ vom Priester mit den Ministranten abgeholt und in feierlichem Zug zum Friedhof begleitet, wo sogleich die Beerdigung statt fand. Anschließend wurde das Requiem in der Kirche gefeiert, eventuell mit Beimessen. Die Verwandtschaft traf sich im Gasthaus zum Leichenmahl; gegen Ende des Essenswurde noch der Rosenkranz gebetet. Ein wohl seltener Brauch vollzog sich dann in Oberharthausenum 12.00 Uhr. Im Anschluss an das Zwölfuhrläuten, wurde mit allen Glocken festlich geläutet. Es war das „Himmelhinaufläuten“. Der Tote wurde gleichsam in den Himmel hineingeläutet. Dieser Brauch hatsich bis zum 2. Weltkrieg erhalten. Er erlosch mit der Abnahme der Glocken in der Kriegszeit 1941.

Sepp Danner erzählt von einer Frau Jerchel aus Pilling, di ezum einbitten gekommen ist. Dann fragt sie der Sepp was ihr denn gefehlt hat? Dann hat sie gesagt, die hat sich "uffghanga mit da großn Kettn". Es sidn aus Geislhöring auch welche zum Einbittn gekommen. Dann hat sich herausgestellt, dass überhaupt niemand gestorben war. Die wollten nur ein wenig abkassieren. Manche sagt der Sepp haben ein Schmalzpfannl dabeigehbt, wo man Schmalz als Lohn dazu tat, oder einen Stumpf Weizen, wo man ihnen eine Schaufl voll einwarf. Manche bekamen auch eier fürs Einbitten.

 


 

 

Holzschuhe machte Ludwig Stadler und Herr Kiefl aus Pönning

 (Dorfhirte und ging später auch zusammen mit dem Xaver Märkl mit dem Dampf mit und war auch Totengräber)

Zellmer Sepp weiß, dass der Stadler gekaufte Böden raufgemacht hat. Der Kiefl in Pönning hat die Schuhe aufgenagelt. Wenn sie kaputt waren hat er sie selber geschnitzt. Dazu hat man ihm ein Scheit mitgebracht, aus dem er den Holzschuhboden geschnitzt hat. Das Leder wurde vom alten Schuh abgenommen und immer wieder aufgenagelt, so oft es hielt.

Die Holzschuhmacherei war vermutlich ab dem Ende des 15. und der Mitte des 16. Jahrhunderts ein weit verbreitetes Handwerk. Noch bis Mitte der 1950er Jahre waren Holzschuhe die alltägliche Fußbekleidung für einen Großteil der ländlichen Bevölkerung.

 Die Arbeitsweise der Holzschuhmacher im Mittelalter sah so aus: Aussuchen, Fällen und Ablagern des Holzes. Herausstemmen der sogenannten Ballen aus der Baumscheibe. Äußere Formgestaltung mit Hilfe des Zugmessers. Aushöhlen des Fußbettes und der äußeren Form. Feinschliff des Fußbettes und der äußeren Form. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Herstellung von Holzschuhen mit diversen Maschinen wesentlich erleichtert. Für Holzsohlen wurden entsprechend starke Bohlen hergenommen. Mit einer Schablone wurde die Größe der Sohle aufgezeichnet, die danach auf einer Bandsäge ausgeschnitten wurde. Gleichzeitig wurde der Absatz herausgeschnitten. Die Nut rund um den Holzschuh wurde mit einer Fräse gefertigt. Schließlich wurde noch eine kleine Delle für das bequemere Tragen des späteren Holzschuhs ebenfalls herausgefräst. Der erforderliche Lederschaft wurde aus einer Lederhaut herausgestanzt. Auf die Holzsohle wurde eine Leiste aufgesetzt und der Schaft mit einem Galoschenhammer in die Nut eingenagelt. Eine hintere Kappe vervollständigte den Holzschuh. Auch Zweischnaller wurden gefertigt. Ein Filz von einer Stärke von fünf Millimetern wurde eingenäht. Diese warmen Schuhe wurden überwiegend im Winter getragen.

Das über die Nut hinausstehende Leder samt Filz wurde am Rand der Holzsohle mit einem Kneip entfernt. Für die Holzsohlen wurde Buchen-, Weich- und Erlenholz verwendet. Wenn die Holzsohlen abgelaufen waren, wurden sie durch neue ersetzt, der alte Lederschaft wieder verwendet. Beim Leder handelte es sich überwiegend um Spalt- und Rindsleder. Die Holzschuhe mit und ohne Filz in vielen Sorten wurden vor allem von Landwirten und Brauern benutzt.

Holzschuhmacher  Holzschuhe 1 
         Holzschuhmacher schabt das Fußbett aus
         Holzschuhmacher  mit Spezialwerkzeug 
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Holzschuhe n

 

Holzschuhe Text

 


Drainagen auf den Feldern

 

Dränung als Methode hat sich über die Zeit kaum verändert. Neben offenen Gräben schafft man sich unterirdische Hohlgänge. Im 18. Jahrhundert werden offene Entwässerungsanlagen überwiegend durch verrohrte Dränanlagen ersetzt. Die Erfindung der Dränrohrpresse für Ton ca. 1840 in England bringt der Dränung in Europa einen raschen Aufschwung. In der nun folgenden Periode mit maschinell gefertigten Dränrohren aus gebranntem Ton wird die Dränung durch landwirtschaftlich-kulturtechnische Feldversuche und bodenkundliche Erfahrungen weiterentwickelt. Um 1940 beginnt die Entwicklung von Maschinen zur Rohrdränung. Anfangs steht der maschinelle Bodenaushub im Vordergrund. Die Herstellung der Drängrabensohle sowie das anschließende Verfüllen erfolgt zunächst noch von Hand. Nach 1950 werden verstärkt Dränmaschinen zur Rohrverlegung eingesetzt. Ende der 50er Jahre kommt es zum vermehrten Einsatz von schneller verlegbaren, leichteren und haltbareren, geschlitzten Kunststoffrohren mit zunächst glatter Wandung.

Trotz der guten Böden war die wirtschaftliche Situation des Dorfes bisher nicht ideal und die Erträge der Felder ungenügend. Stauende Nässe trug die Schuld. 1927–1929 wurden die ersten Entwässerungsarbeiten zwischen Oberharthausen und Pönning durchgeführt. Dabei wurde der Böschungsgraben mit Hand ausgestochen! Was für eine Arbeit, man brauchte drei Jahre dazu....Am 05. April 1952 hat das Flurbereinigungsamt München die Zusammenlegung des zersplitterten landwirtschaftlichen Grundbesitzes nach § 1 des Arrondierungsgesetzes vom 10. Mai 1949 angeordnet. Für Feldwege war dabei pro Tagwerk ein Dezimal eingeplant. Ideal war diese Arbeit nicht. Es wurden keine Gräben gezogen, noch die Wege geteert. Ein Großteil der Gemeindeflur litt weiter unter der stauenden Nässe. Erst beim Flurbereinigungsverfahren Perkam - Alburg 1962, wobei der Nordteil der Oberharthausender Flur einbezogen wurde, konnte eine durchgehende Grabenverbindung Perkam – Alburg hergestellt werden. Diese Gräben wurden aber dann schon maschinell angelegt ( mit Bagger). Die Organisation dazu machte das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf.

 

Folgende Männer haben in Oberharthausen die Drainagen auf den Feldern gemacht (1927):

Ludwig Stadler, Zellmer Hans, Ebner Ludwig Gunting, Wurm Hans ( da oide Wurm), Krinner Hans
Sepp Danner weiß noch, dass die Frau Stadler auch mitgeholfen hat und den "Ganserer" gezogen hat.
Das ist eine Art Schaufel, mit der die eingefallene Erde aus der Grube gehoben werden konnte.

 

 Hier eine Rechnung von Hans Krinner über eine Drainage im Schiesl-Feld Anfang der 60er Jahre
( Rechnung von Martin Leibl)

 

Drainage Krinner

 

 

Drainieren 

Drainieren war schwere Handarbeit ( Bild Hubert und Sepp Zellmer 2013)

 

Drainagespaten

Drainagespaten

 

Drainage Tonrohre

Drainagerohre aus Ton; sie wurden hintereinander zu einem langen Rohr verlegt

 

 


 

Rienmüller Johann ("Hansl") Schlosser, Flüchtling aus dem Sudetenland

Hansl fuhr ein Gogomobil. Wenn ihm die Leute eine Arbeit brachten, so schaute er sich das an und sagte: Für das Problem haben wir schon eine Medizin!

 

Familie Rienmüller

Familie Rienmüller 1959:
von links: Onkel Johann "Hansl", Tante Katie, Bruder Walter, Großmutter Amalie,
Mutter Hedwig, Vater Adolf

 

 

Fritz Rienmüller schreibt:

Nach Oberharthausen kamen wir im Juni 1946, es war gerade Fronleichnam. Wir stammen aus dem Ort Höritz
im Böhmerwald und kamen nach Furth im Wald
in einem Viehwagon. Von dort ging es mit dem Lastwagen weiter
nach Oberharthausen zum Wirtshaus Wacker.  Dort wurden wir im Tanzsaal untergebracht, es waren 30 Personen.
Unsere Familie Rienmüller bestand aus Vater Adolf, Mutter Hedwig, Tante Kathie und Fanny, Onkel Johann (Hansel), Großmutter Amalie, Schwester Gerlinde und ich Fritz. Der Bruder Walter wurde erst in Oberharthausen geboren.
Der Vater kam kurz darauf aus der Kriegsgefangenschaft heim und auch noch zum Gasthaus Wacker.  Von dort
wurden wir dann im Gemeindehaus Oberharthausen einquartiert und die anderen Flüchtlinge wurden in der
Umgebung verteilt.

 Rienmüller Hansl

Rienmüller "Hansl"

 

"Hansl" Rienmüller war ein guter Schlosser, ein "Tüftler" wie man sagt. Wenn ihm die Leute Arbeit brachten, dann sah er sie sich an und sagte: "Für das haben wir schon eine Medizin". Er machte seine Werkstatt zu einem Wohnraum, in dem auch sein Bett stand. Mit großen Augen sah man als Bub die vielen Werkzeuge liegen, wenn man wieder mal einen Luftschlauch vom Rad (einen "Platten" ) von ihm reparieren ließ. Er reparierte Mopeds, Fahrräder, Schneidmaschinen, ("Gsottmaschiene")war aber auch in der Elektrik kundig. Xare Märkl erzählt, dass er damals einen Pumpenmotor mit Kuperdraht gewickelt hat. Die Pumpe funktioniert heute noch. Sepp Danner erzählt von einem amerikanischen Flugzeug, das im "Kreuth" abgstürzt war. Das Flugzeug lieg jahrelang im Feld und verschiedene Handwerker wollten den Motor zerlegen. Alle scheiterten, bis sich "Hansl" Rienmüller der Sache annahm und ihn zerlegte. 
Nur einmal irrte sich der Rienmüller Hans. Der Sebastian Luger ("Wast") foppte ihn mal mit einem Blech, dass in eine Brechmühle gefallen ist und danach lauter Beulen hatte. Er zeigte das Blech dem Hansl und sagte, dass er das Blech auf dem Feld gefunden hat. Daraufhin schaute es sich der Hansl lange an und meinte, das Blech ist von einem "Sputnik". Die Geschichte war natürlich ein Vergnügen um den Hansl zu hänseln.
Er war ja aus Böhmen und hat immer gesagt: "Dej Schwedenstahl, dej is da beste Stahl, der mit den drei Pfeifen" ... da gab es eine schwedische Firma, die als Logo drei Pfeifen z.B. auf die Sägeblätter einer Baumsäge gestanzt hat. Der Hansl sagte, dass dies ein Qualitätsstahl der besseren Sorte ist.
Wenn ihm jemand eine Arbeit brachte, dann dachte er nach und sagte: Jetzt muß ich zum Herrn Aigner, dann zum Herrn Englberger, dann zum Herrn Gürster und dann kommst du dran.... es hatte alles seine Ordnung.

 

 Baumsäge

 alte Baumsäge wie man sie früher verwendete;

sie wurden von Hans Rienmüller geschärft (geschränkt")


 


 

 

Händler und Hausierer

 

Alteisenhändler aus Straubing

„Lumpen, Eisen, Silber und Papier, ausgeschlagne Zähne sammeln wir.“...

In den Kriegsjahren ging der Metallbedarf durch Waffen- und Munitionsfertigung so in die Höhe, dass selbst Kirchenglocken eingeschmolzen wurden und die Bevölkerung zur Abgabe des Familienschmuckes animiert wurde.

In der Zeit des zweiten Weltkrieges, der Zeit der Naziherrschaft wurden die familiären Strukturen des Altmetallhandels, er lag weitgehend in der Hand jüdischer Familien, zerschlagen und Parteiorganisationen (Organisation Todt) unterstellt.

Schulkinder und die Hitlerjugend wurden zum Sammeln von Altmetall (Splitter von Bomben und Granaten) angehalten und eingesetzt.

Nach dem Krieg wurden die Kriegsrückstände, soweit sie für die Sieger keine Reparationsleistungen darstellten, zerstörte Stahlbrücken, Eisenbahnwagen, nicht mehr gebrauchsfähige Bahngleise, Fabrikanlagen und Rüstungsgüter -wem ist der zum Haushaltgerät umfunktionierte Stahlhelm, nicht in Erinnerung-, zu begehrten Altmetallwaren. Die von den Besatzungssoldaten achtlos weggeworfenen Aluminium- Bierdosen hatten damals einen beachtlichen Altmetallwert.

50er und 60er Jahre Wirtschaftswunderzeit, mit dem enormen Nachholbedarf an Gütern des täglichen Bedarfs waren gekennzeichnet von sinkenden Metallerlösen und steigenden Kosten für die nun stark aufkommende Motorisierung. Stahl, Blech und Gusseisen wurden von Plastik verdrängt. Die steigende Motorisierung, der Ersatz an Haushaltgeräten, der Ersatz der alten, nicht mehr den Anforderungen moderner Produktion entsprechenden Fertigungsmaschinen und Landmaschinen, überfluteten den Altmetallmarkt. Der traditionelle Altmetallhändler der mit seinem Handkarren oder dem Pferdewagen über Land und durch die Straßen zog hatte in den 50er Jahren ausgedient. Die motorisierten Altmetallsammler zogen mit ihren LKW’s über die Dörfer und größere Altmetallhändler etablierten sich. Autofriedhöfe entstanden, schlachteten die alten Auto’s zur Ersatzteilgewinnung aus und pressten die Karossen zu quadratischen Ballen die den auf vollen Touren laufenden Hochöfen zu geführt wurden. Die Wiederverwertungsmöglichkeit wurde durch dem Marktwert der Metalle bestimmt.

Heute hat sich der Metallschrotthandel grundsätzlich gewandelt. Der über Land ziehende Altmetallhändler ist äußerst selten geworden. Meist sind es noch osteuropäische Sammler mit ihren kleinen LKW’s. Die Kommunen haben die Sammlung weitgehend mit Wertstofftonnen und Sammelhöfen geordnet organisiert, Die Sammelbetriebe sind industrielle Weiterverarbeiter des Metall Schrotts. Sie sind hochmodern mit der neuesten Technologie ausgerüstet.

 

 Schrotthändler

 eisenhändler

 Quelle: die Geschichte des Metall-Schrotthandels , Herbert F. Berg 2014


 

Lumpensammler

Haderlump, auch HadersackLumpensackLumpsackLump, ist ein vor allem in Süddeutschland, Österreich und Schlesien gebräuchliches Schimpfwort für einen Habenichts oder Taugenichts, zumal, wenn er in abgerissener Kleidung daherkommt. 

Der Begriff „Haderlump“ geht zurück auf eine Bezeichnung für den Lumpensammler, eine als Fahrendes Volk umherziehende Personengruppe, die abgetragene Kleidungsstücke sowie Stoffreste und -fetzen, sogenannte „Hadern“ bzw. „Lumpen“, bei der Bevölkerung sammelte oder auch aufkaufte und diese an Papiermühlen veräußerte. Seit dem Mittelalter bis hinein ins 18. Jahrhundert bildeten Hadern aus Leinen, Hanf oder Baumwolle – zusammen mit Spinnerei- und Seilereiabfällen – den einzig verfügbaren Faserrohstoff bei der Herstellung von Papier.

Quelle: wikipedia

 

Lumpensammler

Lumpensammler 1899 Paris

 

Es waren auch meist Alte und Gebrechliche, die das Lumpensammeln als Ertrag bringende Tätigkeit für sich entdeckten. Aus gutem Grund. Wer erst damit begonnen hatte, durfte nicht hoffen, damit alt zu werden. Milzbrand war eine der häufigsten Todesursachen in diesem Beruf. Darüber hinaus Infektionskrankheiten wie Blattern, Krätze, Rotlauf, Typhus und Cholera.

Das harmlose Wort Lumpen macht einem keine Vorstellung davon, was alles auf den Karren der armen Schlucker landete, die sich mit diesem Gewerbe ihr tägliches Brot verdienten. Die größte Menge davon nahmen Stofffetzen ein, die so verdreckt waren, dass ihr weiterer Einsatz im Haushalt niemandem mehr zumutbar war: Sie nahmen das, was Frauen sich allmonatlich zwischen die Schenkel klemmten, dann Tücher, die zur Krankenpflege benutzt wurden, Lappen, die eitrige Wunden verbanden, Stoffreste, die zugige Winkel abgedichtet hatten, Putzlappen und so fort. Feucht, verschimmelt, voll von Würmern, Maden, Insekteneiern.

Doch wofür all die Lumpen? Vor allem wurden sie zur Papiergewinnung verwendet. Die Nachfrage von Stoffabfällen stieg stetig seit der Verbesserung des Buchdrucks durch Gutenberg. Papier und darum auch der Rohstoff Lumpen waren plötzlich so begehrt, dass selbst oben auf der Kanzel die Pfarrer sogenannte Lumpenpredigten abhielten, ein Sammelaufruf zur Nachhaltigkeit. Wo man zuvor nur auf Pergamentpapier schrieb, das aus Leder gewonnen wurde, wusste man nun die alten Fetzen zur Papiergewinnung einzusetzen: Feine Lumpen lieferten feines Papier, grobe Lumpen grobes Papier, wollene Lumpen Löschpapier. In England war das Leinen, das je nach Qualität für Post- oder Konzeptpapier verwendet wurde, so gefragt, dass eine Zeit lang die Totenhemden aus Wolle genäht wurden und nicht aus Leinen.

Von Beginn an war das Gewerbe der Lumpensammler ein Auffangbecken für Menschen, denen nichts anderes mehr blieb. An dem geringen Ansehen änderte sich auch mit der immer stärker voranschreitenden Organisation des Berufes nichts. Jeder Sammler war einer bestimmten Papiermühle zugeteilt, diese achteten darauf, dass in ihrem Bezirk nur ihre Sammler tätig waren. Um dies zu kontrollieren, wurden die Lumpensammler mit Pässen ausgestattet. Der des Sammlers Roß aus dem Jahre 1767 beschreibt ihn als „aus Ochtrup bürtig, fünffzig Jahre alt, mittlerer Statur, blauer Rock, bräunliche Augen, braune Haare“.

Seit dem 17. Jahrhundert häuften sich Vorfälle von Lumpenschmuggel. Das kommunikationshungrige Europa gierte nach Papier. Der Rohstoff Lumpen wurde zum brisanten Politikum und durfte nicht über die Landesgrenzen gebracht werden.

In der Weimarer Republik entwickelte sich die größte europäische Lumpensammelbörse in Berlin in der Spandauer Vorstadt. Hier wurden, meist von jüdischen Unternehmern, 220 verschiedene Sorten „original bunte Lumpen“ europaweit getauscht. Es gab sogar eine eigene Zeitschrift namens „Rohproduktgewerbe“, die sich mit nichts anderem beschäftigte.

Die Blütezeit des gar nicht rosigen Handwerks endete in Westdeutschland mit den Nationalsozialisten. Als Reichskommissar für Altmaterialverwertung appellierte Göring 1939 an die Bevölkerung: „Es stimmt, wir haben wenig Rohstoffe, aber wir haben sie bei uns. Die anderen haben viele Rohstoffe, aber sie müssen sie von weiter holen.“ Und: „Der Lumpen ist ein wichtiger innerdeutscher Rohstoff, ein Rohstoff, der insbesondere durch fleißiges Sammeln der Schulkinder zusammengetragen werden kann und der sein Teil dazu beitragen wird, die Rohstofffreiheit des Großdeutschen Reiches bald zu erreichen.“

Da die Kinder eifrig bei der Sache waren, blieben nicht mehr viele Lumpen für die professionellen Sammler. Erst nach dem Krieg, in Ostdeutschland, zogen sie wieder vereinzelt von Tür zu Tür. Allerdings auch nur noch ein paar Jahre.

Eine Sache konnte aber bis zum Ende nicht gebrochen werden: der Berufsstolz der Lumpensammler. Denn wenn es auch wenig war, was sie verdienten, es war ihr eigener Verdienst. Ein Text aus dem Jahre 1850 beschreibt das Selbstverständnis der Sammler so: „Ja, seh er mich nur an! – ich bin ein Lumpensammler, ein armer, jämmerlich einherziehender Kerl mit hohlem Aug und eingefallener Wange, mit verschossener, bewichster Jacke und zerrissener Hose. – Braucht nicht verächtlich wegzuschauen von meiner bleichen Gestalt, oder das Sacktuch vor Nase und Maul zu halten, weil ich eben keinen Ambra- oder Moschusduft von mir gebe, wie die feinen Pflastertreter, die um nichts besser sind, als die Lumpen in meinem Sack. Ich bin ein ehrlicher Kerl, der des Lebens Mühe und Qual bis auf die Neige geleert hat und in dem Meere des Wehes und der Schmerzen, auch wohl zivilisierte Gesellschaft genannt, untergesunken ist, bis er auf dem Lumpensack zu liegen gekommen.
Die Lumpensammler waren meistens in den Städten tätig. Selten verlief sich einer auf die Dörfer...

Quelle: Der Tagesspiegel 2009

 


 

Körbe, Besen, Rechen Händler  aus Winzer und aus dem Bayerischen Wald

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Winzer aus großer Armut zu einem Zentrum der Korbflechter. Aus wildwachsenden Weiden an den Ufern und in den Auen der Donau wurden Körbe geflochten („gezäunt“) und verkauft. So nannte man die Winzerer „Kerwezianer“, „Körblzäuner“. 1869 wurde hier eine später berühmte Korbflechterschule gegründet.

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Ein Besenhändler war der Herr Pflügl aus Parkstetten, ein anderer der Lorenz Poppenberg aus Schöllnach die bei uns Besen, Besenstiele, Körbe usw. handelten.


Zigeunerfrau Therese Blum aus Ainbrach bei Bogen,


eine Edelzigeunerin, ihr Ehemann und alle Kinder bis auf einen Sohn sind vergast worden. Der Sohn ist immer mit einem schwarzen Mercedes gekommen. Sie hatte immer ein schönes Kleid an mit einem Schultertuch. Sie handelte mit Bettwäsche und auch solchen Tüchern. Sie hat auch Schmuck verkauft und Klöppeldecken. Bei der Frau Weiß hat sie manchmal einen Gickerl oder Henne für Kleidung eingetauscht, aber sie wollte nur „junge Hühnchen“ wie Resi Weiß sich noch erinnern kann. Sie war eine anständige Frau und hatte gute, aber auch teuere Ware zu verkaufen.

Bei der Frau Mayer war sie immer länger da, und sie haben sich gemocht. Als die Frau Blum im Sterben lag, dann fragte sie auch nach der Frau Mayer, um sich von ihr zu verabschieden. Herr und Frau Mayer und die Tochter Andrea fuhren dann nach Ainbrach und verabschiedeten sich von ihr.

 

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Scheren - und Messerschleifer

 

Ein Scherenschleifer aus Alburg kam nach Oberharthausen.

Wenn der Scherschleifer in ein Dorf kam, dann liefen sofort alle Kinder zusammen : "Der Scherschleifer ist wieder da"! Die Kinder wurden dann nach Hause geschickt um zu fragen, ob es Scheren oder Messer zu schleifen gab. Auf einem Handwagne war ein Gestell montiert, das den Schhleifstein trug. Wenn eine Wippe am Gestell betätigt wurde, dann begann sich der Schleifstein zu drehen. So wurde Klinge um Klinge mit den immer gleichen Bewegungen geschärft.

Fahrende Messer- und Scherenschleifer gibt es in Europa bereits seit dem Mittelalter. Traditionell stammten sie aus einigen wenigen Herkunftsregionen im Norden Italiens und Nordwesten Spaniens. Zudem wurde das Wanderhandwerk vom fahrenden Volk wie Sinti und Roma ausgeübt und gehört insbesondere in Mittel- und Westeuropa zu den traditionellen Berufen der Jenischen. Sie zogen durch die Orte und boten das Schleifen und Schärfen von Messern und Scheren an. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging die Nachfrage stark zurück und kam nahezu zum Erliegen. So verringerte sich der Bedarf zunehmend, weil Schneidwaren im häuslichen Bereich infolge des Rückgangs der allgemeinen agrarwirtschaftlichen Tätigkeit und des sich ändernden Angebots und Kaufverhaltens bei Lebensmitteln und Textilien insgesamt weniger eingesetzt wurden. Der Hauptgrund für die mangelnde Nachfrage liegt jedoch im Preisverfall von Neuware durch die aufgekommene Massenproduktion bei Schneidwaren.

 

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 Kreweibl - Händlerinnen aus der Nürnberger Gegend

Krenweibl mit Gewürze, Steckzwiebel, Sämereien aus Nürnberg
Etwa 30.000 Zentner Kren (Meerrettich) wurden von den Großhändlern jährlich per Bahn versandt, 10.000 Zentner wurden nach Österreich verschifft. Etwa ab 1870 wurde ein Teil der Ernte von Hausierern und Krenweiberln im ganzen süddeutschen Raum verkauft. Der Erste und der Zweite Weltkrieg führten zu einem zeitweiligen Rückgang des Meerrettich-Anbaus, da er durch die staatlichen Festpreise weniger lukrativ wurde.

Nach Oberharthausen kam immer eine Frau Loitzendorf aus Erlangen.

 

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                                Krenweibl                                Sortiment - Handelsware

 

 

 

 Film vom BR über die Krenweibl

 

 


Wandersleb, fliegender Händler aus Straubing kam mit VW Bulli. 

 

Er verkaufte vor allem Arbeitskleidung an die Bauern und auch Anzüge (Wolfgang Gruber erinnert sich noch heute an seinen ersten Anzug von ihm. Er war braun und hat ihn überhaupt nicht gefallen, aber er musste ihn anziehen). Wenn er kam hatte er auch immer eine Garbadine-Hose dabei.. (Gabardine zeigt einen sehr steilen Köpergrad. Die Kettfäden sind dicht gespannt. Durch die Dichte des Stoffes ist er fest und widerstandsfähig. Daher werden aus diesem Stoff häufig Anzüge, Mäntel, Sporthosen oder Kleider hergestellt.)

Albert Wild war eine Zeit mit einer Tochter befreundet. Ob er dann die Arbeitshosen und Hemden billiger bekam, weiß man nicht…. Aber die Burchen haben ihn zur Gaudi „Garbadine-Hose“ genannt..

 

VW Bulli
mit so einem VW- Bulli kam Herr Wandersleb vollgepackt mit Kleidung

 


 

Hosen Sepp (Bornstein)

hat Manchester Hosen verkauft, seine Frau hat sie gekürzt


 

Essig Kriegl aus Pilsting

Seit 1950 wird im Hause Kriegl Gärungsessig gebraut. Am 15. November 1950 begann Ludwig Kriegl als gelernter Konditor mit seiner Ehefrau Anna, und ihren 12 Kindern mit der eigenen Essigproduktion.
Mit seinen Lastwagen fuhr er auf die Dörfer zu den Bauern. Die Bäuerin ließ ihren Essigballon wieder auffüllen und wenn sie z.B. Nudel brauchte, so waren auch diese Waren erhältlich. Es war wie ein kleine Krämerei auf Rädern.
 

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  Fahrzeug von Fa. Essig Krügl mit dem Essig und sonstigen Waren    Essigballon zum Nachfüllen

 


 

Xaver Eisenschink Limonadenfabrik Atting

 

Franz Eisenschink schreibt:

Ich bin selbst noch die Montagstour gefahren. Dabei war es immer so, dass sich ein Fahrer aus Pönning-Perkam und ein Fahrer aus Wiesendorf-Bergstorf--Radldorf beim Schrock ("Hall") trafen und - falls nötig - Ware austauschten. Dabei wurde immer mit den Bauern und Sauhandler Brotzeit gemacht.
Er hatte auch immer die grünen Waldmeister-, die roten Himbeer-, die gelben Orangen- und die weißen Zitronenlimonaden zu verkaufen.

 

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Kracherlflasche Xaver Eisenschink und Klappverschluß

 

1958 Fuhrpark

Fuhrpark Xaver Eisenschink 1958

1960 Werbekolonne Tropi

Werbekolonne Tropi 1960

1977 Magirus Lackierung

Magirus Lackierung 1977

1976 XE Faßl

Xaver Eisenschink mit Bierfaß

 


 Oscho-Mann Luthner aus Schwarzach (Einzelhandel)



Ende der 60ziger Jahre fing mein Vater Johann Luthner bei der Fa. Oskar Schorer = OSCHO als Handelsvertreter an. Oberstes Gebot von Oskar Schorer war damals schon preiswerte Qualitätsware zu erzeugen. So konnte sich mein Vater im Bezirk Niederbayern, mit dem damals noch kleinen Sortiment, schnell einen relativ großen und vor allem zufriedenen Kundenstamm aufbauen, den er regelmäßig alle 2 Monate zu Hause besuchte.

Durch die Umstrukturierung war mein Vater gezwungen sich selbständig zu machen und so konnte er weitere qualitativ hochwertige Produkte ins Sortiment aufnehmen.

Vor 22 Jahren hat mein Vater den Kundenstamm von ca. 2000 Haushalten an mich übergeben. Getrieben von dem Leitgedanken Qualitätsware und Kunden pflegen, baute ich das Gebiet über die Bezirksgrenze Niederbayern in die Oberpfalz und Teilen Oberbayerns aus. So wuchs der Kundenstamm, der durch unseren Heimdienst betreut wird, kontinuierlich auf über 5000 Haushalte an

 

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                Lorenz Luthner führt das Geschäft des Vaters weiter    Johann Luthner gründete das Geschäft

  


 

 Adolf Holter , Schuhhändler aus Geiselhöring

 

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Adolf Holter stammt aus Geiselhöring. Sein Transporter war immer gesteckt voll mit Schuhen. „Schuhe aus aller Welt für wenig Geld“ hatte er als sein Motto auf das Auto geschrieben. Er verkaufte alle denkbaren Schuhe, von Gummistiefel über Hausschuhe, von feinen Damenschuhen bis hin zu Reitstiefel und kam mit seinem Handel bis in die Hallertau.

 

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Stolz präsentiert Adolf Holter seine Schuhe



Adolf Holter war ein lustiger  und gern gesehener Händler. Er liebte die Musik und die Musik liebte ihn. Deshalb gab er auch in den Häusern Kostproben seines Könnens ab. Er war aktives Mitglied bei der Liedertafel in Geiselhöring, die ja weit über die Grenzen von Geiselhöring bekannt war. Die weithin bekannten Solisten Heinrich und Josef Weber trugen zu den musikalischen Höhepunkten bei.

 

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Hier auf dem Bild ist er in der hinteren Reihe als dritter von links zu sehen (Fahnenjunker)

und rechts in der vorderen Reihe ist seine Frau Gisela Holter zu sehen.

 

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Meine Schwiegermutter erzählte, dass er schon singend vom Hof aus in das Haus gegangen ist, natürlich immer mit ein paar Schuhen in der Hand. Er liebte die Unterhaltung bei seinen Kunden und blieb gerne auf einen Ratsch ein wenig sitzen, so wie es die guten Geschäftsleute früher eben machten. Im Hof sang er schon“So ein Tag so wunderschön wie heute“ herein.


Familie Seidl aus Geiselhöring

ist in den 50er/ 60er Jahren mit dem Roß gekommen und hat Brot für die Fa. Stierstorfer verkauft.

 Dampfbäckerei Stierstorfer

                                                          Quelle: Bild aus Präsentation 60 Jahre Stadt Geiselhöring


 

Perkamer Metzger Ludwig Hilmer


Ludwig und Johanna Hilmer kauften 1953 die gut gehende Metzgerei von Fanny Buchner, als deren Mann Karl Buchner verstarb. Er führte sie in alter Manier weiter. Êr fuhr seine Fleisch- und Wurstwaren wöchentlich aus. Resi Weiß schwärmt heute noch von der eingelegten Blutwurst, die ihr außergewöhnlich gut schmeckte.1980 wurde wegen Krankheit des Metzgermeisters Hilmer die Metzgerei geschlossen und 1983 verkaufte die Witwe Johanna Hilmer das Anwesen an die Eheleute Josef und Marija Haslinger.

Früher ist man im Bittgang auch nach Perkam gegangen. Das war für die Jungen ein besonderer Tag.  Es war nicht nur wegen dem Bittgang, nein, es war wegen der Metzgerei Hilmer. Die Jungen rannten immer voraus, um sich eine gschmackige warme Leberkässemmel vom Metzger Hilmer zu holen. Dann liefen sie wieder zurück, um auch gleich vom Mesner Schmaißer eine gehörige Standpauke zu bekommen. Die Leberkässemmel aber ließ diese Worte abprallen, weil nächstes Jahr liefen wir wieder hin.

 

Metzger Hilmer Haslinger

Metzgerei Ludwig Hilmer befand sich vorher im Getränkeabholmarkt Haslinger

 

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Metzger Ludwig Hilmer und Anna Zellmer in der "Hall"

Quelle Bild:  Ludwig Stadler


 

Metzger Hiendlmeier


er hatte in Feldkirchen ein Wirtshaus und eine Metzgerei. Erfuhr in die Nachbardörfer seine Fleisch- und Wurstwaren aus. So kam er auch nach Pönning und zu uns nach Oberharthausen.


Ich kenne den Metzger Hiendlmeier noch als Bub. Ich hatte mit dem Pfeilbogen geschossen, hatte aber keinen echten Pfeil. So spannte ich ein spitzes Holzstück ein, dass ich mir vorher mit dem Hackl von einem langen Holzscheit abgeschlagen hatte. Es kam wie es kommen musste, ich spannte den Bogen zu weit, der Holzpfeil gleitete vom Bogen ab, und ich schoss ihn mir zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger durch die  Hand. Gerade in dem Augenblick kam der Metzger Hiendlmeier um das bestellte Flesich zu bringen. Jetzt standen alle um mich rum, der Vater, die Mutter und der Metzger. Niemand wusste so recht, was zu tun ist. Also ergriff der Metzger Hiendlmeier die Initiative. Der Vater und die Mutter mussten mich festhalten, und er zog den Pfeil mit einm Ruck aus meiner Hand. Das das alles auch sehr weh tat, brauche ich nicht zu sagen. Aber als der elende Holzpfeil wieder heraußen war, war uns alle wohler. Die Mutter strich mir etwas Jod über die Wunde und das wars auch. Ich starrte wie angewurzelt meinem großen Helden nach, dem Metzger Hiendlmeier, der mich gerettet hatte. Eine kleine Narbe habe ich noch heute.

 

Gasthaus Hiendlmeier 1983 abgebrochen 1

Gasthaus Hiendlmeier in Feldkirchen wurde 1983 abgebrochen.  Es stand da wo jetzt das Seniioren und Pflegeheim Keltenhof steht.

Quelle Bild: Adolf Fischer, Feldkirchen

 


 

Sau- und Viehhändler im Dorf

 

                       Ferkelmarkt    Ferkelmarkt 1

 

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Schweine gehörten früher mit zum Dorfbild. Von Georgi  (23.4.) bis Martini (11.11.) wurden sie vom Dorfhirten werktags täglich auf die Weide getrieben. Mutterschweine durften sich mit den Jungen oft auf dem Hof aufhalten. Aber auch die Städter waren an das Grunzen der Schweine gewöhnt. Wöchentlich einmal fand der Ferkelmarkt statt, wo die Bauern ihre „Sposau“ säüberlich mit  Wasser und Kernseife abgewaschen, zum Verkauf  feilboten. In Straubing beherrschten traditionsgemäß samstags die „Sposau“ den Viktualienmark. In Geiselhöring war donnerstags „Sposaumarkt“. War das ein Grunzen, feilschen und auch beliebter Treff! (Quelle : Michael Wellenhofer)

Aber dann wurde der Marktverkauf weniger und die Händler kamen direkt auf die Höfe aufs Land zu den Bauern. Es mussten keine Standgebühren mehr bezahlt werden und die Abholung vom Stall zu Hause war viel praktischer.

Die Schweinehaltung im Dorf wurde immer weniger. Die Händler kamen nur noch bei einer Mindestabnahme von 100 Ferkel. Als letzter Schweinezüchter in Oberharthausen hörte 2019 Franz Pömmerl mit der Schweinehaltung auf.

 

Die letzte Sau wird aus dem Dorf getrieben

Nachfolgend ist ein treffender Zeitungsbericht von Elisabeth Ammer von 2012 angehängt. Sie zeigt die Situation in der Schweinehaltung am Beispiel von Franz Pömmerl in Oberharthausen auf. Nachdem noch vor 40 Jahren in Oberharthausen 30 Anwesen eine Schweinehaltung hatten, sind es jetzt nur noch 3 Betriebe. Davon werden aber eventuell auch die Höfe von Franz Bauer (ehemals Danner) und Sepp Aigner die Schweinehaltung aufgeben. Das heißt, dass einzig und allein Franz Pömmerl in Oberharthausen noch mit der Schweinzucht weitermacht.

Das hätte doch vor Jahren kein Mensch geglaubt, jetzt wird buchstäblich die letzte Sau aus dem Dorf getrieben… Stellvertretend für so viele Bauerndörfer steht die Entwicklung in Oberharthausen für so viele andere Dörfer und Bauern. Ein Ausbau der Stallungen nach den EU-Richtlinien ist zu kostenintensiv, die Nachfolgeregelungen auf den Höfen unklar und die Vorschriften und Auflagen seitens der Behörden nicht mehr zu bewältigen. Was jahrzehntelang für Tier und Mensch gepasst hat, fällt jetzt der Regulierungswut von Brüssel zum Opfer. Die Folge davon ist, dass weitere 30% der Schweinezüchter aufgeben werden. Das Ziel sind Großbetriebe, die kleinen und mittleren Anwesen spielen in der Schweinehaltung keine Rolle mehr.

Hatte man früher auch noch Hausschlachtungen mit den Schweinen gemacht, der „Weihnachter“ wurde jährlich auf jeden Hof gestochen und teilweise zu Wurst und „Gselchtem“ verarbeitet. Die Freude war groß, wenn es die erste Leberwurst gab und die „Brittsuppn“ gegessen wurde. Die Zeiten sind schon lange vorbei. Schweine auf der Weide, so herrlich wie sie beim Aigner Sepp unter den Hollerbüschen wühlen werden wir bald auch nimmer sehen. Die Kinder werden die Fackerl nur noch aus der Ladentheke vom REAL kennen. Wer kennt denn von den Jungen noch das lustige und neugierige Beschnuppern der kleinen Fackerl wenn man im Stall steht..? Die pure Lebensfreude wenn frisch eingestreut ist, und die Kleinen das Stroh nur so durcheinander wirbeln..?

Es geht eine Ära im Dorf zu Ende. Die sich jährlich wiederholenden Arbeitsgänge auf den Höfen wie Stroh fahren, Mist fahren, Futter holen fallen weg. Es ist „Ahn“ und niemand fährt mehr Stroh heim, und das in Oberharthausen.. kaum zu glauben ist das! Sauhändler die jahrzehntelang früher in der „Hall“ die Geschäfte mit den Dorfbauern gemacht hatten fielen schon eher weg. Auswärtige Händler kamen jetzt nur noch, wenn Mindestabnahmen von Ferkel über 100 Stück gewährleistet waren.

Anders wird´s werden im Dorf, staader…. weil koa Sau mehr do is, die schreit wenn´s hungert oder wenn´s raufan…. koa Misthaufa der stinkt … koa Odl der immer seine Düfte nach einem Regen entfaltete … koa Stroh, dass auf der Straßn liegt  und vom Wind herumgewaaht wird. Schad is um die Säu, oba die Zeitn hamm sich hoid gändert. Nix bleibt wir´s is. Schod is drum weil sie einfach zum Dorf dazuaghört hamm. Wos kommt als Nächstes dran..?

 

letzte Sau

Späth 

Hier treibt 2007 Alfons Späth seine

letzte Sau aus dem Stall.

Aufgenommen hat das Bild

Walter  Rienmüller, der gerade


zu Besuch aus Australien vor Ort war.

 

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 Schweine auf der Weide von Aigner Sepp
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  Heimtrieb von der Weide (Almabtrieb") von Aigner Sepp und Hanne  

 

 


 

Dorfhirte Ludwig Stadler

 

Sauhirte

Schweine werden von den Bauern auf die Straße getrieben und Hirte treibt sie mit

 

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Koppel für die Schweine am Ende des Dorfes ( Hund war Hirtenhund vom Dorfhirten Stadler)

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Das Hüten ging folgendermaßen erzählt Sepp Danner:

Der Stadler ist mit dem Hund „Wasser“ um 12 Uhr zum Haus zum Gruber hinaus gegangen. Dann hat er mit der Geisel geschnalzt. Das war so laut, dass es die Leute gehört haben und die Tiere ausgelassen haben. Sepp Danner sagt, er hat das Geiselschnalzen auch gekonnt, und hat oft eine viertel Stunde früher geschnalzt, dass die Leute die Viecher ausgelassen haben. Das war halt so ein Lausbubenstreich.

Die Leute haben die Kühe ausgelassen und die sind dann übers Dorf heruntergegangen. Bei der Wiese bei der Dreschwagenschupfa war der Anfang, da sind die Kühe hineingegangen und dann schön langsam in den Altbach runter. Drunten bei der Bruck wieder rauf zu den Wiesen vom Aigner rund Grollhof, dann im Seeweiher rauf bis zur Perkamer Grenze, dann wieder rüber wo der Baum jetzt nach Perkam steht und die Loh herunter. Dann war es fünf Uhr abends. Gehütet wurde jeden Tag, aber nur im Herbst, wenn die „Krummet“ gemäht war.

Bei den Schweinen war es ähnlich. Da haben die Bauern auch ihre Schweine oben angefangen vom Semmelbauer ausgelassen und dazu auch den Gemeindesaubär. Die sind dann runter in die Weide neben dem Stadler, wo heute der Boltzplatz ist. War eine Sau läufig, dann hat sie der Bär gleich gedeckt. Das Ganze hat etwa zwei Stunden gedauert, dann hat er sie wieder heim getrieben.

 


 

Hier ist eine Auswahl von Vieh- und Scheinehändlern die alle Sepp Danner

von früher noch wußte:

  • Hacker (Sau und Rindvieh) Straubing
  • Fischl (Sau, Frischling) Straubing
  • Hering (Sau und Rindvieh)
  • Blumenstingel war Viehaufkäufer (Stier, Kälber)Straubing
  • Bayer Erna, Franz und Hedwig aus Alburg
  • Sommer von Perkam
  • Schmaderer (Kälber) von Perkam
  • Spitzauer
  • Wurm (Brüder) Straubing
  • Reischl (Spanferkel) Feldkirchen
  • Probst Max (Spanferkelhändler) von Pilling
  • Lustiger (Spanferkel) Passau
  • Seeholzer (Naschen, Bären) Leiblfing
  • Hehl (Spanferkel)
  • Spitzauer (Viehhändler) Straubing
  • Wallner
  • Weigl Straubing
  • Hammerscheck ( Bullen) Kirchroth
  • Steinkirchner (Spanferkel) Straubing
  • Schiesl Hans ( Spanferkel) nach Neumarkt geliefert
  • Herschmann Geiselhöring
  • Wittmann
  • Speiseder Reibersdorf
  • Erl Sunzing
  • Schreyer Straubing
  • Schober Straubign
  • Huber Laberweinting
  • Sommersberger Vilsbiburg
  • Erwert Neumarkt
  • Haseneder Reißing
  • Träulinger Abensberg
  • Wutz Lam
  • Brumm (Stierhändler) Allkofen
  • Hammerschick Walter Straubing
  • Weinzierl
  • Wagner Osterhofen
  • Schafhauser Furth i. Wald
  • Probst Reibersdorf
  • Pielmeier Geiselhöring
  • Haimerl Denkofen
  • Hofmeister
  • Rufas Kehlheim
  • Brunner Neumarkt
  • Heigl Max
  • Koller Bergstorf
  • Michl Hans
  • Wals max
  • Nels Fritz
  • Oberdorfer Weißenburg
  • Scheugenpflug Abensberg
  • Werner Mengofen
  • Gürster Scheiblsgrub
  • Fronne Sunzing
  • Kapitza (Pferde)
  • Kühnlein (zwei Brüder) Mengkofen

 

 

Tierärzte

 

  • Alfred Münich

    Der ist gefahren wie ein Wilder. Er war schnell da wenn er gerufen wurde. Durchs Dorf hat er sich in der Kurve immer extra hinaustraiebne lassen. Früher hat er eine Isetta gefahren, aber dann einen Mercedes, den er schon richtig ausgefahren hat (erzählt Sepp Danner)

    Welche Arbeiten machte der Tierarzt?

    Rotlauf de Tiere

    Schwein Rotlauf


    Beim Schweinerotlauf handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Erysipelothrix hervorgerufen wird. Der Erreger Erysipelothrix rhusiopathiae hat ein breites Wirtsspektrum. Neben verschiedenen Tierarten (u.a. Schaf, Vögel, Rind, Pferd, Robben, Delphine) ist auch der Mensch empfänglich.

    Akute Fälle werden mit parenteraler Gabe von Penicillin (10.000 - 20.000 IE pro kgKG) behandelt. Tiere, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, wie z.B. Tiere in der angrenzenden Box, sollten ebenfalls antibiotisch behandelt werden.

    Der Immunprophylaxe kommt aufgrund der hohen Tenazität und Verbreitung des Erregers eine wichtige Rolle zu. Es stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung.

    Durchfall

    Zu behandeln sind Coli- Durchfälle mit Antibiotika, die bei Saugferkeln meist oral per Doser gegeben werden


    Kälbern

    Kaiblziang

    Jungbauern üben an einem Modell das Kaiblziang


    Pansenschnitt


    für junge Rinder, die zuviel Halmklee gefressen haben. Dadurch gab es sehr starke Blähungen. Sie konnte der Tierarzt nur mit einem Stich mit dem Trokar retten, indem er dieses Instrument bis in den Pansen stieß. Dadurch konnte dann die Luft entweichen, sonst hätten die Dämpfe den Pansen gesprengt.

    Trokar                                                                              Ein Trokar


    Die Haut wird mit einem Operationsmesser eingeschnitten. Der Trokar wird senkrecht auf der Flanke plaziert und gegen die Muskeln gedrückt. Dann wird mit der rechten Hand einschwerer Schlag auf den Griff des Instruments ausgeführt. Dadurch dringt der Trokar  in den Hohlraum des Pansens, sofern der Schlag ausreichend kräftig war.  Die Klinge der Trokar wird dann zurückgezogen, die Kanüle bleibt, und die Gase können dadurch entfliehen.

  • Riedl Straubing (Gstütt)
    Der hat mal vom Mayer eine Sau mit Strahlenpilz "operiert"... er wollte sie retten, doch dann hat er abbrechen müssen, weil es Nacht wurde. Heute würde ein Schwein mit dieser Krankheit sofort geschlachtet werden sagt Sepp Danner.

Strahlenpilzerkrankung

Schwein mit Strahlenpilzerkrankung

  • Tierarzt Dr. Manfred Rosskopf 

    Tierarzt Dr. Roßkopf heiratete 1957 Marianne Krieger, eine Tochter der Mühlenbesitzer Matthias und Marianne Krieger, die das elterliche Anwesen übernahm. Dr. Roßkopf eröffnete eine Tierarztpraxis, während seine Frau den Müllerhof bewirtschaftete. Im Rahmen des damals noch geltenden Mühlengesetzes wurde die Pillinger Mühle 1962 geschlossen. Es verblieb nur noch der landwirtschaftliche Betrieb.
    Der Tierarzt Dr. Manfred Rosskopf gründete einige Jahre später einen Tierbetreuungsdienst mit einem Tiermedizinvertrieb. er baute den leerstehenden Kuhstall um und richtete Büro- und Lagerräume ein. Er verkaufte bayernweit an landwirtschaftliche Betriebe, Großmäster und Kraftfutterwerke die benötigte Medizin. Zur Betreuung der Medizinkunden hatte er oft bis zu 10 Tierärzte beschäftigt.

Todesanzeige Rosskopf

 

 


 

Hausschlachtung

Weihnachter oder "Mettensau"

 

Schlachten

 

Der Weihnachter zählte früher zum Schönsten, was der Jahreslauf zu bieten hatte: Kurz vor dem Weihnachtsfest wurde ein feistes, ansehnliches Schwein geschlachtet, das man das Jahr über mit möglicht guter Nahrung zum Prachtexemplar seiner Gattung herfütterte. Man wollte schließlich die Christgeburt gebührend feiern. Dazu gehörte die Brittsuppe ebenso wie Blut- und Leberwürste, die in der Mettennacht auf den Tisch kamen. Am Feiertag selbst gab es dann noch einen saftigen Schweinebraten.
Natürlich brachte so eine kernige Sau auch allerlei Gesindel auf unehrenhafte, gelüstige Gedanken. Der Einfallsreichtum, wie man der Mettensau oder zumindest Teilen davon habhaft werden konnte, war riesengroß.
Der Bauer war sich der Verlockung, die von seinem Weihnachter ausging, durchaus bewußt und trug Vorkehrung, daß seine Leute, die ohnehin höchst selten Fleisch vorgesetzt bekamen, zu Weihnachten nicht vor leeren Tellern saßen.
So manches alte "G´schicht´l" dreht sich um den Weihnachter. Ein Bauer, der um seinen guten Schlaf wußte, band sich beim Zubettgehen die beiden Hälften der Mettensau mit Bindfaden an die Zehen, damit - sollte der Braten anderweitige Liebhaber auf den Plan rufen - seine Bewegung für ihn auf jeden Fall spürbar war. Ein anderer verrammelte den Kamin - beliebter Fluchtort bei solchen Dingen - unsichtbar im oberen Teil und sicherte die Herdstelle selbst mit "spritzigen" Einfällen.

Ungeachtet dessen mästeten früher sogar Kleinhäusler extra für Weihnachten eine Mettensau heran. Das Futter sparten sie sich vom Munde ab, damit am Heiligen Abend ein Festbraten auf dem Tisch stand. Doch beschwor eine Mettensau in ärmlichen Zeiten auch unvorstellbare Dramen herauf. Als im niederbayerischen Haarbach ein Pfarrer kurz vor Weihnachten seine Mastsau schlachten wollte, hing am Stall ein Zettel, und darauf war gekritzelt: "Lieber Pfarrer Kimmer, deine Sau, die siehst du nimmer."

 

Schlachtung 2

Hans Schmaißer inspiziert das geschlachtete Schwein (Fotomontage)

 

Im Oberharthausen hatten manche die Hausschlachtung jahrelang von Hans Schmaißer durchführen lassen, oder man schlachtete selber. Hans Schmaißer konnte es gut und er führte die Schlachtung sorgfältig aus. 

Nach der Schlachtung mußte die Fleischbeschau durchgeführt werden. Man holte entweder den Josef Danhauser von Pönning oder später den Hans Marklseder aus Perkam. Es gab natürlich auch Spezialisten, die den Stempel mittels alter Vereinsstempel auf die Sauhälfte anbrachten, um die Kosten zu sparen. Der Stempel wurde dann ein wenig verwischt, dass er unleserlich war. Die Fleischberschauer untersuchten das Fleisch auf Trichinen und stempelten die Schweinehälften bei einwandfreiem Zustand ab. Als Lohn bekamen sie ein schönes Stück Fleisch mit.
Dass die Trichinenschau auch schon früher für wichtig gehandhabt wurde, zeigen die drei Niederschriften von 9131 und 1935 vom Gemeinderat Oberharthausen.

 

Josef Danhauser  Hansw Marklseder 
         Josef Danhauser Hans Marklseder 

 

 

schönes altes Trichinen Mikroskop FWSchieck Berlin Ende 19Jhd

Mikroskop zur Trichinenbeschau

 


 

Niederschrift vom 3.9.1931 des Gemeinderats Oberharthausen

 

Aufgenommen am:  3. 9. 1931 zu Oberharthausen

Gegenstand der Beschlussfassung: Flesichbeschau

Der Schuhmacherssohn und Fleischbeschauer Franz Xaver Kohlbeck jr.

In Pönning wird mit Wirkung vom 1. September 1931 für den heutigen

Gemeindebezirk  als Fleischbeschau -stellvertreter  aufgestellt.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

  Wurm, Gürster, Hösl, Schmaißer, Loichinger, Aigner

 

Flesichbeschau Kohlbeck


 

                      

Niederschrift vom 23.9.1931 des Gemeinderats Oberharthausen

 

Aufgenommen am:  23. 9. 1931 zu Oberharthausen

Gegenstand der Beschlussfassung: Ausübung der Fleischbeschau durch Tierärzte

Der Gemeinderat Oberharthausen ist damit einverstanden,

sodass nunmehr auch die jetzigen Tierärzte als Ergänzungsfleischbeschauer zugelassen werden,

welche die Tiere vorbehandelt haben. Gegen die im bezirksamtl. Schreiben

vom 17.9.1931 Nr. 762 angegebenen Tierärzte sowie gegen Distriktstierarzt Lechner

in Geiselhöring wird keine Erinnerung erhoben.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

  Wurm, Gürster, Hösl, Schmaißer, Loichinger, Aigner

 

 

Ausübung der Fleischbeschau durch Tiwerärzte

 


 Niederschrift vom 4.3.1935 des Gemeinderats Oberharthausen

 

Aufgenommen am:  4. März 1935 zu Oberharthausen

Gegenstand der Beschlussfassung: Gebührenfestsetzung der ordentlichen Berchau und Trichinenschau

Gegenwärtig:

1. Bürgermeister: Josef Hüttenkofer

2. Bürgermeister  Alois Zellmer

    Schriftführer:   Hans Bornschlegl

Mit Einnahmen des Flesichbeschaues – Trichinenbeschaues wurde heute folgender Beschluß festgesetzt:

Die Besitzer der Schlachttiere und des Fleisches haben für die ordentliche Beschau, die Trichinenbeschau und die Ergänzungsbeschau folgende Gebühren zu entrichten:

Die Gebühren setzen sich zusammen aus der eigentlichen Untersuchungsgebühr, dann Beschauzuschlag und der Vergütung für die Gemeinde. § 58 III der Fleischbeschauordnung. Der gemeindliche Zuschlag wird gemäß § 59 I der Fleischbeschauordnung auf 10 v. H. festgesetzt.

Gebührensätze:

  • Für die ordentliche Beschau und Trichinenbeschau
  • Wenn das Fleisch gewerbsmäßig oder sonst außerhalb des eigenen Haushaltes des Besitzers durch Verkauf verwendet, z.B. ausgepfundet werden soll (gewerbliche oder andere Verkaufswahl)


Schweine        Untersuchung             Beschauzuschlag        Gemeinde

Ord. Beschau             1,- M                  ,50 M                         ,15 M
Trichinen                    1,- M                  ,50 M                         ,15 M

  • Häuserschlachten

Schweine        Untersuchung             Beschauzuschlag        Gemeinde

Trichinen                    1,- M                  ,50 M                         ,15 M

Im überigen gilt das beigegebene Schreiben des Reg. amtlichen Vordruckes des Beschlusses.

Hüttenkofer, Zellmer, Wallner,Loichinger, Prebeck,

 

 

Gebühren Trichinenschau

Gebühren Trichinenschau1

 


 

Schinder, Abdecker, Wasenmeister

Schinder

Bild:  Berufe dieser Welt – Die Abdecker

 

Kaum jemand kann heute mit dem Begriff „Schinder“ noch etwas anfangen. Geläufig sind eher noch die Begriffe wie „Schindergaul“ und „Schinderkarren“ oder die Redensart „mit jemandem Schindluder treiben“.

Dabei war im Volksmund der „Schinder“ jahrhundertelang die verächtliche Bezeichnung für den Wasenmeister. Dies ist sozusagen der amtliche Ausdruck für jene verachteten Menschen, die sich mit der „Entsorgung“ von Tierkadavern beschäftigte. Das gebräuchlichste Wort war der „Abdecker“. So wird  er oft auch hauptsächlich  in den Kirchenbüchern bezeichnet.

Dem Wasenmeister mußten die Bauern laut Gesetz alles „Gefallene“, also verendete Vieh, vom Hund aufwärts übergeben. Dafür bekam der Abdecker eine Gebühr, das sog. „Ansaggeld“ oder Wasengefälle“. Der Schinder zog den Kadavern die Haut ab („Abdecken“) und gab diese den Bauern zurück. Den Ausdruck „Decke“ gebrauchen Jäger heute noch. Verzichtete der Bauer auf die Haut, brauchte er kein Ansaggeld zu bezahlen.

Das Abdecken war schmutzig, ekelerregend und mit starker Geruchsbelästigung verbunden. Es war aber lebenswichtig, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern (z.B. Milzbrand). Aus diesem Grund durfte der Abdecker nicht im Dorf wohnen. Das „Gesindel“ wollte man sich fernhalten. Vornehmlich der infernalische Gestank bei den Wasenmeistereien bewirkte diese Trennung, aber auch der Aberglaube trug dazu bei. Bevorzugt waren die Anwesen „im Moos“, „in der Au“ oder „im Graben“. Im weichen Boden hob der Abdecker die „Wasen“ aus und vergrub die Reste, den sog. Kern, wie der abgehäutete Pferde- oder Rinderkadaver in der Regel bezeichnet wurde. 

Wurde dem Abdecker ein Wasenfall gemeldet, so mußte er – zumindest seit dem 18. Jhdt. – das tote Tier binnen 24 Stunden fortschaffen. Dazu hatte er eigens einen „Schinderkarren“ und Zugpferde. Verhielt sich der Abdecker vorschriftsgemäß, so wurde der Kadaver zur sog. „Kern-“,  „Lueder-„  oder „Fallhütten“ transportiert und dort weiterverarbeitet. Die toten Tierkörper wurden mit Hilfe von Ketten an einem großen Nagel oder Haken befestigt und hochgezogen, damit die Haut leichter „abgeledert“ werden konnte. Manchmal wurde dem Kadaver auch direkt vor Ort die Haut abgezogen. Die Überreste seiner Tätigkeit sollten nach Möglichkeit sofort an einem abgelegenen Ort vergraben werden. Das führte häufig zu Ärger, wenn der Abdecker die Grube nicht tief genug aushob. Oft ließ er, weil er nur Interesse an der Haut hatte, den abgelederten Kern einfach liegen und verfaulen. Weitaus bequemer war es, die Fleischreste in einen nahegelegen Bach oder Weiher zu werfen. Dies entsprach sogar im 16. und 17 Jhdt. den Vorschriften, es wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts  verboten.

Nach oberpolizeilicher Vorschrift vom 21. Juni 1862 mussten „gefallene“ Tiere 5 Schuh (1 bayerischer Schuh = 29.18 cm) tief verscharrt werden. Tiere, die wegen einer ansteckenden Krankheit verendet oder getötet worden waren, wurden sogar 6 – 8 Schuh tief vergraben und zuvor mit ungelöschtem Kalk bestreut, wovon immer ein Vorrat bereit zu halten war.

Eine weitere Pflicht des Wasenmeisters war es, die Jagdhunde der Schloßherrschaft zu unterhalten. Bei den adligen Treibjagden war eine große Anzahl von Hunden nötig.  Nur bei den Abdeckern gab es genügend Fleisch, um die Hunde zu ernähren. Dies war auch oft ein Hauptgrund warum eine Abdeckerei in einer adligen Hofmark errichtet wurde. Für das Hundefutter mußte das Kernfleisch aufgehoben, gekocht und getrocknet bzw. gedörrt werden. Durch das Auskochen gewann man auch Fett bzw. Unschlitt, das neben dem Fell eine Haupteinnahmequelle der Abdeckereien bildete. Der fertige Rohstoff wurde anschließend an Gerber, Seifensieder (Kernseife!) und Kerzenzieher weiterverkauft.

So sind in dem bereits erwähnten Liquidationsprotokoll bei dem Wasenanwesen in Steinach folgende gerichtsherrliche Frondienste eingetragen:

der Gutsherrschaft die Jagdhunde halten, zu und von der Jagd zu führen.

das gefallene Vieh abzuholen und auszuziehen, die Haut aber zurückzugeben.

die Schloßabtritte (= Toiletten), so oft als nötig ist, zu räumen.

Überhaupt war die Berufsgruppe für alle Arbeiten zuständig, mit denen die „ehrlichen“ Leute nicht in Berührung kommen wollten. So mußte der Abdecker gelegentlich auch Todeskandidaten zum Richtplatz bringen oder die Leichen von Gehenkten oder Selbstmörder abholen, um sie zu verscharren.

Die Abdecker gehörten zu den „unehrlichen Leuten“. Damit meinte man nicht Lügner und Betrüger, sondern Menschen, denen nicht die volle Ehre eines Normalbürgers zuteil wurde. Zu den unehrlichen Gerufen gehörten vor allem Schinder, Henker und Blutschergen, aber auch, allerdings hier in abgemildert Form, Bader, Barbierer, Leinenweber, Fuhrleute, sowie die große Gruppe der Fahrenden.  Die Unehrlichen waren grundsätzlich von den Zünften ausgeschlossen und auch ihren Kindern war es unmöglich, den väterlichen Beruf zu verlassen. Die Unehrlichkeit war hochgradig ansteckend. Bereits die einfache Berührung eines Unehrlichen oder nur das Anfassen seiner Werkzeuge konnte einen ehrbaren Handwerker unehrlich machen. Die bayrische Zunftordnung von 1730 bestimmte, daß sogleich unehrlich und „des Handwerk nicht mehr fähig“ wurde, wer einem Abdecker die Hand bot, mit ihm zusammen ging, wer seine Geräte, seinen Karren oder sein Pferde berührte, oder wer – selbst unwissentlich – mit ihm zusammen aß oder trank.

Erst 1772 wurde den Abdeckersöhnen als letzten reichsgesetzlich der Zugang zu Zünften, Ämtern und Gilden ermöglicht – sofern sie den elterlichen Beruf noch nicht ausgeübt hatten.

Weil Abdecker keine Ehen mit „ehrlichen“ Leuten eingehen durften, stammte der Partner nie aus demselben Dorf.  Geheiratet wurde nur „untereinander“. In ganz Bayern bildeten darum die Abdecker eine riesige Verwandtschaft. Trauzeugen und Taufpaten waren wiederum nur Wasenmeister aus der Umgebung.  So sind bei den Steinacher Abdeckerfamilien als Trauzeugen und Paten Abdecker aus Schafhöfen, Rimbach b. Neukirchen, Irlbach, Haunsbach, Falkenfels, Rattenberg, Haderhaus, Wörth und Rain vertreten. In den ca. 250 Jahren sind nur ein einziges Mal 1777 bei einer Abdecker-Hochzeit der Mesner von Gschwendt und der Steinacher Lehrer, der gleichzeitig Mesner war, als Trauzeugen genannt.

Auch das Verschwinden der Unehrlichkeit im 19. Jhd. änderte an der Unterschichts-zugehörigkeit der Abdecker wenig. Im gesellschaftlichen Empfinden wirkte sich dies noch Jahrzehnte aus. Mischehen waren selten, und erst in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. wurden diese allgemein üblich.

Doch wurden die Abdecker auch aufgesucht, da sie aufgrund Ihrer Tätigkeit sich mit kranken Tieren befaßten und natürlich auch mit deren Heilung. Viele von Ihnen besaßen bemerkenswerte Kenntnisse der Anatomie, daß von Generation zu Generation weitervererbt wurde. Von den Bauern wurden sie oft bei kranken Tieren bzw. bei Seuchen und deren Vermeidung um Rat gefragt.

Dies war natürlich eine weitere wichtige Einkommensquelle. Selbst bei Erkrankung der Menschen wurde um ihren Hilfe gebeten, da sie ein umfassendes Wissen über Heilkräuter hatten und mit ihrem Tierfett auch allerlei geheimnisvolle Salben herstellten.

 

 Quelle: Heimatgeschichte Steinach

 


Die Bauern waren verpflichtet, sämtliche Tierkadaver (gefallenes Vieh) dem Abdecker zu übergeben, dem oft auch die Entfernung von herumliegenden Katzen- und Hundekadavern oblag. Der Abdecker zerlegte die Kadaver und vergrub oder verbrannte, was nicht mehr verwertet werden konnte. Die Entsorgung der Reste erfolgte zumeist auf Wiesen (altdt. Wasen), woraus sich Berufsbezeichnungen wie Klee- oder Wasenmeister ableiteten.

Aufgrund der Geruchsbelästigung und Seuchengefahr mussten die Abdeckereien außerhalb der Dörfer angelegt werden. Durch den Kontakt mit den Kadavern hatten die Abdecker ein hohes Risiko, sich zum Beispiel mit Milzbrand zu infizieren. Noch heute sind Erdarbeiten auf derartigen Grundstücken gefährlich. Die Knochen aus der Abdeckerei wurden den Seifensiedereien, die verfaulte Fleischmasse den Salpetersiedern und die Häute den Gerbereien zugeführt.

Es haftete an den Abdeckern bis 1817 der Makel der „Anrüchigkeit“ ihres Gewerbes, sie waren vom Kontakt mit der übrigen Bevölkerung nahezu ausgeschlossen. Sie heirateten normalerweise nur untereinander, deshalb waren die Schinder einer Region häufig miteinander verwandt oder zumindest befreundet. Die Wasenmeistereien waren wegen ihrer Abgelegenheit ideale Schlupfwinkel für gesuchte Verbrecher, bspwJohann Georg Grasel oder den Schinderhannes.

Quelle: wikipedia


Schindanger

Bild:  Berufe dieser Welt – Der Schindanger


Polizeilichen Strafgesetzbuchs für Bayern vom 26.12. 1871

 

In Bezug auf dass Wegschaffen, den Transport und das Verscharren gefallener oder getöteter Tiere und in Bezug auf die Verrichtungen der Wasenmeister sind die Artikel §70 und §71 des Polizeilichen Strafgesetzbuchs für Bayern vom 26.12. 1871 maßgebend. Dieselben lauten:

Artikel 70:

Zuwiderhandlungen gegen die oberpolizeilichen Vorschriften über das Wegschaffen, den Transport und das Vergraben gefallener Tiere, sowie über das Ausgraben verscharrter Tiere und Tierknochen, werden mit Geld bis zu 5 Talern und, wenn dieselben wissentlich in Ansehung eines an einer ansteckenden Krankheit gefallenen, oder wegen desselben getöteten Tieres begangen werden, an Geld bis zu 15 Talern bestraft.

Artikel 71:

Wasenmeister, welche den ihrer Verrichtungen betreffenden oberpolizeilichen Vorschriften zuwiderhandeln, unterliegne einer Geldstrafe bis zu 30 Talern.

 

Kreisamtsblatt 1875 1

 

Kreisamtsblatt 1875 2

Kreisamtsblatt 1875 3

Kreisamtsblatt 1875 5

Kreisamtsblatt 1875 4

Quelle: Abdeckereiwesen, Haefcke 2006


 

Scharfrichter und Abdecker  in Straubing waren

– da erstere von den seltenen Hinrichtungen nicht leben konnten – oft dieselbe Person. In ländlichen Gegenden wurde die Tätigkeit auch vom Gemeindehirten ausgeführt.

 

Namentlich bekannte Scharfrichter und Wasenmeister in Straubing ab der Zeit um 1560:

 

um 1560 Matthes Wiedemann

um 1623 Heinrich Labenekh

um 1640 Michael Schönperger

um 1645 Michael Schönsteiner (erste Hexenprozesse, Prozess gegen fünf räuberische Abdecker, wo er auch mit verwickelt war –Schönsteiner wird abgesetzt)

um 1671 Johann Kaspar Schenstainer

um 1671 Johann Georg Schönststeiner

um 1680 Johann Jacob Deibler

bis 1736 Matthias Pflieger

um 1747 Johann Michael Kober

um 1750 -1774 Johann Adam Bärtl

um 1774-1814 Ignatz Sperger

um 1814 Joseph Zankl, der letzte Scharfrichter in Straubing

 

Gebührenordnung Scharfrichter

Gebührenordnung Scharfrichter2

Quelle: Henker, Scharfrichter und Wasenmeister in Straubing

 


Schindergrube

 

Quelle: Das Foto ist aus dem Buch "Straubinger Zuständ" von Hans Vicari bzw. aus den Archiv des

Gäubodenmuseum und zeigt das Haus des letzten Scharfrichters von Straubing Zankl.

Hier war auch die Schindergrube, in der längere Zeit viele Deliquenten geköpft wurden.

 

Schindergrube heute

Hinrichtungsarten

Hinrichtungsschwert

 

Nach dem Repertorium des topographischen Atlasblattes Straubing aus dem Jahre 1825 gab es


im Raum Straubing 17 Abedecker:

Burgstall, Deggendorf, Hailing, Hainsbach,Jann ( bei Hailing), Isarau, Natternberg, Paulsberg ( bei Metten), Plattling, Pöring, Rain, Schambach, Strähberg (einschichtige Höfe), Straubing, Waibling, Oberwalting ….

Im Raum Landau gab es 1846 28 Abdecker:

Lampersdorf, Exong, Reichenöd, Hitzenberg, Roxau, Gertzen, Weihern, Dornwang, Dingolfing, Abensbach, Teisbach, Reiss, Ödmann, Wunder, Münchsdorf, Loiching, Höcking, Grünbach, Werth …

In Hainsbach waren Jahrhunderte lang Wasenmeister
Hs.Nr. 8, früher Hs.Nr. 23, Franz- Xaver Bachhuber-Haller und Gertrud

Am Haagberg, Haus des Wasenmeisters.

1654 Die Kurfürstin Maria Anna untersagte Abt Placidus vom Kloster St. Emmeram das Jagen mit dem Schmied, Abdecker (Schinder oder Wasenmeister) und Schergen und verlangte, „daß er einen gebrägten Jäger unterhalte“

1671 Simon Hackhl (Häckl), Abdecker zu Hainsbach

1706 Johann Häckl
Er mußte wie seine Vorfahren, die der hochgnädigen Herrschaft gehörigen Jagdhunde ohne Entgelt, soviele er konnte, unterhalten und beim Jagen und Hetzen zur Verfügung stehen. Dafür bekam er von der Herrschaft 10 V Korn und 4 Klafter Holz.

1721 heiratete Johann Häckl in zweiter Ehe Magdalena Huber, Wasenmeisterstochter von Mainburg. Ihr wurde das Leibrecht auf die Wasenmeisterei in Hainsbach um 25 fl und 1 fl 40 kr Leihkauf verliehen.

1778 Franz Häckl erhielt die Wasenmeisterei und das Abdeckerhaus

1815 Michael Häckl (Hackl), Wasenmeister in Hainsbach

1855 Die Geschwister Josef und Theresia Häckl bewirtschafteten das Anwesen und übten die Wasenmeisterei aus


1872 Seit dem Jahr wurde die Abdeckerei nicht mehr betrieben, von da an holte der Schinder von Greißing ( Artmann) das verendete Vieh.

 

Hainsbach Abdeckerhaus

Haus der Abdecker Häckl, später Bachhuber um 1930. Haus ist am Ostermontag 1936 völlig abgebrannt.


Quelle: Chronik von Hainsbach

 


Vor über hundert Jahren war in Geiselhöring ein Wasenmeister (Schinder). Er hieß Otto Artmann und wohnte an der Regensburger Straße vor Greissing. (siehe Bild). Dieser Wasenmeister kam auch nach Oberharthausen, um totes Vieh aufzuladen und nach Hause zu karren.

 

Artmann Geiselhöring

 

Sein Enkel Josef Artmann (heute auch schon 83 Jahre) erzählte, dass der Großvater die Tiere mit einem Holzwagen holte und mit einer Winde auf den Wagen zog. Zu Hause wurden die Tiere zum Häuten aufgehängt. Da hatte er Schienen in seinem Schuppen montiert. Die Häute verkaufte er der Gerberei Bauer Lederer  oder Kuchler in Geiselhöring.

 

Josef Artmann1

Josef Artmann - sein Großvater Otto Artmann war Abdecker

 

Quellen: Josef Artmann, Karl Bräu, Alois Hauner

 


 

Situation in Oberharthausen:

In Oberharthausen gab es keinen Schinder, es ist auch von früher her nichts bekannt. Da haben sich die Leute oft selber geholfen und haben die Tiere begraben. Später gab es dann die Schinder oder Abdecker oder Wasmeister, die dieses Geschäft gegen Lohn übernommen haben. Der nächste Schinder war früher in Greissing und Geiselhöring.

  • Zellmer Hubert erzählt, dass früher eine gestorbene Kuh vom Zellmerhof in einem Bombentrichter vergraben worden ist.

  • Beim Beschuss des Stalles  von Johann Schütz durch die Amerikaner wurde ein Pferd und ein Zugochse getötet. Franz Pömmerl weiß von seinem Opa, dass diese Tiere auch in der nahen Wiese eingegraben wurden.

  • Sepp Danner weiß noch, dass man die toten Tiere oft auch in den Stadlvierteln eingegraben hat, weil der Schinder Geld gekostet hat.

  • Sepp sagt, dass ihm vor 50 Jahren mal ein Kuh verreckt ist, und die hat dann der Schinder aus Plattling geholt. Dafür hat er dann 120 Stück Kernseife bekommen. Die Seife war aber minderwertig und wurde mit der Zeit gelb und trocken.


     Dalli Kernseife  Kernseife

    Durch Verseifung werden Fette  (Talg-, Schweine- und Knochenfette) oder Pflanzenöle mit Natronlauge oder  in die Natriumsalze der Fettsäuren und Glycerin zerlegt. Die dabei entstehende Seifenmasse wird Leimseife genannt und ist die Vorstufe zur Gewinnung der Kernseife. Nach Zusatz von Natriumchlorid (Aussalzen) schwimmt der Seifenkern auf und wird abgetrennt.

  • Die Kühe, die oft gut ausgezeilt waren durch ein Kalb sind dann recht dürr geworden und dann tuberkulos. Dann sind sie gestorben.
  • Dann hat es eine Zeit lang die Leberegeln gegeben, woran viele Tiere gestorben sind, die dann auch der Schinder geholt hat. 

Leberegel

Befall mit Fasciola hepatica, dem großen Leberegel. Weltweite Verbreitung. Die häufigste Form beim Rind ist die chronische Fasciolose, welche durch die Anwesenheit einer geringen Anzahl adulter Leberegel in den Gallengängen verursacht wird. Häufigste Folgen sind Reduktion der Milchleistung und Einschränkung der Fruchtbarkeit. Klinische Symptome: Abmagerung, Anämie, chronischer Durchfall und Ödeme.

 Quelle: Wikipedia



  • Ob auch Schinder aus Hainsbach, Rain oder Straubing nach Oberharthausen kamen ist nicht bekannt.

 


Situation heute

Zweckverband für Tierkörper- und Schlachtabfallbeseitigung Plattling - Der ZTS Plattling

Die gesetzliche Aufgabe zur Beseitigung von verendeten Tieren und tierischen Nebenprodukten ist den Landkreisen und kreisfreien Städten vom Bund übertragen. Alle Niederbayerischen und ein Teil der Oberpfälzer Landkreise und kreisfreien Städte (Verbandsgebiet) haben sich entschlossen, diese Aufgabe in kommunaler Zusammenarbeit durch den Zweckverband für Tierkörper- und Schlachtabfallbeseitigung zu erfüllen. Die Verbandsversammlung hat als Eigenbetrieb den ZTS-Betrieb Plattling gegründet. Der ZTS-Betrieb Plattling steht für eine schnelle, gesetzmäßige, kostengünstige und umweltfreundliche Beseitigung Ihrer verendeten Tiere und tierischen Nebenprodukte.

Unser Betrieb

 Der Zweckverband für Tierkörper- und Schlachtabfallbeseitigung betreibt in eigener Regie die Tierkörperbeseitigungsanlage Plattling. Der Betrieb in Plattling mit der derzeitigen technischen Ausstattung wurde im Jahre 1976 aufgenommen. Seither wird der Betrieb stetig modernisiert, um die Anlage immer auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Im Betrieb Plattling sind derzeit 93 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

 

csm ZTS Ablauf 01 Lageplan TBA eb5b8302a9

Verwaltung

Hier gehen die Anmeldungen zur Abholung von Tieren oder tierischen Nebenprodukten ein und werden den Touren und Fahrern durch die Disposition zugeteilt und per GPRS übermittelt. Die erzeugten Fertigprodukte Tiermehl, Tierfett und Blutmehl werden zum Abtransport zur Verbrennung abgegeben und die entsprechenden Transportpapiere für die Spediteure unter regelmäßiger Kontrolle der Veterinäre ausgestellt. Die Abrechnung der Gebühren und Entgelte für die erbrachten Leistungen, die Verwaltung von Kontrakten über die Verbringung der Fertigprodukte, sowie sonstige zentrale Dienste für den gesamten ZTS werden durch Mitarbeiter in Plattling erledigt. Die laufenden Angelegenheiten der Betriebsführung werden durch den Betriebsleiter wahrgenommen.

Fuhrpark

Unser eigener Fuhrpark in Plattling besteht aus insgesamt 45 Fahrzeugen. Im einzelnen sind dies:

  • 19 LKWs zur Entsorgung verendeter Tiere
  • 14 LKWs zur Entsorgung von tierischen Nebenprodukten aus Metzgereien und Gaststätten
  • 4 LKWs zur Entsorgung von tierischen Nebenprodukten aus Großschlachtstätten
  • 2 LKWs zur Entsorgung von Blut aus Großschlachtstätten
  • 1 LKW mit Kippsattelauflieger
  • 1 Kleintransporter

Plattlin gSchinder

Plattling

 

Quelle: https://www.zts-betriebe.de/

 


 

Pillinger Mühle 

 

Pillinger Mühle
Pillinger Mühle, wurde später von Dr. Manfred Rosskopf umgebaut

Tierarzt Dr. Roßkopf heiratete 1957 Marianne Krieger, eine Tochter der Mühlenbesitzer Matthias und Marianne Krieger, die das elterliche Anwesen übernahm. Dr. Roßkopf eröffnete eine Tierarztpraxis, während seine Frau den Müllerhof bewirtschaftete. Im Rahmen des damals noch geltenden Mühlengesetzes wurde die Pillinger Mühle 1962 geschlossen. Es verblieb nur noch der landwirtschaftliche Betrieb.

 

 Bablmühle Perkam

  • Bablmühle

Die Oberharthausener fuhren ihr Getreide zu verschiedene Mühlen. Der Danner Sepp sagte, der Vater fuhr es zur Weidmühle (vor Hirschling rechts zur Laber) und auch dann zur Pillinger Mühle. In der war der Probst Sepp ( der spätere Sauhandler) aus Pilling Obermüller und sagte : Geh weiter, fahrt´s halt zu mir auch Getreide zum Mahlen. Die meisten aber waren beim Benno Babl in der Bablmühle. 
Es war ja so, dass man das Getreide zur Mühle gefahren hat, und dann das Mehl gleich weiter zum Bäcker, der das Brot gebacken hat. So z.B. das Getreide in die Bablmühle und dann das Mehl zum Marxreiter auf Pilling oder Alburg.


 

Pillinger Bäcker Hermann und Siglinde Marxreiter

 

Marxreiter Pilling

 Quelle: Geschichte der Gemeinde Perkam, Albert Ammer

Siglinde Marxreiter

Sieglinde Marxreiter aus Pilling 2013 bei ihrer letzten Fahrt in Oberharthausen.

Wick Stadler spielte ihr auf und Uli Aigner sang ihr ein paar Gstanzl    


       
Bäcker Otto Marxreiter 


wohnte in Kay. Er sang im Wirtshaus in der „Hall“ gerne Lieder, u.a. das „Fraunkäferl“. Den „Ehestand“ sang er 20-30 Mal hintereinander mit dem Danner Sepp. Er sang auch zusammen mit dem Bäcker Liebl von Atting in den Attinger Hochfesten in der Kirche und auch Hochzeiten. Er war ein vermögender Junggeselle und wenn ihm die Gesellschaft gepasst hat, dann ist es ihm auf ein paar Maß Freibier nicht zusammen gegangen. Als er gestorben ist haben sie einen Koffer voll Noten und Lieder gefunden, die aber nicht aufgehoben wurden. Der Danner Sepp trauert den Liedern heute noch nach, aber auch dem Brot. Er sagt so ein gutes Brot gibt es heute nimmer.

Später übernahm sein Neffe Otto Marxreiter aus Alburg die Bäckerei. Er fuhr auch wöchentlich die waren aus und führte ausgiebige Gespräche mit den Dorfbewohnern.
ins Wirtshaus Wacker ist er ja nicht gegangen, weil die Familie Wacker das Brot aus Geiselhöring genommen hat vom Stierstorfer Babtist. Die sind mit einem Pferd gekommen und haben das Brot zum Wacker gebracht. Der Ausfahrer Seidl mit seiner Frau ist auch auf Pönning gekommen, weiß die Pärr Gerda zu erzählen. Die Pferde hatten dabei ein Futtersackl vor dem Maul hängen, wo sie dann unter dem Gehen auch gefressen haben.

Sein Bruder von seinem Onkel war zu der Zeit einer der besten Rennfahrer unserer Gegend. Er wurde 1952 Deutscher Meister, fuhr auch im Ausland Rennen. Er war zu seiner Zeit der poulärste Sportler von Niederbayern. . Er fuhr ein Imperia Motorrad.

   M1  M2

 

M3

M4

 


 

Eierhändler

 

Hühner


Erna Marklseder  aus Pilling ,

Übernahme durch Hermann Marklseder 1990. Frau Marklseder kam früher mit der „Spitzkirm“ und hat damit auf dem Rücken die Eier getragen. Später hat sie der Sohn Hermann mit dem Auto zum Eierhandeln gefahren.

Weitere Eierhändler waren Familie Mayer aus Perkam und Reif aus Straubing

Vor dem ersten Weltkrieg war Hühnerhaltung auf den meisten Bauernhöfen üblich, doch sie diente erst einmal der Selbstversorgung. Überschüsse wurden zumeist an Aufkäufer, Hausierer oder Ladenhändler verkauft, teils noch im Tauschhandel gegen Waren. Hühnerhaltung war Frauenarbeit. Eierverkauf ergab Zusatzeinkommen: „Die Bauersfrau zog mit ihrem Korb Eier wöchentlich ein- bis zweimal zur Stadt auf den Markt, bekam für das Dutzend Eier 30, im besten Falle 50-70 Pfg. und konnte mit diesem Erlös kaum die abgelaufenen Stiefelsohlen, geschweige denn das Futter für ihre Hühner bezahlen“

 frsiche eier

 

Auslandseier

 

Detailliertere Kennzeichnungsvorschriften des Reichsausschußes für Geflügel- und Eierverwertung machten 1930 den Anfang. Eine weitere Größenklasse wurde eingeführt, diese farbig voneinander geschieden: Größe S (über 65 g) erhielt einen schwarzen Adlerstempel, A (60-65 g) einen roten, B (55-59,9 g) prangte blau und C (50-54,9 g) abermals schwarz. Pflichtschuldig hieß es in der Fachpressen: „Wir wollen hoffen, daß es gelingen wird, sowohl die Auslandsware als auch die Kühleier in einer Weise zu stempeln, daß es nicht mehr möglich sein kann, daß Manipulationen vorkommen, denen der reelle Handel vollkommen fernsteht, durch die das Publikum aber getäuscht wird, was wiederum zur Folge hat, daß durch gemachte schlechte Erfahrungen der Eierverbrauch zurückgeht“ 

 

11 landfrau 1930 nr11 p5 eier markenartikel frischei kennzeichnung

 

 

Die Eierverordnung vom 17. März 1932 bedeutete ein Ende des gestempelten „Deutschen Frischeies“. Der einmal etablierte Begriff blieb bestehen, rechtlich verbindliche Qualitätskriterien gab es jedoch nicht mehr. Die Verordnung setzte an deren Stelle neue Handelsklassen.
Handelsklasseneier waren in fünf Gewichtsgruppen unterteilt, um so große (A), mittelgroße (B), gewöhnliche (C) und kleine (D) Eier von der wuchtigen Sonderklasse (S) unterscheiden zu können. Zwei Gütegruppen orientierten sich am Alter der Eier, schieden vollfrische (G1) von frischen (G2) Eiern. Für den Kampf um die Marktstellung des deutschen Eies zentral war eine zusätzliche Kennzeichnung der Herkunftsländer. Damit wurden Auslandseier als solche kenntlich. Doch damit nicht genug. Um vollfrische/frische Eier hervorzuheben, mussten Kühlhauseier (K) und konservierte Eier (Konserviert) ebenfalls gekennzeichnet werden. Farbliche Akzente blieben bestehen, denn die Stempel sollten von September bis Mitte März rot, den Rest des Jahres schwarz sein.

 Quelle: Uwe Spiekermann Historiker, Das Deutsche Frischei

 


Milch der Kühe auswiegen

 

Milchprüfer 

Milchprüfer zieht eine Probe die dann in der Molkerei analysiert wird

 

Mayer aus Feldkirchen

haben die Milch der Kühe ausgewogen.

Herr Mayer aus Feldkirchen war Zuchtwart und ist nach dem Krieg mit dem Radl gekommen und hat hinten am Gepäckträger einen Kasten mit lauter kleinen Fläschchen gehabt. Auch seine Frau war öfters mit dabei. So sind sie zu den Bauern gefahren, die Kühe hatten und im Zuchtverband angemeldet waren. Es wurde die Michleistung von den beiden Melkungen in der Frühe und am Abend gewogen und di eLiter notiert. Dann wurde eine Probe Milch im Fläschchen mitgenommen, um den Fettgehalt der Milch bestimmen zu können. War dann eine Kuh besonders überdurchschnittlich, bekam der Bauer eine runde Plakette, die an die Stalltür genagelt wurde. So fanden sich damals Türen, die mit vielen solcher runden Auszeichnungen geschmückt waren, und auf die der Bauer natürlich stolz war.

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Auszeichnung bei überdurchschnittlicher Milchleistung

 

 

 Sigl Rita

Nicht nur die Familie Mayer

aus Feldkirchen hat diese Arbeit gemacht,

sondern später auch die Sigl Rita aus

Pilling. Sie war zwanzig Jahre bis zum Jahr 2000 beim LKV Bayern  angestellt. LKV heißt:

(Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V.)

 

Die Milchprüfer waren bei der Molkerei in Straubing angestellt. Während des Krieges war der alte Johann Hösl Milchprüfer. Er musste alle Bauern mit Kühen auswiegen, damit niemand zu Hause Butter ausrührt und die Milch genau abliefert. Er nahm das nicht so genau. Der Sepp Danner weiß noch dass er sagte: So, so wievui hamma denn da heut wieda... na ja schreib ma moi 7 Liter auf.... er hat sie nicht gewogen einfach geschätzt. Er war auch Gemeindediener, der 
aber dann seines Amtes enthoben wurde, weil er Geld unterschlagen hatte ( er kassierte die Grundsteuer doppelt) Wenn er zur Dietl Hedwig nach Straubing musste, um die Grundsteuer für die Hall zu kassieren, dann sagte er : Ach Hedwig, heut ist so a starker Wind gewesen, ich wär bald nimmer eine kemma auf Straubing. Dann hat sie gesagt, ja dann geh auße in de Gaststubn und laß dir a gscheids Mittagessen und a Bier gebn.

Milchabholung

Die Milch wurde dann nach dem Melken ("Zeilen") in Milchkannen ( 20 Liter)  geschüttet und dann zum Sammelplatz "Muilchbankerl" gebracht. Die war am Zaun vom Gartl von Mayer Xare gegenüber der Kirche für das "Oberdorf" und beim Gürster für das "Unterdorf". Von dort hat sie der Milchfahrer  aus seinen Lastwagen aufgeladen und sie in die Molkerei nach Straubing gefahren. Dann stellte er die leeren Kandeln wieder am Muichbankerl ab und die Leute holten sie nach Hause für die Befüllung am nächsten Tag. Ein Anwesen wie der Zellmerhof hatte nach Angaben von Sepp Zellmer jeden Tag acht Kandeln je 20 Liter Milch. Die Milchfahrer waren zuerst Herr Heininger aus Pilling und dann der Sepp Stahl aus Perkam. Bevor es die Molkerei gab, wurde die Milch von den Bauern mit dem Rührfassl zu Butter ausgerührt und dieser dann verkauft.

 

Stahl Sepp

 

 

Milchkanne

damals übliche Milchkanne mit 20 Liter Inhalt

 

Milchkannen am Münchne rMilchhof

Milchkannen werden im Milchwerk abgeladen


Strom ablesen

Herr Eder aus Gundhöring
kam alle zwei Monate zum Strom ablesen. Frau Pärr Gerda sagte, dass er dabei immer gleich abkassierte. Wenn man den Strom nicht zahlen konnte, war es von der Stromgesellschaft möglich, den Strom abzustellen. Es gab auch Automaten, in die man Geld einwerden konnte, wenn man wieder Strom wollte.

 

Drehstromzähler 1930

 

Drehstromzähler Siemens 1932

 

 

 


 

Pönninger Gewerbetreibende:

 

Herr Schlecht aus Pönning mit Verkaufswagen.

Er arbeitete im Milchwerk und verkaufte im Dorf Waren von der Molkerei wie Milchpulver für Kälber, Joghurt, Käse, Butter usw. 

 

Herr Otto Kiendl Metzgerei in der Antenringer Straße, heute Haus Röhrl

Metzgerei von 1929 bis zu seinem Tod 1954



Lattner Lebensmittel

 

Lebensmittel Lattner kl

Das Waashaus mit dem Lebensmittelladen Lattner aus dem Jahre 1956 anlässlich der Fahnenweihe

des Burschenvereins

 

In einem Raum dieses Hauses befand sich der Lebensmittelladen Lattner. Der Flüchtling Lattner,In einem Raum dieses Hauses befand sich der Lebensmittelladen Lattner. Der Flüchtling Lattner,der bei Frau Hambauer wohnte, hat nach dem Krieg etwa ab 1946 den Laden geführt. Der Jugoslawe Iwan Galic verkaufte in einer Baracke im Kriegergarten neben dem Waas-Haus Kleidung.Als Lattner 1957 seinen Laden schloss, übernahm Galic den Lebensmittelverkauf in einem Holzhausim Bogner/Schötz-Eck. Im ehemaligen Lattnerladen lagerte er die Lebensmittel, da es in seinerHolzbaracke zu warm war.

 

Kolonialwaren Anni Bayer

 

Bayer Anni

Der Kolonialwarenladen der Familie Bayer

Dritte von links: Bayer, Anni, ganz rechts Bayer, GünterBayer,

Anni war langjährige Gemeindesekretärin und Organistinin der Pönninger Kirche

Die Krämerei wurde von 1948 bis 1953 geführt. Dann Geschäftsaufgabe,

da Günter und Anna auswärts arbeiteten.

 

 

 

 

 Iwan Galic (1950 - 1961 in Pönning)

Galic kl

 

Dorfplatz mit dem Holzhaus der Krämerei Iwan Galic ( steht vor der Eingangstür)

wurde später abgerissen und gemauert

 

Iwan Galic hatte sich zu seiner Krämerei einen kleinen Transporter angeschafft, mit dem er Personenbeförderungen nach Straubing machte. Er fuhr auch durch Oberharthausen und nahm bei Bedarf Leute mit.

 

 

Pächter dieses Verkaufshauses (Besitzer Willi Schötz):

1950 - 1961 Iwan Galic

1961 - 1969 Schweiger

1969/70 - 1982 Isidor Ebner

1982 - 2002 Adolf Wals

2002 Laden erloschen

 

Isidor Ebner (1969/70 bis 1982 in Pönning)

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von links: Xare Mayer, Isidor Ebner vom Lebensmittelgeschäft in Pönning

( "Dore"), Hans Senft, Franz Pömmerl, Karl Hölzl beim Schafkopfen im Gasthaus Wacker

 

 

Adolf Wals (1982 - 2002 in Pönning)

 

 Wals  Adolf Wals war nicht nur ein guter Lebensmittelhändler sondern auch ein begeisterter Fußballspieler. Er machte sämtliche Freundschaftsspiele zwischen Oberharthausen und Pönning mit.

 

 

Das Hefenweib Laumer von Pönning



Die hat a "Germ" mit dem Bindfaden heruntergeschnitten. Das waren große Pfund-Blöcke wie Wenn man da um a Zehnerl a Germ geholt hat, dann hat sie sauber mit einem Zwirnfaden das Stück abgeschnitten. Die Hefe war immer frisch, weil die Leute alle Woche zum Brotbacken a Germ gebraucht haben. Man hat eine Hefe auch zur Blutreinigung gegessenVor den Zeiten von Supermärkten gab es die Hefe noch direkt beim Bäcker oder Kramer. Dort gab es Hefe stets in 500 Gramm Blöcken, die für den häuslichen Bedarf natürlich viel zu groß waren.

Aus diesem Grund wurden die Blöcke in mehrere Würfel geschnitten. Teilt man 500 Gramm in 12 Würfel auf, wiegt jeder Würfel rund 42 Gramm. Wer es ganz genau nimmt: 41,66 Gramm.

Die Aufteilung in 12 Würfel gleich große Würfel ist relativ praktisch und ergibt haushaltsübliche Größen. Ein Würfel reicht für 500 bis 1000 Gramm Mehl aus. Später übernahm die Industrie einfach das Gewicht von 42 Gramm und hat es bis heute nicht verändert.
Heute ist die Hefe ja billiger wie damals. So ein Würfel kostet heute 9 Cent.

 

 Germ Germ1 

eine Hefe ("Germ" ) wurde früher mit dem Bindfaden vom Pfundstück abgschnitten..

jetzt Einheitsgröße 42 Gramm

 

Karl Nißl von Pönning hat Kracherl gemacht

Am 5. 10.1934 wird dem  Limonadenfabrikanten Karl Nißl vom Gemeinderat  genehmigt, dass er Limonaden, Kaffee und Wein ausschenken darf. Bei  den Nißl gab es Zwillinge, einer war ein Schreiner und einer hat Kracherl gemacht.  Der Kracherlmann ist 1949 bei der Arbeit ums Leben gekommen. Danach wurde der  Limonadenbetrieb eingestellt. Danner Sepp sagt, dass er ganz gute Kracherl gemacht hat und sie haben sich immer welche geholt.

 

Siegmund Nißl Schreinerei

Schreinermeister, seit 1950 Bau- u. Möbelschreinerei

 

Werkstatt Nißl

Werkstatt Nißl Pönning

 


Metzgerei Kiendl

 

1899 9. Oktober Kiendl, Johann Nepomuk und Anna, geb. Leidl, Kauf um 6.000Mark, Metzger

1927 Kiendl, Anna und Kinder, Erbfolge

1928 Kiendl, Otto, Übergabe, Metzgermeister

1929 Kiendl, Otto und Ella Anna, geb. Kammermeier

1954 Kiendl, Ella Anna, Witwe

1973 Röhrl, Rupert und Rosa, geb. Botzler, Kauf

 

Metzgerei Kiendl Pönning

ehemaliges Haus von Metzgerei Kiendl, jetzt Familie Röhrl

 


 

Hierlmeier Pönning Sattlerei

 

Hierlmeier

 

Anwesen des Sattlers Xaver Hierlmeier, jetzt Hans und Rita Stierstorfer

 

Herr Hierlmeier hat 1963 die Polsterung der Bänke in der Pönninger durchgeführt.
Der Sattler war für die Schulkinder immer ein wichtiger Mann. Bevor das neue Schulhjahr begann, wurde immer die lederne Schultasche überprüft. Falls ein Riemen fehlte oder eine Naht aufging, dann fuhr man das Stück zum Sattler auf Pönning. Der reparierte das gute Stück, und das Schuljahr konnte beginnen.  

 


 Josef Walkshäusel. Wagner

Im Laufe der Zeit nahmen Arbeitsgeräte mit Eisenteilen zu. Der Schmied stellte diese Teile her, besserte sie aus, schärfte sie und beschlug die Pferde; deshalb war er für das Dorf wichtig und seine Stellung und seine Arbeit waren geschützt (siehe Gerechtsame, Ehehaft). Der Wagner war der zweite wichtige Handwerker, denn er stellte die meisten Holzgeräte her wie den Pflugsterz, den Pflugbaum, aber auch Ackerwagen und Beetegge. Außerdem machte er Fenster und Türen sowie Eisstöcke.

1939 Walkshäusl, Josef, Wagner, Kauf; er betreibt hier die Wagnerei

 

Walkshäusel Josef

 


 

Josef Kohlbeck, Schuster

 

Kohlbeck Schuster

Das Kohlbeckanwesen um 1910

mit der Schusterfamilie Josef und Johanna Kohlbeck

 


Pater Seraphin Weizensammlung von den Karmelitern (Bettelorden)

Der Pater machte die Weizensammlung für die Karmaliten in Straubing, der dann verkauft wurde. Es wurde ihm von den Dorfleuten die eine oder andere Mark zugesteckt. Die kleinen Kinder freuten sich schon wenn er kam. Die Buben bekamen ein Bild von einem Engel von ihm. Die Mädchen warteten schon sehnsüchtig, bis er seine Dose öffnete. Darin waren kleine Ringerl für die Mädchen. Der Pater hatte auch geweihte Heublumen dabei. Die musste man den Tieren im Stall geben, damit sie nicht krank werden und damit man ein Glück im Stall hatte.

Gerda Pärr erzählte von den Karmelitenpatern, dass sie immer zu einer Beimesse gekommen sind wenn ein reicher Bauer gestorben ist. Sie wurden auch eingeladen zur Kremes und bevor sie heimgingen, bednakten sie sich für das gute Essen und fragten schüchtern, ob denn noch a Wengal wos da sei zum Mitnehmen?

Beimesse:
Zur Hebung der Feierlichkeit und als Ausdruck des gesellschaftlichen Ansehens des Verstorbenen wurden während des Totengottesdienstes am Hochaltar auch noch an den Nebenaltären der Kirche sog. stille Beimessen gefeiert; je mehr Beimessen, deso gewichtiger die Fürbitte für die Seele des Abgestorbenen; aber auch: je reicher der Tote, desto mehr Beimessen. Der liturgischen Bewegung des frühen 20. Jhd. war diese, Charakter und Bedeutung des Meßopfers überlagernde und verfälschende Praxis ein Dorn im Auge; schon allein des spürbaren Priestermangels wegen kam die "Beimesse" nach der Jahrhundertmitte außer Übung. (Quelle: Joseph Schlicht, Bayerisch Land und Bayerisch Volk)

 

 

Pater Elias und Karl

Pater Elias und Pater Karl vom Karmelitenkloster

 


Beichtzettel sammeln

Besondere Bedeutung hatte die Beichte während der Osterzeit für alle Pfarrangehörigen. Vom ersten Fastensonntag an bis eine Woche nach Ostern, dem Weißen Sonntag, war Osterbeichte. Am Ende der Beichte schob der Pfarrer jedem reuigen Sünder einen Beichtzettel zu mit der Maßgabe, diesen nicht zu verlieren. Auf der Vorderseite war ein religiöses Motiv abgebildet, auf die Rückseite war ein Gebet gedruckt und unten stand: Osterbeichte in der Pfarrei Atting und ab 1951 Perkam.

Bald nach dem Ende der Osterbeichtzeit ging dann der Pfarrer mit dem Mesner von Haus zu Haus und überprüfte genau, ob jede Person im Haushalt eine „Quittung“ hatte. Er erkundigte sich noch, ob alle täglichen Gebete in der Familie eingehalten wurden und nahm dann wie selbstverständlich kleine Geschenke wie Schinken, Eier oder Geld an. Er ging mit der Aufforderung an die Erwachsenen, doch weiter jeden Monat zur Beichte zu gehen. In manchen Familien kam es nun vor, dass die Oma oder die Tante oder sonst jemand während der Osterbeichtzeit zweimal zur Beichte ging und so in den Besitz mehrerer Beichtzettel kam. Das waren natürlich begehrte Objekte für Familienmitglieder, die nicht im Besitz dieses wertvollen Stückchens Papier waren. Mit einer Tafel Schokolade oder ein paar Pralinen wechselte das Bildchen schnell seinen Besitzer. Und es kam auch vor, dass glückliche Besitzer mehrerer Beichtzettel diese im Wirtshaus gegen ein paar Maß Bier eintauschten. Danner Sepp sagt, die Leute die dann schnell noch vor Ostern nach Straubing gefahren sind, um einen Beichtzettel zu bekommen, hat man „Roßdieb“ genannt.

Die Bauern sind ja nicht vor Ort zum Beichten gegangen, weil viele etwas mit Dienstbotinnen hatten, und das wollten sie dem hiesigen Pfarrer nicht beichten. Danner Sepp weiß noch, dass so mancher am Samstag in Straubing die schweren Sünden gebeichtet aht und am Sonntag bei uns nur noch den Rest, die leichten Sünden. In Falkenfels war ein Monsignore, der dann vor Ostern nach Straubing gefahren ist. Er hat dann zu den Bauern gesagt: Wieviel Beichtzettel brauchts denn“. Dann hat er den Bauern die Beichtzettel verkauft.
Pfarrer Kammermeier und Müller sind Beichtzettel sammeln  gegangen.  Pfarrer Beuchert sammelte auch noch fleißig an Ostern. Der Grollhof Alois hat zu ihm gesagt: Fass dir soviel ein wie du tragen kannst“. Der Danner Sepp weiß aber auch nicht mehr, ob er einen Doppelzentner schaffte.  Das Geld das da gesammelt wurde hat dem Herrn Pfarrer gehört. Später wurde kein Weizen mehr gesammelt, sondern man gab ihm ein Geld.

 

Osterbeichte

 

Beichtzettel von der Osterbeichte 1979 in der Karmelitenkirche

 
 
 
Oberharthausen

 
  

Grußwort des Bürgermeisters

Liebe Besucherinnen und Besucher der Internet-Seite der Dorfgemeinschaft Oberharthausen,

es freut mich, als Bürgermeister der Stadt Geiselhöring, dass auch die Ortschaft Oberharthausen, ein Ortsteil unserer Stadt, mit einer eigenen Informationsplattform im Internet vertreten ist.

Vielen Dank für Ihr Interesse an Oberharthausen und für Ihren Besuch auf der Internet-Seite.

Neben geschichtlichen Informationen zur Historie des Ortes und der ehemals selbstständigen Gemeinde Oberharthausen, finden Sie auch Daten zu den örtlichen Vereinen und Einrichtungen. Sehr positiv ist v.a. auch das stets aktuelle Nachrichten-Archiv sowie der Terminkalender.

Das Internet ist einerseits ein Medium, dass weltweit abrufbar und verfügbar ist, aber andererseits bietet es auch die Möglichkeit, regionale und lokale Inhalte zu verbreiten. Dies wird in Oberharthausen in hervorragender Form praktiziert und dafür gilt meine große Anerkennung.

Denn nur wer weiß, wo er herkommt und wer weiß, was dort auch los ist wo er herkommt, der kann auch sagen, wohin er gehen will.

So ist Oberharthausen nach dem Motto „Regionale Informationen weltweit vertreten“ ein Vorbild für viele Ortschaften.

Mein Dank gilt all denen, die sich um das Dorfleben in Oberharthausen und speziell auch um die Internet-Seite in Oberharthausen bemühen und engagieren. Stellvertretend dafür danke ich dem Webmaster Hein Sax und den Fotografen und Helfern für ihren Einsatz.

Viel Freude und Interesse beim Informieren über Oberharthausen wünscht Ihnen,

        
Herbert Lichtinger
      Herbert Lichtinger

Erster Bürgermeister

   Stadt Geiselhöring

                                                                  


 

 
    Herbert Lichtinger     Peter      Pfarrer Markus Daschner
 1.Bürgermeister
Herbert Lichtinger

     
Geiselhöring
   Ortssprecher
   Peter Schneck

 
Oberharthausen
          Pfarrer
   Markus Daschner

 
ab1.9.2016 Perkam
 
 
 
3.Buergermeister
 
 Neu gewählte Bürgermeister von Geiselhöring 2020 
 

Stadtrat1

 

Stadtrat Geiselhöring

Neu gewählter Stadtrat von Geiselhöring 2020
 

 
 
 
Bitte blauen link drücken!
 
 

 
 
 
Oberharthausen liegt am Rande des Gäubodens, ca. 8 km südwestlich von Straubing entfernt. Es gehört seit 1978, nach der großen Gebietsreform, zur Stadt Geiselhöring als Ortsteil. Unser Dorf zählt an die 180 Einwohner und ist noch bäuerlich strukturiert. Früher war es ein reines Bauerndorf, aber durch die zunehmende Industrialisierung und Betriebsaufgaben hat sich das Erscheinungsbild geändert. Der alte Ortskern ist nahezu erhalten, aber die Randgebiete wurden durch Neubauten erschlossen.

In Oberharthausen steht eine gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert die der Hl. Margarethe geweiht ist. Die Seelsorge für Oberharthausen hat die Pfarrei Perkam.
 
Gab es früher noch einen Schmied, einen Kramerladen, einen Schneider und zwei Wirtshäuser in Oberharthausen, so ist jetzt nur noch das Gasthaus Wacker in Betrieb. Das zweite Wirtshaus, die weit bekannte „Hall“ wurde von der Brauerei verkauft und später abgerissen.
2002 errichtete die Dorfbevölkerung ein Gemeinschaftshaus, in dem das Dorffest, Weinfest, Starkbierfest und auch alle zwei Wochen ein Stammtisch abgehalten wird. Nahe dem Gemeinschaftshaus wurde ein Bolzplatz und ein Kinderspielplatz für die Kinder errichtet.
Es gibt in Oberharthausen ein reges Vereinsleben, einmal die Freiwillige Feuerwehr, dann die Landfrauen, die Katholische Landjugend, die Jagdgenossenschaft  und zusammen mit den Nachbardörfern Pönning und Metting die Krieger- und Soldatenkameradschaft.
 
Außerdem sind  in Oberharthausen zwei Biobetriebe ansässig:

Die Biolandkäserei Schreiner verkauft ab Hof und bietet die Waren auch in diversen Wochenmärkten an.

Ein weiterer  Biobetrieb im Ort gehört Franz Braun, der nicht nur mit Bio-Erdbeeren großen Erfolg feiert, sondern auch einen Agrarhandel betreibt, und mit verschiedenen Speiseölen handelt.

Seit Dezember 2011 betreibt die Familie Körffer
ein Salarium ( Salz-Exklusiv )  in Oberharthausen. Hier können Personen mit Bronchialbeschwerden und ähnlichen Krankheitsbildern in einem Raum mit Himmalayasalz Linderung bekommen. Es werde auch die verschiedensten Salzprodukte im Salzladen oder im Online Shop angeboten. 
Die Familie Nagl betreibt seit ein paar Jahren einen Kleinbetrieb mit abgestimmten Konzepten sowie eine pädagogischer Ausrichtung bei Kindergruppen rund um das Thema Alpaka. Mit Fachwissen und Geschick können hier außer Führungen auch Kindergeburtstage organisiert werden. (Gäuboden-Alpaka).
 
In den letzten Jahren wurde Oberharthausen schön herausgeputzt. So wurde der Dorfplatz vor der Kirche neu gestaltet, und durch die neue Kanalisation bekam auch die Dorfstraße eine neue Asphaltierung und die Straßenränder wurden mit Granit neu gefaßt. 
So gesehen hat sich Oberharthausen seinen ländlichen Charakter und Charme von früher bis in die heutige Zeit erhalten. Es werden die alten Traditionen gepflegt und der Zusammenhalt der Dorfleute untereinander steht an erster Stelle.

Die Gemeinden des Landkreises an der Schwelle der siebziger Jahre 

(Straubinger Tagblatt vom 30. Juni 1971)

Oberharthausen war lange eine arme Gemeinde

Wiederholte Mißernten zwangen in der Vorkriegszeit zum Leisetreten bei öffentlichen Arbeiten – in den letzten Jahren den Anschluß gefunden – mit der Gemeindereform noch nicht angefreundet.

Oberharthausen. Obwohl Oberharthausen eine Randgemeinde des Gäubodens ist, war in ihr der sprichwörtliche Gäubodenwohlstand bestimmt nicht zu Hause. Schuld daran, daß die Gemeinde lange Jahre mehr oder weniger nur ein Aschenbrödeldasein fristen mußte, ist die ungünstige Lage in einem Ausläufer der Ebene, in dem die Felder unter stauender Nässe zu leiden hatten. In den regenreichen Jahren 1924 und 1926 beispielsweise mußten die Bauern der Gemeinde fast totale Mißernten registrieren. Dies hatte zur Folge, daß die reine Bauerngemeinde bei öffentlichen Arbeiten leiser treten mußte. Ein schweres Unwetter Ende der zwanziger Jahre brachte die Bauern nochmals um den Lohn ihrer Arbeit. Von 1927 bis 1929 wurden zwischen Pönning und Oberharthausen größere Entwässerungsarbeiten durchgeführt. Die Gemeinde war gezwungen, dazu äußerst zinsungünstige Geldmittel in Anspruch zu nehmen. Mit den neuerlichen Belastungen konnten viele Bauern ihre Anwesen nur mit äußerster Anstrengung und großem Fleiß erhalten. Durch die aufgezwungene große Sparsamkeit war erst im Jahre 1938 die Elektrifizierung der Gemeinde möglich.

Größere Investitionen konnte sich Oberharthausen erst nach dem Krieg leisten. Das erste Nachkriegsprojekt war die Oberflächenkanalisierung im Dorfbereich Ende der vierziger Jahre. Zur gleichen Zeit konnte die Gemeinde auch an Anlage eines großen Feuerlöschteiches denken. Die Umrandung des Teiches wurde ausgepflastert. Im Anschluß an den Löschweiher an der westlichen Dorfperipherie, ließ die Gemeinde entlang der Dorfstraße einen Graben in östlicher Richtung mit ausgepflasterter Sohle ziehen. Damit konnten zwei Fliegen mit einem Streich geschlagen werden. Zum einen kann der Feuerlöschweiher im Brandfalle in den Graben abgelassen werden und an einem der vielen Durchlässe gestaut werden. Dadurch ist die Gewähr gegeben, daß die Wehr nie in Löschwasserschwierigkeiten kommen kann. Zum anderen konnten durch den Graben und die Kanalisation das Dorf und die einzelnen Anwesen weitgehend trockengelegt werden. Der Gemeinde standen für Arbeiten aber nur im beschränkten Umfange Geldmittel zur Verfügung. Um aus den bescheidenen Finanzen den größten Nutzen zu ziehen, griff die Gemeinde auf das altbewährte Rezept der Hand- und Spanndienste zurück. Die vielen Sandwege der Gemeinde wurden in der Vergangenheit ebenfalls durch das gut funktionierende Scharwerk instand gehalten.

Eine aufwendige Nachkriegsaufgabe für die Gemeinde war die Anpassung des gemeindlichen Straßennetzes an die neue Zeit. Der erste große Straßenausbau war der Ausbau des zwei Kilometer langen Stückes von Ringenberg nach Oberharthausen. Der Finanzbetrag hierfür betrug  176 000 DM. Der Straßenbau von Perkam nach Pönning mit einer Länge von 1250 Meter war mit einem Kostenaufwand von 174000 DM verbunden. Dieses Projekt wurde im Gemeindebereich Oberharthausen über Oberholzen geführt und 1966 realisiert. Vor zwei Jahren schaffte die Gemeinde mit dem Bau der Straße von Oberharthausen nach Pilling einen weiteren günstigen Anschluß zur Staatsstraße Straubing – Geiselhöring.
Nachdem die Gemeinde als eine der ersten im Landkreis über eine Oberflächenkanalisation verfügte (durch die feuchte Lage des Dorfes war aus der Not eine Tugend gemacht worden) war es natürlich der Wunsch der Bürger, daß der Ort so bald wie möglich auch staubfrei gemacht werde. 1962 war es soweit, daß mit Unterstützung des Kreises 800 Meter des Dorfes staubfrei gemacht werden konnten. Oberharthausen braucht sich, was das gefällige Ortsbild betrifft, nicht hinter den anderen Gemeinden des Kreises zu verstecken.

Eine längst überfällige Maßnahme wurde im Jahr 1953 mit der Arrondierung in Angriff genommen. Im vereinfachten Verfahren galt dabei das Augenmerk in erster Linie der Grundstückszusammenlegung. Für Feldwege war dabei pro Tagwerk ein Dezimal eingeplant. Eine hundertprozentige Sache aber war die Flurbereinigung noch immer nicht, da vorerst keine Gräben gezogen wurden. Ein Großteil der Gemeindeflur litt aber immer noch unter der sauenden Nässe. Erst beim Flurbereinigungsverfahren Perkam – Alburg bei dem auch nochmals ein Teil der Oberharthausener Flur mit einbezogen wurde, konnte eine durchgehende Grabenverbindung Perkam – Alburg hergestellt werden. Das Oberharthausener Nässeproblem war nun endgültig behoben. Die Felder im Gemeindebereich liefern nun den wohlverdienten Ertrag für die für die aufgewendete Arbeit und Mühe. Bei den Flurbereinigungs- bzw. Entwässerungsarbeiten fehlte es allerdings auch nicht an Gegnern. Heute aber sind alle Landwirte der Gemeinde glücklich darüber, daß die Entwässerungsarbeiten auch gegen verschiedene Widerstände durchgeführt wurden. Die ungünstige Witterung der vergangenen Wochen würde den Oberharthausener Bauern ohne gezielte Entwässerung einmal mehr großen Schaden zufügen.

Für Bürgermeister Zach, einen umsichtigen Mann, dem das Wohl der Gemeinde über alles geht, ist die erfolgreich abgeschlossene Flurbereinigung trotz aller Genugtuung über das Werk mit einem Quentchen Bitterkeit belastet. Bei einem 1960 erfochtenem Grenzermittlungsverfahren wurde nämlich festgestellt, daß am Auweg eine unrechtmäßige Grenzveränderung vorgenommen wurde, die zu Lasten der Gemeinde geht. Alle bisherigen Eingaben auf Wiederherstellung des Rechts und der rechtmäßigen Grenzen haben zur Enttäuschung des Bürgermeisters bisher nicht gefruchtet.
Das Feuerlöschwesen der Gemeinde ist in bester Ordnung. Neben der hervorragenden Löschwasserversorgung verfügt die Wehr, die mehrere Löschgruppen umfaßt, über eine neue TS 8, die vor einigen Jahren angeschafft wurde. Für 12000 DM wurde im Jahre 1968 ein geräumiges Feuerhaus erbaut. Die Straßenbeleuchtung in Oberharthausen läßt auch keine Wünsche offen. Damit sich die Bürger in ihrem Dorf auch nachts zurecht finden, wurden mit einem Kostenaufwand von 8000 DM 14 Lampen im Ortsbereich installiert. Seit 1969 ist die Gemeinde Wasserabnehmer der Spitzberggruppe.

Als ein gelungenes Gemeinschaftswerk kann die Friedhofserneuerung im Jahre 1964 angesehen werden. Damals wurde auf dem Gottesacker eine Art „Flurbereinigung“ vorgenommen. Die arbeiten umfaßten Planieren der Unebenheiten, Teilerneuerung der schadhaften Friedhofsmauer und die Betonarbeiten für die durchgehenden Grabsteinsockel. Bei der Neueinteilung der Grabstätten gab es zwar kleine Schwierigkeiten, da verständlicherweise jede Familie die Grabstätten ihrer Verstorbenen möglichst am bisherigen Platz beibehalten wollte. Mit dem guten Willen aller konnte aber diese Schwierigkeit überwunden werden. Mit Ausnahme der Wiederaufstellung der Grabsteine wurden alle Friedhofsarbeiten in Gemeinschaftsarbeit der Dorfbewohner bewältigt, so daß die Neueinteilung der Friedhofsanlage, die heute einen sauberen und gepflegten Eindruck macht, mit ungewöhnlich niederen Finanzmitteln vorgenommen werden konnte. Im vergangenen Jahr wurde ein weiterer Teil der Friedhofsmauer erneuert. Noch aber ist man nicht ganz zufrieden, denn auch das letzte Drittel der Friedhofsmauer bedarf noch einer Erneuerung. Diese abschließenden Arbeiten sind für heuer vorgesehen.

Eine eigene Schule hatte Oberharthausen auch in der Vergangenheit nicht. Die Kinder der Gemeinde mußten von jeher in das nur einen Kilometer entfernte Pönning in die Schule gehen. Zur Erreichung besserer Schulverhältnisse kam es zur Gründung des Schulverbandes Perkam – Pönning – Oberharthausen. Im neuen Schulverband wurden erstmals Schulbusse eingesetzt. Die ideale Lösung war aber das auch nicht, denn die Verbandsschule konnte nur siebenklassig geführt werden, was bedeutete, daß zwei Jahrgänge in einer Klasse zusammengefaßt werden mußten. Mit der Gründung der großen Verbandsschule Alburg verbesserte sich zwar die Klasseneinteilung, dafür aber mußten entfernungsmäßige Nachteile in Kauf genommen werden. Die Grundschule Perkam blieb vorerst erhalten, so daß die Oberharthausener Grundschüler nach wie vor in Perkam zur Schule gehen, während die Hauptschüler in Alburg unterrichtet werden. Obwohl die Schulreform nicht einhellig begrüßt wurde, wird heute von jedermann mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß die Kinder gefahren werden und so nicht mehr den Gefahren des Verkehrs ausgesetzt sind.

Mit dem 1. Januar 1951 wurde die Kirchengemeinde Oberharthausen aus der Pfarrei Atting herausgenommen und in die Pfarrei Perkam eingegliedert. Damit waren auch die Weichen für die Gründung einer Expositur Pönning – Oberharthausen gestellt, die am 15. August 1951 gebildet wurde. Die Filialkirche St. Margarethe in Oberharthausen ist eine gotische Anlage aus dem 14. Jhd., die später brock verändert wurde. Der Turm wurde 1875 gebaut. 1936 wurde die Kirche erweitert. Die Gläubigen von Oberharthausen waren auch nach dem Krieg darauf bedacht, ihr Kirchlein nach besten Kräften in Ordnung zu halten. 1949 wurde eine neue Sakristei gebaut, die alte Sakristei wurde zu einer Leichenhalle umgebaut. 1964 war die Außeninstandsetzung des Kirchleins an der Reihe. Desgleichen wurden Uhr- und Läutwerk auf Elektrizität umgestellt. Zwei Jahre später wurde auch das Kirchengestühl erneuert, wobei das Landesamt für Denkmalschutz darauf achtete, daß die alten Stuhlwangen erhalten blieben. In Oberharthausen steht auch eine sehenswerte Privatkapelle der Familie Schütz und in Oberholzen erbaut die Familie Peringer zur Zeit ebenfalls eine Kapelle.

Neben dem derzeitigen Gemeindechef Jakob Zach leben in Oberharthausen heute noch vier ehemalige Bürgermeister. Johann Wurm (84 Jahre) stand von 1924 bis 1933 der Gemeinde vor, Josef Hüttenkofer (77) von 1933 bis 1936, Jakob Prebeck (80) von 1936 bis 1945 und Johann Schiesl (65) von 1948 bis 1966.

Ein schwarzer Tag in der Gemeindegeschichte von Oberharthausen war der 5. Februar 1945. Im Verlaufe eines amerikanischen Bombenangriffes auf Straubing wurde aus vollkommen unverständlichen Gründen auch eine Reihe von Bomben auf das kleine Dorf geworfen. Dabei wurden drei Anwesen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Noch schwerwiegender allerdings war der Verlust von drei Menschenleben. Am 28. April 1945 entging das Dorf nur durch das beherzte Eingreifen eines Bürgers und einer Flüchtlingsfrau der Vernichtung. Die Oberharthausener hatten bereits die weiße Fahne gehißt, und die Amerikaner waren dabei das Dorf zu besetzen. Plötzlich aber wurde aus einer Scheune heraus das Feuer auf einen Jeep eröffnet, was die Amerikaner, die sich sofort wieder zurückzogen, zwei Tote kostete. Versprengte SS- Truppen hatten damit das Dorf in schwerste Gefahr gebracht. Die englischsprechende Flüchtlingsfrau und ein Bürger machten sich machten sich sofort auf den Weg und versuchten unter Lebensgefahr den Kommandeur der amerikanischen Truppen in Perkam auf. Nur mit Mühe gelang es, die Amerikaner zu überzeugen, daß die Toten versprengte SS- Soldaten auf dem Gewissen hatten und bei einem Angriff nur die Zivilbevölkerung die Leidtragenden wären. Aber letzten Endes sahen die Amerikaner dann doch von einem Vergeltungsangriff ab. Abgesehen von einigen Granattreffern, überstand das Dorf den Einmarsch der fremden Truppen dann in letzter Minute doch noch glimpflich.

Im Jahr 1946 wurden die gemeinden Oberharthausen und Pönning von der damaligen Militärregierung zu einer Verwaltungseinheit zusammen geschlossen. Als die Verwaltung aber in deutsche Hände überging, wurde diese Gemeindeehe wieder geschieden. Nach Lage der Dinge wird Oberharthausen gezwungen sein, in absehbarer Zeit eine neue Gemeindeehe einzugehen. Eine Wiedervermählung mit Pönning kann aber nicht in Frage kommen, da beide Gemeinden zusammen nicht einmal 500 Bürger zusammenbringen. Das Limit für die vom Staat angestrebten neuen Großgemeinden liegt aber zwischen 3000 und 5000. Bürgermeister Zach sieht die Gemeindereform mit den Augen des Realisten. Aus diesem Grunde regte er im Gemeinderat und vor der Bürgerschaft einen Zusammenschluß mit der Nachbargemeinde Perkam an. Die Gründe für seine Haltung sind klar. Oberharthausen gehört zu den Gemeinden, denen vom Staat über kurz oder lang sowieso der Garaus gemacht werden wird. Außerdem sollte die Gemeinde nach dem Willen des Bürgermeisters in den Genuß der hohen Schlüsselzuweisungen und des Kopfgeldes kommen. Diese Gelder wurden in besonderer Höhe nur bis zum 15. April gewährt. Die Gemeinde Oberharthausen hätte diese Finanzspritze sehr gut gerbrauchen können, denn immerhin hat die Gemeinde noch wesentliche Projekte zu finanzieren wie den Ausbau der restlichen Ortsdurchfahrt mit einer Länge von 850 Metern , den Baud er Gemeindeverbindungsstraße nach Perkam, die Straße über den Grollhof zur Kayer Straße die Straßen von Oberharthausen nach Hierlbach und von Oberharthausen nach Oberholzen. Die erste und finanziell lukrativste Chance ist vorbei.

(Straubinger Tagblatt vom 30. Juni 1971)


 

 

 

 


Ansichtskarte aus Oberharthausen
 


Ansichtskarte aus Oberharthausen

 


 


Oberharthausen um 1960

 

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Oberharthausen 2009
 

Quellenangaben:
Orts- und Hofgeschichte von Oberharthausen von Herrn Pfarrer Josef  Schmaißer
Dorfchronik anlässlich der Fahnenweihe 1979

Ich möchte hier auf Initiative von Herrn Pfarrer Schmaißer die Geschichte eines Mannes in unsere Webseite stellen, der im 2. Weltkrieg über 380 Mal in den Stalingrader Kessel geflogen ist, um verwundete deutsche Soldaten auszufliegen oder um die Soldaten mit Lebensmitteln und Gerät zu versorgen. Es handelt sich dabei um Willi Stolzewski. Dieser hochdekorierte Offizier mußte nach dem Krieg auch die Schattenseite kennenlernen, bis er dann wieder seinen Traum vom Fliegen nachkommen durfte.

Er ist den Älteren in Oberharthausen noch wohl bekannt, hat er doch eine Tochter vom Wallner (Schmied), die Maria, geheiratet. Er besuchte regelmäßig das Dorf und schätzte die Geselligkeit beim Sonntagsfrühschoppen in der „Hall“.

Es war der Wunsch in Oberharthausen begraben zu werden. So ist es auch geschehen, und er liegt neben seiner geliebten Frau am Friedhof in Oberharthausen.

Die Geschichte wird von seiner Tochter Ursula Larisch erzählt. Die Bilder sind teilweise Symbolbilder aus dem Internet, aber auch viele Originalbilder aus der Kriegszeit und der Ausbildung von Willi Stolzeweski. Diese Bilder haben Ursula Larisch und ihre Schwester Ulrike Stolzewski dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

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Geschichte von Oberharthausen

 

Landtafel 11 1 Appian

    Landtafel Nr. 11 – Philipp Apian – 1568

 

 Oberharthausen liegt eingebettet in einer Kulturlandschaft, in der nachweislich ca. 4500 vor Christus schon die ersten Menschen lebten. Es gibt verschiedene Lesefunde aus der Münchshöfener Zeit, Laténezeit, Urnenfelderzeit  bis hin zu der mittleren römischen Kaiserzeit. Diese Funde und Orte wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BlfD)  erfasst. Unter den Funden befindet sich eine römische Münze, ein Messer und verschiedenste Gebrauchskeramiken aus den Epochen. Es sind auch mehrere Grabhügel entdeckt worden, die aber eingeebnet sind und die Inhalte nicht geborgen wurden. Nach Meinung der zuständigen Archäologen könnte es auch einigen Funden nach zu schließen einen römischen Landhof, eine sog. „villa rustica“, in der näheren Umgebung von Oberharthausen gegeben haben. Die römischen Kastelle in Straubing benötigten aus dem Hinterland Verpflegung für ihre Soldaten. Dazu wurden Landhöfe errichtet, in denen Viehzucht und Ackerbau zur Versorgung der Truppen betrieben wurde. 

Die erste urkundliche Erwähnung Oberharthausens („Harthòsen“) geht auf das Jahr 1186 zurück. Damals gehörte der Ort zum Hochstift Regensburg. Der Bischof von Regensburg schenkte 1186 Oberharthausen dem Stift St. Johann. Die Kirche des Hl. Johannes des Täufers wurde am 20. Juli 1186 durch Papst Urban unter den apostolischen Schutz gestellt und bestätigt ihren Besitz und ihre Rechte in den Kirchen Wincklsaß und Ascholtshausen, die Zehnten u.a. in Mötzing und Harthausen. Die folgenden Bilder zeigen Auszüge aus der Schutzurkunde Papst Urbans III (Verona 1186, Juli20):

 

                                                                          

(Auszüge aus der Schutzurkunde Papst Urban III, Original ist in Pergament)

 

Laut herzoglichem Urbar (= Verzeichnis der Güter und Einnahmen des Grundherrn) finden sich: „Die herzoglichen Vogteirechte im „judicium“ Straubing zu Anfang des 14. Jahrhunderts... quidam dictusRainer kaufte die Vogtei über die Hochstift Regensburger Huben in Harthausen (apud Penning).„Die Hofmark Oberharthausen befand sich immer im Besitz des Hochstifts Regensburg. Aus dem Herzogurbar ist bekannt, dass 10 Huben im Ort nach Regensburg gehören und dass Rainer die Vogtei gekauft hatte. Als Einschränkung seiner Rechte musste die Hofmarksherrschaft die Eintreibung der an das Rentamt Straubing zu bezahlenden Mai- und Herbststeuer durch Gerichtsleute hinnehmen.“ (Wolfgang Freundorfer)

 

 


 

 

 

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